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Alte Thuja kehrt als Kunstwerk zurück

Neues Leben für alten Baum Alte Thuja kehrt als Kunstwerk zurück

Im Grundtreff stehen zwei neue Kleinode mit Geschichte: Eine Skulptur aus sehr altem Wittelsberger Holz und die alte Schulglocke zieren nun die Räume.

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Der Künstler Jörg Martin (von links), Baumpfleger Dieter Kahle, Bürgermeister Andreas Schulz, Grundtreff-Geschäftsführerin Dorothe Born, Elfriede Staubitz, Hans-Werner und Georg Sauer, Reinhard Claar und Gotthard Debelius freuen sich über die Glocke und die neue Skulptur für den Grundtreff Wittelsberg.

Quelle: Patricia Grähling

Wittelsberg. Sanft gewellt, ein Auf und Ab, mal mit dünnen, zerbrechlichen Stellen und mal stabil: Ein solches Kunstwerk steht derzeit im Grundtreff in Wittelsberg. Jörg Martin aus Eschenburg hat die Skulptur geschaffen. „Sie soll das
Leben darstellen“, erklärt er. „Es ist geschwungen, geht mal vorwärts und mal rückwärts.“

Das Werk des Eschenburger Künstlers steht derzeit als Leihgabe im Grundtreff in Wittelsberg, denn es hat eine ganz besondere Verbindung zu dem Ortsteil der Gemeinde Ebsdorfergrund: Es ist aus dem Holz einer Thuja geschaffen, die mehr als 130 Jahre auf dem Kirchberg wuchs.

Alte Schulglocke läutet im Grundtreff zum Essen

„Die Thuja war durch einen Blitzschlag gespalten“, erklärt Dieter Kahle, der seit 2012 für die Pflege der Obstbäume in der Gemeinde verantwortlich zeichnet. Es habe Diskussionen gegeben um das Ende des ortsbildprägenden Baumes – aber letztlich habe er weichen müssen, weil Gefahr von ihm ausgegangen sei.

Kahle hat jedoch einen Weg gefunden, den Baum für Wittelsberg irgendwie doch zu erhalten. „Ich gab Jörg Martin ein Stück Holz und irgendwann rief er mich an und sagte, dass er ein Werkstück gefertigt habe.“

Martin ist Modellschlosser, der sich die Holzkunst selbst erschlossen habe. Für eine Ausstellung in Haiger habe er aus der Wittelsberger Thuja die Skulptur zum Thema Leben geschaffen. Inspiration habe ihm dabei das Zitat „Das Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden“, gegeben. „Leihweise kommt nun ein Stück der Thuja zurück nach Hause“, freut sich Bürgermeister Andreas Schulz bei der Vorstellung der Skulptur.

Eine jahrhundertalte Glocke kehrt zurück

Und ein weiteres Stück mit Geschichte ziert nun den Grundtreff: eine jahrhundertealte Glocke. Die habe in den vergangenen Jahren unbeachtet in der Ecke gestanden und sei eingestaubt. Elfriede Staubitz habe Schulz schon vor Jahren das Versprechen abgenommen, dass diese Glocke wieder Beachtung finden müsse. Das Versprechen wurde nun eingelöst: Der Wittelsberger Hans-Werner Sauer hat gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Glocke gesäubert und ein fahrbares Gestell für sie gebaut. „Mit den Investitionen in den Grundtreff war dafür nun das Geld da“, freut er sich und läutet die kleine Glocke, die nun wieder an einer Aufhängung befestigt ist.

„Unsere Chroniken schreiben ab 1927 über die Glocke“, sagt Sauer. Sie sei aber vermutlich viele Jahrhunderte älter – allerdings fehle jede Inschrift darauf. Woran Sauer sich erinnert: „Es war eine weltliche Schulglocke und Feuerglocke.“ Vermutlich habe sie früher auch Trauerzüge begleitet. „Letztlich hing sie im Rathausturm und wurde mit einem Seil durch die Decke geläutet.“

Heute solle sie kirchliche Veranstaltungen im Grundtreff begleiten, vielleicht auch das Erzählcafè – oder zum Mittagessen im Grundtreff läuten.

von Patricia Grähling

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