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Alte Schule soll Dorfmittelpunkt bleiben

Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen Alte Schule soll Dorfmittelpunkt bleiben

Von Gemeindehand in Bürgerhand: Wenn das Gemeindeparlament grünes Licht gibt, kann ab 2018 der Verein Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen das schmucke Fachwerkgebäude übernehmen.

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Die Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen möchte ab 2018 neuer Eigentümer der Alten Schule werden. Über die Pläne berichteten Bürgermeister Andreas Schulz (hinten Zweiter von links) und die Vereinsmitglieder rund um Vorsitzende Annemarie Duske (links).

Quelle: Ina Tannert

Rauischholzhausen. Nicht mehr als ein Bürgerhaus pro Ortsteil - so lautet die Devise der Gemeindeverwaltung. Um den beliebten Treffpunkt mitten im Ort dennoch erhalten zu können, nimmt der Verein die Sache künftig selber in die Hand.

Für den symbolischen Kaufpreis von einem Euro will die Dorfgemeinschaft Rauischholzhausen (DGRHH) ihr denkmalgeschütztes Vereinshaus samt dem 700 Quadratmeter großen Grundstück aus Gemeindehand kaufen.

Ab dem 1. Januar 2018 wären die Mitglieder dann selber für Unterhalt und Sanierungsmaßnahmen zuständig. „Wir freuen uns sehr und sehen uns gut gerüstet, das stemmen zu können“, sagte die Vorsitzende Annemarie Duske.

Das Ziel des Vereins ist der ­Erhalt des Hauses als zentraler Dorftreffpunkt und Ort für Veranstaltungen. „Die Alte Schule ist bei den Bewohnern sehr beliebt und besser erreichbar als die Mehrzweckhalle. Hier können sich alle als Dorf erleben“, erklärte Beisitzer Lutz Pauly.

Zwischen 1903 und 1905 wurde der Fachwerkbau auf dem Gelände der ehemaligen Kirche als Schulhaus errichtet. Anfang der 1960er-Jahre wurde es zum Gemeinschaftshaus und als Treffpunkt für Vereine umgebaut, der obere Stock noch einige Zeit als Wohnraum, später als Jugendclub genutzt. Seit 2012 ist die ein Jahr zuvor gegründete DGRHH Pächter des Vereinshauses. Seitdem pflegt der Verein den Garten, organisiert regelmäßig Workshops und jedes Jahr mehrere Dorffeste. „Wir haben uns mit dem Gebäude einfach angefreundet“, so Duske.

Gemeinde versuchte erfolglos, das Gebäude zu verkaufen

Damit verfügt der Ort gemeinsam mit der Mehrzweckhalle quasi über zwei Gemeinschaftshäuser. Vor gut zehn Jahren ­hatte der Gemeindevorstand beschlossen, dass pro Ort nur ein Bürgerhaus erhalten und themengerecht umgestaltet wird. Die einzige Ausnahme ist Ilschhausen ohne Gemeinschaftshaus.

In keinem Ortsteil leisten wir uns zwei Bürgerhäuser“, betonte Bürgermeister Andreas­ Schulz. Seit 2007 versuchte die Gemeinde das in die Jahre gekommene Gebäude zu verkaufen. Ohne Erfolg, „die Wirtschaftskrise hat es erst einmal gerettet“.

Im Juni sprach sich die Mitgliederversammlung des Vereins einstimmig für den Kauf aus. Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Dem Verkauf muss zuvor noch die Gemeindevertretung zustimmen.

Verpflichtung zunächst auf zehn Jahre geplant

Als neue Eigentümer hätte der Verein bereits Pläne für das Gebäude, das weiterhin als Veranstaltungsraum gemietet werden könne. Unter anderem überlegt die Dorfgemeinschaft ihr Senioren- und Jugendangebot vor Ort zu erweitern. Im Rahmen der Planungssicherheit würde sich die DGRHH vertraglich verpflichten, das Haus für zehn Jahre nicht zu verkaufen. Sollte sich der Verein auflösen, fiele das Gebäude zurück an die Gemeinde.

Das integrierte Bürgerbüro und der Jugendclub sollen laut Vertrag vorerst für zehn Jahre im Haus verbleiben. Daher würde sich die Gemeinde nach dem Verkauf neu einmieten und sich mit 15 Prozent an künftigen ­Investitionen beteiligen. Etwa­ für notwendige Sanierungsmaßnahmen im Rahmen der Vereinsförderung und Denkmalschutz. „Wir wollen den Verein unterstützen, aber das Haus bleibt in Bürgerhand und für ­alle erhalten“, so Schulz.

Termin: Am Samstag, 19. August, findet das Dorffest des Vereins in der Alten Schule statt.

von Ina Tannert

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