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Alles, was ein Dorffest braucht

Dorfmarkt in Wenkbach Alles, was ein Dorffest braucht

Kunst und Kitsch, Messer und Mustertischdecken, Bier und Besuch von nah und fern: Das größte Fest der Wenkbacher profitierte am Wochenende vom Sonnenschein und dem großen Verkaufsangebot.

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Rita Weber aus Großseelheim bietet ihre exotischen Marmeladen an.

Quelle: Carina Becker

Wenkbach. Und so dürften es bis zum Abend einige Tausend Menschen gewesen sein, die den Markt auf der Dorfstraße besucht haben. So schätzt Kurt Barth, Vorsitzender des Bürger- und Kulturvereins, der das Fest zum 28. Mal ausrichtet. Barth ist glücklich über die Zusammenarbeit im Dorf mit den Vereinen und unter Beteiligung der Bürgerschaft, was die Organisation des Marktes überhaupt erst möglich mache. An den rund 70 Ständen, die sich auf einer Strecke von einigen Hundert Metern aneinanderreihen, gibt es viel zu sehen.

Am Wochenende fand in Wenkbach der traditionelle Dorfmarkt statt. Hunderte Besucher kamen dazu in den Weimarer Ortsteil.

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Die typische Krammarktauswahl vom Pfeifenreiniger übers Küchenmesserchen bis hin zur gemusterten Wachstuchdecke. Zwischen Handtaschen, Modeschmuck und Garnen wird das Angebot durch einige besondere Stände noch etwas charmanter und farbenfroher. So hat Andreas Zimmermann an seinem Stand im Mittelalter-Fantasy-Stil in den Mittagsstunden zwar noch keinen Cent in der Kasse, aber Spaß am Markttreiben. „Dafür mache ich das hier auch“, erzählt der 53 Jahre alte Wenkbacher. „Mir ist es wichtig, zu unserem Markt etwas beizutragen.“ Dabei läuft es für Zimmermann in etwa so wie für „Hans im Glück“ aus dem Märchen. „Kein Geld, ich tausche. Ein Scherenschliff gegen ein Bier oder so“, führt der barfüßige Zimmermann aus und setzt seinen historischen Schleifstein in Bewegung. Das rund 100 Jahre alte Exemplar aus Sandstein hat er von einem Freund bekommen - als Gegenleistung fürs Messerschärfen.

Kaninchen lassen sich von Alt und Jung bewundern

Indes drechselt Rainer Föth aus Stadtallendorf wunderschöne Holzschalen. Die Kaninchen in ihren Ausstellungskäfigen mümmeln Stroh und Grünfutter, während Kinder und Erwachsene sie bewundern. „Wie niedlich! Vielleicht kaufen wir uns doch mal eines!“, sagte eine Frau, ihr Mann seufzt. Die Kinder toben bei der Feuerwehr, wo sie mit dem Schlauch auf ein hölzernes Haus spritzen dürfen. Der Eismann verkauft Eiscreme. Und Rita Weber aus Großseelheim empfiehlt von ihren hausgemachten Marmeladen die Sorten Pfeffer-Erdbeere und Löwenzahn mit Apfelwein. Wilma Szabo aus Niederwalgern trifft etwa zur gleichen Zeit zwei Freundinnen zum Mittagessen. Die Frauen haben sich auf dem kleinen Festgelände am Bürgerhaus verabredet, um etwas Zeit miteinander zu verbringen. „Ich komme immer zum Dorfmarkt, schon seit Jahren“, sagt die 77-Jährige, zieht lachend los zum Fritten-Stand. Darum geht es schließlich, um die Begegnungen. „Das ist das Schöne, dass es ein Treffpunkt ist“, sagt Angelika Weisbrod, Kassiererin des Bürger- und Kulturvereins.

von Carina Becker

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