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„Alle Haushalte werden entlastet“

Ebsdorfergrund „Alle Haushalte werden entlastet“

Ebsdorfergrund investiert in den kommenden Jahren mehr denn je zuvor. Und baut Schulden ab. Und nimmt eine Steuersenkung vor, von der sowohl Grundstückseigentümer als auch Mieter profitieren.

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Quelle: Kurt F. Domnik/pixelio

Dreihausen. Ganz unbescheiden überschreibt der Ebdorfergrund-Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) seine Haushaltsrede: „Quadratur des Kreises vollbracht.“ Das will meinen: Dieser Haushalt schafft so ziemlich alles. Die Gemeinde führt ihre Schulden zurück, investiert in großem Umfang und gibt ihren Bürgern auch noch etwas zurück. „Ein bisschen stolz bin ich schon, dass es sich für jeden einzelnen Menschen in Ebsdorfergrund lohnt, dass es der Gemeinde so gut geht“, sagt Schulz und spricht damit die im Etat vorgesehene Senkung der Grundsteuer B an, die die Gemeinde von 280 Prozentpunkten bis 2016 in drei Schritten auf 250 Prozentpunkte zurückführen will. „Dadurch werden alle Haushalte entlastet, die Hauseigentümer mit ihren Grundstücken - und die Mieter profitieren auch davon, denn die Vermieter geben die Grundsteuer ja anteilig durch an die Mieter weiter“, erläutert Schulz, der dem Gemeindeparlament gestern Abend den Haushalt 2014 vorstellte.

Ziel: bis 2030 schuldenfrei sein

Der Etat sieht im kommenden Jahr Investitionen in Höhe von 2,5 Millionen Euro vor - und Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von 6 Millionen Euro. Das meiste davon entfällt auf die Dorferneuerung Wittelsberg (454000 Euro) und den Bau der Umgehungsstraße Heskem (340000 Euro für eine Brücke). Für den vorgezogenen Bau der Umgehungsstraße leiht die Gemeinde dem Land Hessen insgesamt vier Millionen Euro, die das Land ab 2020 in zehn Jahresraten von jeweils 400000 Euro zurückzahlt.

Bis Ende 2014 wird die Gemeinde noch eine Gesamtverschuldung von rund 3,1 Millionen Euro haben - das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 353 Euro, die laut Andreas Schulz die niedrigste im Landkreis ist. Kumulierte Defizite, die zurückgeführt werden müssen, Auflagen aus dem Schutzschirm des Landes, die beachtet werden müssen - all das gibt‘s nicht in Ebsdorfergrund. Die Gemeinde will bis 2030 schuldenfrei sein, „dann sind auch die Schulden der Konjunkturprogramme, der Abwasseranlagen-Finanzierung und der Flurbereinigungs-Darlehen getilgt“, sagt Schulz voraus und betont, dass den gegenwärtigen Schulden von 3,1 Millionen Euro bereits 4,3 Millionen Euro gegenüberstehen, die die Gemeinde auf der hohen Kante hat. „1992, als meine erste Amtszeit begann, hatten wir noch acht Millionen Euro Schulden und keine Rücklagen“, berichtet Schulz mit stolzem Blick auf die Gemeindefinanzen und die Investitionsvorhaben der Zukunft und sagt: „Das muss uns erst einmal jemand nachmachen.“

Gewerbesteuer soll von 325 auf 365 Prozentpunkte steigen

Ein Haushalt mit rückläufigem Schuldenstand und mit Plänen für hohe Investitionen - das gelingt im Dreihäuser Rathaus trotz „Riesenverschlechterungen bei den Schlüsselzuweisungen des Landes und trotz gestiegener Kreisumlage“, wie Schulz betont. Die Verschlechterungen beziffert er - auf die vergangenen 20 Jahre gesehen - mit 2,9 Millionen Euro pro Jahr.

Der Haushalt sieht eine Erhöhung vor, die die ortsansässigen GmbHs trifft. Die Gemeinde will die Gewerbesteuer von 325 auf 365 Prozentpunkte anheben - davon werden rund zehn Firmen betroffen sein, sagt Schulz, der davon ausgeht, dass diese Entwicklung „keinen wirklich beschweren wird“.

In elf Kommunen im Kreis liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz über dem neuen Ebsdorfergrund-Wert, bei zwischen 370 und 400 Prozentpunkten. Der Durchschnittswert für Marburg-Biedenkopf liegt bei 359 Prozentpunkten, der Hessen- und Deutschland-Durchschnitt der Gewerbesteuer bei 393 Prozent.

Der Erfolg der Haushaltspolitik von Ebsdorfergrund - nach Schulz Überzeugung liegt er darin begründet: „Wir haben eisern gespart und so investiert, dass weitere Einsparungen entstehen. Und wir haben die Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge in der eigenen Hand behalten.“

Haushaltszahlen

Ergebnishaushalt:
Summe der Erträge: 14,28 Millionen Euro

Summe der Aufwendungen : 13,5 Millionen Euro

Ordentliches Ergebnis 2014 :789 000 Euro

Finanzmittelüberschuss am Ende des Jahres 2014: 4,3 Millionen Euro

Einnahmen aus Fördergeldern: 1,2 Millionen Euro

Investitionen: 2,5 Millionen Euro

von Carina Becker

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