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Ärger um Ende des Kitabusses

Kitakinderbeförderung Ärger um Ende des Kitabusses

Fronhausen. In der letzten Sitzung des Jahres fasste die Gemeindevertretung Fronhausens am 16. Dezember mit der Verabschiedung des Haushalts und des Haushaltssicherungskonzeptes auch den Beschluss, die Kitakinderbeförderung aus den Ortsteilen in die drei Kindergärten in der Gemeinde zum Jahresende einzustellen. Das bedeutet, dass es das Angebot ab dem 3. Januar nicht mehr gibt.

Marion Kühne, Elternbeirätin im Kindergarten Bellnhausen, hat davon vergangene Woche erfahren, nachdem die Gemeinde die Kindergärten informiert und sie um Weiterleitung der Informationen an die betroffenen Eltern gebeten hatte.

Die in Oberwalgern wohnende Mutter fürchtet nun, dass nicht mehr sichergestellt ist, dass ihr Kind zum Kindergarten hin und wieder zurück kommt. Sie versteht vor allem aber nicht, warum man den Eltern nicht länger Zeit geben konnte, damit sie sich auf die neue Situation einstellen können. Wie soll man in so kurzer Zeit eine Ersatzlösung finden“, fragt sie, zumal die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel dazwischen liegen. Andererseits gebe es ja auch eine dreimonatige Kündigungsfrist für den Kindergartenplatz. Im schlimmsten Fall könne ihr Kind den Kindergarten nicht besuchen, sie müsse aber noch drei Monate lang den Platz bezahlen.

Bürgermeister Reinhold Weber (Bürger für Fronhausen, BfF), verweist auf den Beschluss der Gemeindevertreter und darauf, dass er sofort – am Tag nach der Entscheidung – veranlasst habe, dass die Eltern informiert werden. Es habe im Vorfeld auch schon Informationen gegeben, dass das Angebot demnächst eingestellt werden könnte. So seien für den Januar auch deswegen keine Fahrkarten verkauft worden.

Weber verteidigt die Entscheidung des Parlaments, das die jährlichen Kosten von etwa 15 000 Euro, so Weber, im Gemeindehaushalt einzusparen. Zuletzt, so der Bürgermeister, hätten im November nur noch drei Kinder regelmäßig den Bus genutzt, im Dezember sei nur eine Monatskarte verkauft worden. Dafür sei der finanzielle Aufwand nicht zu vertreten. „Haushaltskonsolidierung tut immer weh, wo man ansetzt“, sagt Weber. In der Verwaltung habe man sich aber auch vorher angeschaut, wie viele Kinder von der Einstellung der Beförderungsmöglichkeit betroffen sind, und aus welchen Ortsteilen sie kommen.

Aus Oberwalgern beispielsweise besuchten noch weitere Kinder den Bellnhäuser Kindergarten, die von ihren Eltern mit dem Auto gebracht würden. Deshalb habe man auch angenommen, dass sich für die wenigen betroffenen Kinder auf privater Basis eine Lösung finden lasse. Marion Kühne hält dem entgegen, dass eine dauerhafte Lösung für alle Wochentage für sie so nicht zu finden gewesen sei. Außerdem stelle sich dort die Frage des Versicherungsschutzes.

Auch wenn die Entscheidung zur Einstellung des Kitabusses endgültig ist, bot Weber auf OP-Nachfrage an, eine Übergangslösung zu prüfen, wenn sich durch den Wegfall des Angebots ein Härtefall ergebe: Wenn das begründet ist, werden wir sehen, ob wir für eine oder zwei Wochen eine Ausnahmelösung finden können“, so Weber.

von Michael Agricola

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