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Adler wird mit dem Luftgewehr gerupft

Königsschießen Adler wird mit dem Luftgewehr gerupft

Der Schützenverein 1964 Niederweimar ermittelte seine Schützenkönige 2013: Sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Jugendlichen wurde mit dem Luftgewehr auf den Adler geschossen.

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Arthur Meischt (vorne) und Bernd Weigand fachsimpeln, wo der Kopf des Adlers zum Schluss noch festhing.

Quelle: Andreas Schmidt

Niederweimar. „Es ist das erste Mal seit einigen Jahren, dass wir überhaupt wieder einen Jugendkönig ermitteln“, freut sich Arthur Meischt, Vorsitzender des Vereins. Die Jugendabteilung sei vor zwei Jahren neu aufgebaut worden und man habe auch in neue Gewehre für die Jugendlichen investiert. Und das mit Erfolg: Mittlerweile gehören wieder zehn Nachwuchsschützen dem Verein an.

Von diesen waren zwar lediglich drei angetreten, um ihren König zu ermitteln. Aber Erik und Meik Wild sowie Jonas Ramlow hatten den Königsadler schneller als die Erwachsenen „zerlegt“.

Bei denen waren indes 13 Frauen und Männer angetreten, um auf den Adler zu schießen. Der stand, ebenso wie der Vogel der Jugendlichen, zehn Meter von den Schützen entfernt. Aus Sperrholz hatte der amtierende Schützenkönig Marco Kirchner die beiden Adler gefertigt. „Das ist Tradition bei uns: Der Schützenkönig muss die Adler für das folgende Jahr fertigen“, verrät Meischt. Dabei kommen durchaus interessante Kreationen heraus - auch schon einmal Adler im Comic-Stil. „Das nehmen wir nicht so ernst“, lacht Meischt, als er einige der Vögel im Schützenhaus präsentiert.

Der Adler 2013 ist hauptsächlich schwarz gehalten, am Rumpf der zehn Federn, am Hals und den beiden Beinen zieren ihn rote Linien. „Die Linien zeigen an, wo die Schützen treffen sollten, damit die Teile fallen“, erklärt Meischt. Zunächst wird auf die Federn geschossen, dann geht es auf die Beine. Und zum Schluss ist der Hals das Ziel - damit der Kopf fällt. Und wer mit seinem Schuss den Kopf des Adlers abtrennt, ist der Schützenkönig.

Doch was sich so leicht anhört, ist eine langwierige Prozedur. Denn das Sperrholz ist fünf Millimeter dick, zudem haben Federn, Beine und Hals eine gewisse Breite. Da sind viele Schüsse nötig, bis das „Federvieh gerupft ist“. Um 15.15 Uhr gibt der amtierende Schützenkönig Marco Kirchner den ersten Schuss auf die erste Feder ab - die Suche nach dem Schützenkönig ist eröffnet.

Derweil haben auch die Jugendlichen mit ihrem Wettbewerb begonnen. Hochkonzentriert gehen sie vor, haben es etwas leichter als die Senioren. Denn ihr Adler ist etwas kleiner - zudem schießen sie mit einer Pressluftwaffe. Dadurch entfällt das Spannen, wie bei dem Gewehr der Erwachsenen. Nach 44 Schuss ist es bei den Jugendlichen so weit, die erste Feder fällt. Jonas Ramlow hat sie geschossen - das schafft er an diesem Nachmittag noch weitere vier Mal.

Die Erwachsenen brauchen 35 Schuss für die erste Feder, die sich der Vorsitzende Arthur Meischt sichert. „Wir werden nicht alle zehn Federn schießen, das dauert sonst zu lange“, erläutert er. Daher gehen die Erwachsenen nach knapp zwei Stunden auf die Beine. So werden der erste und der zweite Ritter ermittelt - die Titel gehen an Jörg Ramlow und Peter Grebe.

Die drei Jugendlichen haben indes den Adler komplett „zerlegt“: Alle zehn Federn sind gefallen, Beine und Kopf ebenso. Jonas Ramlow ist erster Ritter, Erik Wild zweiter Ritter und als König ist Meik Wild aus dem Schießen hervorgegangen.

Der Kampf um die Königswürde ist indes bei den Erwachsenen noch in vollem Gange. Es sind nur noch fünf Schützen übrig - Ute Kirchner, Melanie und Heinz Hareter, Arthur Meischt und Bernd Weigand. Schuss um Schuss steigt die Spannung, die rote Linie am Hals des Adlers ist durchlöchert. Doch niemand der Schützen sieht, dass der Kopf an einem kleinen Stückchen Sperrholz an der linken Seite hängt. 49 Schuss, 50 Schuss - der Kopf sitzt noch. Bernd Weigand macht sich bereit, zielt, drückt ab - und der Kopf fällt im 51. Schuss: Nach gut drei Stunden ist Weigand der bejubelte Schützenkönig.

von Andreas Schmidt

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