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Abschied und Neuanfang in Fronhausen

Gemeindevertretung Fronhausen Abschied und Neuanfang in Fronhausen

Die letzte Gemeindevertretersitzung des Jahres stand in Fronhausen unter dem Stern der Veränderung: Es war die letzte Sitzung des bisherigen Bürgermeisters Reinhold Weber. Seine Nachfolgerin Claudia Schnabel wurde in dieser Sitzung vereidigt.

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Claudia Schnabel wurde von ihrem Vorgänger Reinhold Weber (rechts) zur neuen Bürgermeisterin ernannt. Michael Heimann, Vorsitzender des Parlaments (links), nahm der neuen Bürgermeisterin den Amtseid ab.

Quelle: Patricia Kutsch

Fronhausen. Die Weihnachtszeit ist auch in der Gemeindevertretung in Fronhausen angekommen: Die Stimmung war friedlich, die Abstimmungen einstimmig. Viele versöhnliche und freundschaftliche Töne gab es für den scheidenden Bürgermeister Reinhold Weber – der aber mehr so nebenbei, von zwei Fraktionen und dem ersten Beigeordneten Lothar Mücke, ohne Ehrengäste, unter dem Punkt Verschiedenes verabschiedet wurde.

Immerhin Lothar Mücke nahm den letzten Punkt der Tagesordnung dann zunächst zur Gelegenheit, um auf die Verdienste von Weber einzugehen: Er nannte zahlreiche Bauprojekte, den Neubau von Aldi und Rewe und die Neuansiedlung der Firma Schneider. „Du hast deine Projekte oft gegen enormen Widerstand durchgesetzt – der zuletzt bis ins Persönliche ging“, sagte er zu den Leistungen von Reinhold Weber. Mücke erinnerte daran, dass es niemand allen recht machen könne. Blumen und Worte gab es von Lothar Nau (CDU): „Ich hoffe, dass deine Frau jetzt mehr von dir hat.“ Er sei sich sicher, dass Weber schon bald neue Projekte angehe.

Weber gibt sein Amt ab

Richard Möller schenkte Weber im Namen der Initiative Fronhausen das Buch „Ausnahmezustand – Reisen in eine beunruhigte Welt“ von Navid Kermani. „Ausnahmezustand“ bezeichne in keiner Weise den Zustand der Gemeinde beim Dienstende Webers. „Du hast für diese Gemeinde viel geleistet und tiefe Spuren hinterlassen.“ Er habe viel Positives bewirkt und dabei keinen Konflikt gescheut. Den Friedenspreis, den Navid Kermani erhalten hat, würde die IF dem scheidenden Bürgermeister Weber nicht geben, dafür aber einen Gründerpreis und hohe Anerkennung für seine Arbeit.

„Deine pragmatische Vorgehensweise war nicht jedermanns Geschmack – aber das Ergebnis kann sich sehen lassen.“ Zuvor hatte Weber seine Nachfolgerin Claudia Schnabel zur neuen Bürgermeisterin ab 1. Januar ernannt. Der Vorsitzende des Parlaments, Michael Heimann, nahm ihr den Amtseid ab. „Es ist ein sehr wichtiger Punkt heute Abend für unsere Gemeinde“, sagte er.

Ausgeglichener Haushalt

Ein wichtiger Punkt war auch die Einbringung des Haushalts für 2016. Weber legte zum Abschluss seiner Amtszeit einen ausgeglichenen Haushalt vor (OP berichtete gestern). Der wird nun Anfang des Jahres in den Ausschüssen beraten.
Ausgesprochen haben sich die Abgeordneten ansonsten einstimmig: Für eine Beteiligung am geplanten Windpark Lumdatal und für Gestattungsverträge für Wegenutzung und Wegeausbau mit der Firma Abicon, die bei Hassenhausen Windräder bauen will, aber auch, dass auf der nächsten Tagesordnung das Lärmgutachten zum Festplatz „Auf der Schwärz“ vorgestellt werden solle.

Einmütig zeigten sich auch alle Fraktionen beim Thema Unterbringung von Flüchtlingen: Sie stimmten der Umnutzung der Mehrzweckhalle zu. Weber stellte das Projekt vor: Mindestens 50 Flüchtlinge könnten nach einem Umbau in Wohnungen in der Mehrzweckhalle leben. Die Halle stehe seit 2012 leer. Das Gebäude müsste völlig entkernt werden, es müsse eine Asbestsanierung geben.

Die Wohnungen würden für etwa 800 000 Euro auf zwei Etagen entstehen. Die Ausgaben hat die Gemeinde laut Weber in sechseinhalb Jahren wieder reingeholt, denn der Landkreis zahle 9,50 Euro Warmmiete pro Flüchtling am Tag, der Kredit für den Umbau sei zinslos. Der Landkreis mietet das Gebäude für zehn Jahre. Die Fraktionen beauftragten den Gemeindevorstand zudem damit, parallel zum Umbau weitere Möglichkeiten von Flüchtlingsunterbringungen zu suchen.

von Patricia Kutsch

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