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Bürgermeister-Direktwahl in Weimar

86, 9 Prozent - „Das ist eine gute Motivation“

„Ganz ehrlich, mit einem solchen Ergebnis habe ich dann doch nicht gerechnet. Ich bin noch sehr geplättet“, verkündet Peter Eidam kurz nachdem das vorläufige Endergebnis verkündet wurde.
Peter Eidam ist weiterhin Bürgermeister der Gemeinde Weimar. Foto: Götz Schaub

Peter Eidam ist weiterhin Bürgermeister der Gemeinde Weimar.

© Götz Schaub

Weimar. Okay, es wäre einer Sensation gleich gekommen, wenn sich plötzlich die Wählerschaft gegen Peter Eidam verschworen hätte. Also mit einem guten Votum war schon zu rechnen. Vielleicht auch mit einem sehr guten. Aber mit einem so „geilen“ Ergebnis hatte Eidam selbst nicht gerechnet. In einigen Orten sprachen ihm mehr als 90 Prozent der Wähler, die an die Urne gegangen waren, ihr Vertrauen aus.

„Das ist eine gute Motivation für mich, auch in den nächsten sechs Jahren als Bürgermeister hier in Weimar zu arbeiten“, sagte Eidam vor rund 100 Menschen, die nach Schließung der Wahllokale gestern Abend zur Ergebnispräsentation in das Bürgerhaus Niederweimar gekommen waren. Und weiter: „Es waren sechs anstrengende Jahre, die aber Spaß gemacht haben. Und ich weiß, dass es noch viel zu tun gibt.“ Bei einem guten politischen Klima mit Auseinandersetzungen auf ausschließlich sachlicher Ebene ließe es sich gut arbeiten. Und für den Fall der Fälle wisse er stets seine Frau hinter sich. „Ich habe heute ein herausragendes Ergebnis erzielt und habe eine herausragende Frau, da passt doch alles“, zeigte Eidam Emotionen.

Besonders beeindruckend dürften die beiden Ergebnisse aus Niederwalgern zu werten sein. In beiden Wahllokalen gab es Ergebnisse jenseits der 90 Prozent, wie auch in einem Wahllokal seines Heimatortes Niederweimar. Auch Wolfshausen und Nesselbrunn kamen über die 90 Prozent.

Allein in Oberweimar gab es einen großen Ausreißer nach „unten“, wobei auch 65 Prozent Zuspruch nicht zu verachten sind. Gehen wir mal davon aus, dass die große schweigende Menge, die ihr Wahlrecht nicht wahrnahm, auch keinen wirklichen Grund sah, Eidam abzulehnen, dann hat er sich in sechs Jahren ein sehr großes Vertrauen erarbeitet. Das wurde ihm schließlich auch durch Verzicht weiterer Kandidatenaufstellungen politisch entgegengebracht. Jetzt muss er das Vertrauen erneut sechs Jahre lang bestätigen. „Dieser Herausforderung stelle ich mich angesichts des Ergebnisses aber gerne“, so Eidam, der schließlich ganz gelöst und zufrieden alle Gäste zum Umtrunk und Imbiss einlud.

von Götz Schaub

Stimmen zur Wahl

Landrätin Kirsten Fründt: „Das ist für Peter Eidam ein tolles Ergebnis, mit dem er nun in seine zweite Amtszeit gehen kann. Für mich ist er als Sprecher der Bürgermeister ein besonderer Partner, ich freue mich sehr für ihn.“

Kurt Barth, Parlamentsvorsitzender in Weimar: „Wir haben in der zurückliegenden Zeit einige Dinge angestoßen, die wir jetzt umsetzen können. Wir wollen auf Bewährtem aufbauen, um Neues zu schaffen.“

Volker Carle, Bürgermeister der Gemeinde Cölbe: „Peter Eidam ist ein sehr angenehmer Kollege. Ich freue mich sehr für ihn. Ich glaube, dass das der Beginn einer längeren Amtszeit für ihn ist.“

Angela Löber, heimische SPD-Landtagsabgeordnete: „Das ist ein wahnsinnig beeindruckendes Ergebnis, eine super Bestätigung seiner Arbeit. Glückwunsch.“

Stephan Wenz, Fraktionsvorsitzender der SPD in Weimar: „Zunächst einmal Glückwunsch, das ist wirklich ein gutes Ergebnis für ihn. Ich baue jetzt darauf, dass wir daran arbeiten, was wir als SPD ihm mit auf den Weg gegeben haben, und freue mich auf die Zusammenarbeit. Wenn wir den eingeschlagenen Weg so weiter­gehen, geht das in Ordnung.“

Jost-H. Kisslinger, Fraktionsvorsitzender der CDU Weimar: „Zu diesem beeindruckenden Ergebnis kann man nur gratulieren. Die Wähler haben ihm großes Vertrauen entgegengebracht. Ich hoffe sehr, er beherzigt auch die Erwartungen, die wir als CDU in ihn setzen.“

Georg Gaul, Bürgermeister der Gemeinde Lohra: „Das Ergebnis zeigt, dass er in Weimar anerkannt ist; schade, dass nur 35 Prozent wählen ge­gangen sind.“


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