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6000 Menschen umschwärmen alte Autos

Old- und Youngtimer-Festival 6000 Menschen umschwärmen alte Autos

Drei Tage lang genossen Fans von Old- und Youngtimern das Unterhaltungsspektakel auf dem Gelände von Werk II.

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Kurt Büttner (von links) aus Ebsdorf und Peter Kreißl aus Stadtallendorf reisten mit ihren Renaults 4CV an.

Quelle: Martina Becker

Dreihausen. Menschen deren Herz für ein nostalgisches Auto schlägt, gibt es zuhauf. Dafür lieferte auch das diesjährige Old- und Youngtimer-Festival wieder den Beweis. Viele von ihnen erzählten höchst interessante Geschichten zu ihrem Schmuckstück. So beispielsweise Herbert Riffelmacher. Er war mit seinem Saab V4 aus Bad Wildungen angereist. „Dieses Auto gehörte ursprünglich dem schwedischen Rennfahrer Stig Blomqvist. Er brachte damit Walter Röhrl das Rallyefahren bei“, verriet Riffelmacher.

Von ihren Autos schwärmten auch Kurt Büttner aus Ebsdorf und Peter Kreißl aus Stadtallendorf. Beide waren mit einem Renault 4CV gekommen. „Das war mein erstes Auto und als Rentner habe ich es mir noch einmal geholt“, berichtete Kreißl. Für ihn ist der Oldtimer keineswegs nur ein „Sonntagsauto“, vielmehr bewegt er es täglich.

Dass solche oder andere Autogeschichten die Frauen und Männer viele Kilometer fahren lassen, um sich mit Gleichgesinnten zu treffen, wurde beim Festival in Dreihausen schnell deutlich. Nummernschilder aus den Landkreisen Korbach, Gießen, Friedberg oder Lahn-Dill waren neben denen aus dem eigenen Landkreis keine Seltenheit. Auch aus Niedersachsen, sprich Wolfsburg, kamen Gäste. Eine Oldtimerfreundschaft in Wetter hatte die drei Männer wiederholt nach Dreihausen geführt. Mitgebracht hatten sie beispielsweise einen Mercedes 280 S aus dem Jahr 1970. „Wir haben hier viel Spaß und feiern bei Benzingesprächen“, hieß es aus der gut gelaunten Runde.

„Benzingespräche“ wurden auf dem Gelände vielfach geführt. Die Autobegeisterten tauschten sich über PS, Beschleunigungswerte oder etwa den Klang von Motoren aus - solche Gespräche könnten stundenfüllend sein, erklärte Dreihausens Ortsvorsteher Lothar Heidt.

Bereits am Freitagabend prägten diese Themen das Geschehen. Zur „Spiesserblech-Carnight“ präsentierten sich auf Werk II rund hundert getunte Autos. Tiefer gelegt, schneller gemacht oder anderweitig aufwertet kamen die Fahrzeuge daher. Als sehr beliebtes Tuning-Modell stach der Klassiker VW Golf aus unterschiedlichen Baujahren und in GTI-Ausführung ins Auge.

Ein bisschen launisch zeigte sich das Wetter, was der Festivalstimmung allerdings keinen sonderlichen Abbruch tat. Am Sonntagabend zählten die Veranstalter, die Vereinsgemeinschaft Dreihausen nahezu die gleiche Besucherzahl wie in den beiden Jahren zuvor - um die 6000 Menschen kamen an den drei Tagen auf das Festival-Gelände. Rund 800 junge und alte Autos wurden ausgestellt. „Das Interesse war wieder riesig“, freute sich Jörg Vaupel. Das durchweg freundliche Publikum habe viel Lob für die Veranstaltung ausgesprochen, sagte der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft. Mancher Oldtimerbesitzer hatte sich mit seinem Besuch einfach nur Zeit bis zum Sonntag gelassen - da war das Wetter etwas freundlicher und beständiger. Zudem gab‘s morgens ein Dreihäuser Frühstück mit einer Vielfalt an heimischen Produkten, was viele Menschen anzog.

Gute Stimmung herrschte nicht nur tagsüber auf dem Gelände. Voll war auch das Zelt am Freitag- und Samstagabend bei der 80er- und 90er- Party sowie beim Live-Rock‘n‘Roll.

von Martina Becker

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