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53-Jähriger streitet Alkoholfahrt ab

Aus dem Gericht 53-Jähriger streitet Alkoholfahrt ab

Dass er die Polizei betrunken in Empfang nahm, gab der Angeklagte zu, ob er zuvor bei der Fahrt mit seinem Roller bereits alkoholisiert war, bleibt ungewiss.

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Vor dem Marburger Amtsgericht musste der Angeklagte seinen Alkoholkonsum am 14. Dezember 2015 erklären. Er stritt ab, betrunken gefahren zu sein.

Quelle: Archiv: Thorsten Richter

Marburg. Ist ein 53-Jähriger aus Ebsdorfergrund betrunken mit einem Mofaroller unterwegs gewesen, oder hat er erst nach der Fahrt zu Hause viel Alkohol getrunken? Diese Frage konnte das Marburger Amtsgericht nicht klären, ein rechtsmedizinisches Gutachten soll weiterhelfen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, am 14. Dezember 2015 mit seinem Gefährt zwischen Fronhausen und seinem Heimatort unterwegs gewesen zu sein, wobei er wegen Alkoholkonsums fahrunfähig war, das habe auch ein Sturz auf der Landesstraße zwischen Hassenhausen und Erbenhausen belegt.

Wie ein Ehepaar, das an dem besagten Tag hinter dem Angeklagten herfuhr, berichtete, sei dieser Schlangenlinien gefahren. „Er hat die ganze Fahrbahn genutzt, auch in der Gegenrichtung“, so der Zeuge. Beim Versuch, auf einer Feldwegeinfahrt anzuhalten, sei er dann gestürzt.

Blutproben wiesen 1,69 Promille Blutalkohol nach

„Ich habe ihn gefragt, ob er verletzt ist, und er hat deutlich nach Alkohol gerochen“, erzählte der Mann weiter. Als der Zeuge die Polizei anrufen wollte, sei der Rollerfahrer einfach weitergefahren, das Kennzeichen habe er sich aber gemerkt. Der Vorfall ereignete sich gegen 13.30 Uhr. Die Polizei war laut Auskunft eines Beamten wegen einer falschen Anschrift jedoch erst 1,5 Stunden später bei der Wohnung des 53-Jährigen. Der habe geschlafen und dann unumwunden zugegeben, betrunken zu sein. Zwei in zeitlichem Abstand genommene Blutproben ergaben bei der Rückrechnung mindestens 1,69 Promille Blutalkohol zur Zeit des Unfalls.

Die habe er aber sicher nicht gehabt, beteuerte der Angeklagte. Aus Frust über das Ende einer Beziehung hätte er lediglich zwei kleine Wodka getrunken. Er habe sich voll fahrtüchtig gefühlt, deshalb sei er nach dem Sturz, den er auf Matsch zurückführte, weitergefahren. „In meinem Werkzeugkeller habe ich mir dann den Rest mit einer halben Flasche gegeben“, hob er hervor. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft soll jetzt eine sogenannte Begleitstoffanalyse vom rechtsmedizinischen Institut vorgenommen werden.

Wie Richterin Barbara Steinmann erläuterte, könne so festgestellt werden, wann der 53-Jährige den meisten Alkohol getrunken hat. Der blieb auch nach dem Hinweis der Richterin, dass das Gutachten im Falle einer Verurteilung zu mehr vom Angeklagten zu tragenden Kosten führt, bei seiner Darstellung. „Es war eben so“, sagte der 53-Jährige abschließend.

  • Ein Fortsetzungstermin steht noch nicht fest.

von Heiko Krause

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