Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
50 Bürger spenden verlässlich ihre Muskelkraft

Sichertshausen 50 Bürger spenden verlässlich ihre Muskelkraft

Das Herzstück der Dorferneuerung ist jetzt „hochseetauglich“. DieSichertshäuser feierten stolz die Wiedereröffnung ihres Dorfgemeinschaftshauses.

Voriger Artikel
Zumba-Party bringt Halle zum Beben
Nächster Artikel
Region geht einen ganz neuen Weg

Norbert Pieh „ist an allem schuld“. Er war der Kopf, der Planer der Steuermann des DGH-Umbaus. Er wurde für seine Leistung von der Gemeinde geehrt. Das Foto zeigt Bürgermeister Reinhold Weber, Ortsvorsteher Reinhard Lauer, Norbert Pieh, Michael Heimann (Vorsitzender des Parlaments) und Günter Majewski. Oben: Das Publikum genoss die erste Veranstaltung. Fotos: Martina Becker

Sichertshausen. Mit 8500 Stunden gaben fünfzig Eigenleister dem Dorfgemeinschaftshaus ein neues Antlitz. Eine Leistung, die neben viel Lob und Anerkennung auch ganz viel Zusammenhalt brachte.

Zartes Gelb, verschiedene Grautöne und als Tupfer ein kräftiges Rot - farblich harmonisch abgestimmt präsentierte sich den rund 200 Gästen das Innere des neu eröffneten Dorfgemeinschaftshauses. Nicht weniger attraktiv und schön anzusehen war auch das äußere Gebäudebild.

Dass hinter dieser Wandlung ganz viel Arbeit, Planung, Schweiß und auch Geld steckt, war jedem klar, der den Zustand des Hauses von vor zwei Jahren noch in Erinnerung hatte. Genau gesagt, war es zwei Jahre und zwei Monate her, dass Ortsvorsteher Reinhard Lauer dort die Tür aufschloss und „danach nichts mehr so war wie vorher.“ Er berichtete den Festgästen, dabei zahlreiche Vertreter der Gemeinde sowie Kirche, dass das DGH in der Dorferneuerung, die 2004 begann von Anfang an ganz oben auf der Agenda gestanden habe. Schnell habe die Mitarbeiterin des zuständigen Amtes für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz in Sachen DGH für Ernüchterung gesorgt. „Für eine Sanierung sollte es keine Fördermittel geben“, erinnerte sich der Ortsvorsteher. So leicht ließ man sich in Sichertshausen nicht von den Plänen abbringen (Siehe Hintergrund). „Das DGH ist ein Beweis, dass Bürgersinn und Gemeinsinn in Sichertshausen lebendig sind“, sagte Bürgermeister Reinhold Weber. Immer in Fahrt und zusammengehalten hat dieses Projekt vor allem ein Mann. Norbert Pieh war „Dreh- und Angelpunkt“ der ganzen Sanierungsarbeiten. Er plante, leitete und koordinierte alles. „Nächtelange Planungstreffen in dessen Kellerbar und später in der Gastwirtschaft des Ortes sorgten dafür, dass immer Material, Werkzeug und Helfer da waren“, erinnerte Günter Majewski, Vorsitzender des Fördervereins.

„Ruder“ wird nicht mehraus der Hand gegeben

„Geschwitzt, gefroren, Staub eingeatmet und auch Lärm ertragen“, hatten über den langen Zeitraum insgesamt 50 Helfer. Sie waren mit der Zeit immer weniger geworden, ein harter Kern von rund einem Dutzend Männer - das sogenannte DGH-Team - war unermüdlich und immer zur Stelle.

„Ich möchte keine Stunde auf der Baustelle missen“, sagte der Ortsvorsteher. Man hatte hier auch viel gemeinsam gelacht und viel Gemeinschaft erfahren. Zudem sorgten die Helferfrauen oder andere wohlwollende Spender in der ganzen Zeit immer für das leibliche Wohl. „Das Schiff ist jetzt fast fertig“, sagte Pieh, der für seine herausragende Leistung am Abend von der Gemeinde geehrt wurde. „Er verglich das DGH mit einem Schiff, das vor dem Umbau nur noch seetauglich gewesen sei. „Jetzt ist es hochseetauglich, mal sehen wohin die Reise geht“, so Pieh. Diese ist schon ein gutes Stück weit abgesteckt. Das Ruder aus den Händen geben will die Dorfgemeinschaft bei ihrem „Schmuckstück“ nicht mehr. Vielmehr plant der Förderverein „Unser Dorf Sichertshausen“ die Übernahme der Trägerschaft von der Gemeinde Fronhausen. „Die Gemeinde erhofft sich Einsparungen, und wir können eigene Ideen verwirklichen“, informierte Majewski. Tagungsstätte, Ort für besondere Veranstaltungen sowie eine Rastpunkt für die zahlreich vorbeiziehenden Radfahrer schweben dem Verein als Ideen vor.

Gerahmt wurde die von Stolz getragene Einweihungsfeier von Musik und Gesang vom heimischen Posauenchor sowie dem Chor „InTakt“ des Gesangvereins. Zudem bereicherte Werner Naumann mit einem lyrischen Exkurs über die Zeit des Umbaus die Veranstaltung. Mit dem Gedicht brachte er die ganze Zeit noch einmal pointiert auf den Punkt. Für das leibliche Wohl des Abends, der nach dem offiziellen Teil noch lange dauern sollte, hatten 30 Frauen aus dem Dorf mit einem bunten Büfett gesorgt.

von Martina Becker

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Südkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr