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464 Menschen lassen sich typisieren

Typisierungsaktion für Lilia Buss in Fronhausen 464 Menschen lassen sich typisieren

Die schwere Leukämieerkrankung von Lilia Buss hatte Bürger aus weiten Teilen des Landkreises am Samstag in die Grundschule von Fronhausen kommen lassen. Sie alle waren bereit, sich als mögliche Spender typisieren zu lassen.

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Kerstin und Sven Gerhardt aus Fronhausen ließen sich am Samstag typisieren, um vielleicht Lilia Buss oder anderen leukämiekranken Menschen helfen zu können. Die Blutprobe entnahm Andreas Sohn aus Wetter von der Johanniter Unfallhilfe.

Quelle: Martina Becker

Fronhausen. „Wir wären selber froh, wenn uns jemand in einer solchen Situation helfen würde“, begründete Kerstin Gerhardt aus Fronhausen ihre Entscheidung, sich typisieren zu lassen. Damit hatte sie wahrscheinlich genau das ausgedrückt, was die meisten Männer und Frauen zu diesem Schritt bewegt hatte.

Schließlich willigt man mit der Gabe von fünf Millilitern Blut in letzter Konsequenz ein, sich im Ernstfall selber einem gewissen Risiko auszusetzen. Gekommen waren Bürger aus den Nachbargemeinden, aus Stadtallendorf oder dem Kreis Gießen. In der Hauptsache waren es aber Fronhäuser. Allen voran Bürgermeister Reinhold Weber und seine Familie. Er hatte die Familie Buss dabei unterstützt, die Aktion auf die Beine zu stellen.

Diese ist wie ein letzter Strohhalm für die 58-jährige Fronhäuserin Lilia Buss. Sie ist an MDS erkrankt, dem Myelodysplastischen Syndrom, einer schweren Erkrankung des blutbildenden Systems. Bis jetzt konnte in noch keiner Spenderdatei eine geeignete Probe für die Erkrankte gefunden werden.

Hoffnung setzt die Familie daher auf diese Aktion. Insgesamt 5.000 Flugblätter habe man in den umliegenden Gemeinden und Städten verteilt, erzählte Sohn Alexander Buss. Ein Aufruf im Fronhäuser Wochenblatt war erfolgt, die Oberhessische Presse berichtete und auch im Radio wurde für die Typisierungsaktion geworben.

Das zeigte Wirkung, denn schon gleich zu Beginn der Aktion habe sich eine Menschenschlange vor der Eingangstür der Turnhalle gebildet, erzählte Mona Zimmermann von der Deutschen Knochenmarksspenderdatei (DKMS), die ihren Sitz in Tübingen und Köln hat. Unter deren Führung fand die Aktion statt.

Mittlerweile sei dies mit 2,4 Millionen registrierten Spendern die größte Einzeldatei, erzählte die Vertreterin. Sie gab zu bedenken, dass alle 45 Minuten in Deutschland jemand an Leukämie erkrankt. Trotz der schon großen Datei findet dennoch jeder fünfte Erkrankte keinen Spender. Diese Verhältnis müsse noch besser werden, so Zimmermann.

In Fronhausen wurde dazu ein großer Beitrag geleistet. 464 Spender und Spenderinnen, das sei „absolut toll“, betonte die Vertreterin der DKMS. Auch die Spendensumme von 5.139 Euro hatte überwältigt. Damit können immerhin rund 103 Typisierungen finanziert werden, denn die Registrierung eines Spenders kostet die DKMS 50 Euro. Daher ist es wichtig, dass solche Aktionen auch immer von vielen Spendern mitgetragen werden. In Fronhausen war das so.

Wer die Typisierungsaktion noch finanziell unterstützen möchte, kann dies über ein Spendenkonto der Deutschen Knochenmarkspenderdatei tun. Die Daten: Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Bankleitzahl 533 500 00, Stichwort Lilia Buss, Konto: 1090 026 263.

von Martina Becker

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