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24-Jähriger rast und prügelt im Rausch

Aus dem Gericht 24-Jähriger rast und prügelt im Rausch

Weil er unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Betäubungsmitteln frontal auf ein entgegenkommendes Fahrzeug prallte, musste sich ein 24-jähriger Angeklagter aus Marburg wegen fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung und Körperverletzung vor dem Amtsgericht verantworten.

Marburg. Mitte Juni vergangenen Jahres fuhr der Angeklagte nach dem Genuss von mehreren Flaschen Bier auf der Landstraße 3089 zwischen Winnen und Leidenhofen. In einer unübersichtlichen Kurve verlor er die Kontrolle über seinen Wagen, geriet auf die Gegenfahrbahn und prallte frontal auf ein entgegenkommendes Fahrzeug. Der Unfallverursacher sowie die Fahrerin des zweiten Wagens erlitten Verletzungen, an beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Eine polizeiliche Kontrolle ergab einen Alkoholwert von über 0,8 Promille beim Unfallverursacher - sein Führerschein wurde eingezogen. Durch den Unfall erlitt der Angeklagte mehrere gebrochene Knochen sowie schwere, langfristige Verletzungen an Schulter und Lendenwirbel. Für ein halbes Jahr war er krankgeschrieben. Einige Wochen später konsumierte der Mann erneut größere Mengen Alkohol, begab sich volltrunken auf die Terrasse eines Marburgers und schlug dem ihm fremden Mann überraschend mit der Faust ins Gesicht. Nachdem dieser zu Boden ging, prügelte der aufgebrachte Schläger weiter auf ihn ein und zerstörte eine gläserne Eingangstür. Das Opfer erlitt Abschürfungen sowie eine kleine Platzwunde am Kopf. Vor Gericht gab der Beschuldigte sämtliche Taten mit wenigen Worten zu. Einige Zeit zuvor hatte er Cannabis konsumiert, „einen allabendlichen Joint“ genossen und vor der Fahrt Alkohol getrunken, erklärte der 24-Jährige.

Wie das Gutachten des KFZ-Sachverständigen aufzeigte, wurden am Unfallort keine Bremsspuren gefunden, der Angeklagte sei mit etwa 90 Stundenkilometer aus der Kurve gefahren. Der Rauschzustand des Angeklagten sei auch der Fahrerin des entgegenkommenden Wagens kurz vorm Zusammenprall aufgefallen, er habe nicht versucht auszuweichen, „seine Augen waren völlig regungslos“. Durch den Unfall erlitt sie einen Schock und mehrere schwere Prellungen. Seitdem habe sie ein ungutes Gefühl beim Autofahren, leide unter Schlafproblemen, teilte die Zeugin unter Tränen vor Gericht mit.

Der schwere Unfall habe nicht zum Umdenken des Mannes geführt, nur zehn Wochen später sei er erneut schwer alkoholisiert straffällig geworden, betonte Staatsanwalt Christian-Konrad Hartwig. Die Suchtstoffe hätten eindeutig zu dem Unfall geführt, „Alkohol und Cannabis sind eine gefährliche Mischung“. Dem stimmte Strafrichter Cai Adrian Boesken zu. Der 24-Jährige stand bereits wegen Nötigung, Sachbeschädigung, Diebstahl und versuchter Körperverletzung vor Gericht, wurde bisher mit Geldstrafen belangt.

Der Richter verurteilte den Mann nun wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung sowie Sachbeschädigung und einfacher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde. Auflagen für den Täter: Schadenswiedergutmachung, 40Stunden gemeinnützige Arbeit, vier Gespräche bei der Suchtberatung. Die Fahrerlaubnis wird ihm für 15 weitere Monate entzogen.

von Ina Tannert

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