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20 Vereinsmitglieder backen regelmäßig Brot

Eigenes Backhaus in Ebsdorf 20 Vereinsmitglieder backen regelmäßig Brot

Großer Trubel herrschte rund um das Ebsdorfer Backhaus. Etwa 100 Bewohner feierten das Backhausfest samt offizieller Übergabe des historischen Gebäudes in Bürgerhand.

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Brot gegen Schlüssel: Andreas Schulz (2. von links) und Marita Staubitz tauschen. „Jetzt unser“ kann die Backhausgesellschaft Ebsdorf nun behaupten.

Quelle: Ina Tannert

Ebsdorf. „Was lange währt wird endlich gut“, konnte Vereinsvorsitzende Marita Staubitz erleichtert verkünden. Fünf Jahre hat es gedauert, doch nun ist die Backhausgesellschaft Ebsdorf endgültig stolzer Eigentümer eines frisch renovierten, eigenen Backhauses.

Mit der offiziellen Übergabe am vergangenen Sonntag trat die Gemeinde Ebsdorfergrund das denkmalgeschützte Gebäude an den Verein ab. „Heute ist ein besonderer Tag - einer, an dem wir das Backhaus in Bürgerhand zurückgeben können“, sagte Bürgermeister Andreas Schulz. Bereits 2008 gründete sich die Backhausgesellschaft, „um ein Stück Kultur, eine Tradition zu erhalten“, lobte das Gemeindeoberhaupt. Der Verein bringe nicht nur Menschen zusammen, sondern sorge gleichfalls dafür, „dass die Ebsdorfer bei Stromausfall noch etwas zu Essen haben“.

Vor einigen Jahren erst wurde das denkmalgeschützte Gebäude für rund 20.000 Euro aufwendig saniert. Die Vereinsmitglieder beteiligten sich mit Hunderten Stunden Eigenarbeit und sammelten Spenden in Höhe von 8000 Euro für die Erhaltung des bis heute regelmäßig genutzten Backhauses. Gegen die von der Gemeinde eingesetzte Summe von rund 2300 Euro kaufte der Verein das Haus schließlich zurück.

Lob durch den Bürgermeister

„Eine große Leistung und tolles Beispiel gelebten Bürgersinns“, betonte Schulz. Dabei wolle sich die Gemeinde nicht aus der Verantwortung stehlen, das Backhaus viel eher in die kundigen Hände der Menschen legen, zu denen es gehört. Seit der Renovierung ist der nagelneue Ofen verstärkt im Einsatz. Über 20 Vereinsmitglieder nutzen das Angebot regelmäßig. „Das Brotbacken ist immer wieder aufs Neue spannend“, erklärte Staubitz. Bereits erfahrene wie ganz neue Bäcker pflegten das alte Handwerk mit großer Leidenschaft.

„Die Resonanz ist groß, vielen Menschen ist an der Tradition gelegen“, lobte auch Ortsvorsteher und Mit-Bäcker Walter Kaiser. Ganz besonders traf dies auf die umfangreiche Vorbereitung des Backhausfestes zu - das erste von vielen mit einem Backhaus in Vereinshand, hoffen die Mitglieder. Rund 100 Backhausbrote, Dutzende Bleche Schmier-, Obst- und Schmandkuchen samt dem traditionellen „Innereweschde“ (Brotteig auf Apfel), alles frisch und knackig im neuen Ofen gebacken, gingen in wenigen Stunden über die Theke.

von Ina Tannert

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