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19-Jähriger muss für zwei Wochen in Arrest

Berufung zurückgezogen 19-Jähriger muss für zwei Wochen in Arrest

Wegen schwerer Körperverletzung war ein heute 19-Jähriger aus Weimar zu einer Jugendhaftstrafe von 14 Tagen und einem Anti-Aggressionstraining verurteilt worden. Mithilfe der Berufung wollte er jetzt um die Freiheitsstrafe herumkommen.

Marburg. „Es fällt mir ein bisschen schwer, etwas zu finden, um sagen zu können, dieses Urteil ist falsch“, sagte Richter Dr. Thomas Wolf anlässlich der Berufungsverhandlung vor dem Marburger Jugendgericht. Im Juni vergangenen Jahres soll der 19-Jährige zunächst in einem Privathaus, später bei einer Musikveranstaltung in Leidenhofen viel Alkohol konsumiert haben. Bei der anschließenden Heimfahrt zusammen mit Bekannten in einem Sammeltaxi sei es zum Streit unter den Fahrgästen gekommen.

Bei einem Halt sei der Jugendliche aus dem Taxi gestiegen, habe einen Mitfahrer, der ihn zuvor verbal beleidigt habe, aus dem Fahrzeug gezogen und dem Geschädigten, der schnell auf dem Boden lag, brutal ins Gesicht getreten, so die Anklage. Der Angeklagte sei der gefährlichen Körperverletzung schuldig, so das Urteil, demnach er zu 14 Tagen Jugenddauerarrest, einem Anti-Aggressionstraining sowie drei Stunden bei der Suchtprävention verurteilt worden war.

Aus der Hauptverhandlung seien aber Unstimmungkeiten geblieben, so Katja Heister, die Anwältin des Jugendlichen. Er selbst habe auch Verletzungen davongetragen, die nicht geklärt worden seien und man habe den Taxifahrer nie ausfindig machen können.

Auf Nachfrage des Richters gab der Jugendliche an, nach seinem Hauptschulabschluss eine Ausbildung abgebrochen zu haben und seither nicht zu arbeiten.

Auch nach dem Urteil habe sich bei ihm nichts verändert. Er finanziere sich durch seine Eltern und gelegentliche Kneipenarbeit. Innerhalb eines Jahres habe er zwar etwa 20 Bewerbungen auf Ausbildungsplätze geschrieben - ohne Erfolg. „Ich sehe leider keine Veränderung, keinen Fortschritt in Ihrem Lebenswandel“, sagte Richter Dr. Wolf. Den letzten Ausschlag gab die Aussage des Jugendgerichtshelfers. Der Jugendliche sei schon lange durch sein aggressives Verhalten aufgefallen. Mit Beleidigung könne er nicht umgehen. „Aus pädagogischen Gründen werde ich bei dem Vorschlag nach dem Jugendarrest und einem Anti-Aggressionstraining bleiben“, so der Jugendgerichtshelfer.

Auf Anraten des Richters zogen die Anwältin und ihr Mandant die Berufung also zurück. Man müsse die Urteile in solchen Fällen relativ hart fällen, so Dr. Wolf. Tritte auf den Kopf hatten, gerade in jüngerer Zeit, Todesfälle verursacht.

von Kristina Gerstenmaier

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