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10.700 Euro für viel mehr Lebensqualität

Peru-Projekt 10.700 Euro für viel mehr Lebensqualität

Das Sozialprojekt der Gesamtschule Niederwalgern in der peruanischen Stadt Choisica ist seit 1994 ein fester und verlässlicher Bestandteil der Schule. Letzten Sommer hat sich dazu ein eigenständiger Verein gegründet.

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Der Kindergarten gibt den Kindern Stabilität und positive Erfahrungen.

Quelle: Privatfoto

Niederwalgern. Es hat sich einiges an der Gesamtschule Niederwalgern entwickelt, verändert und erneuert, seit 1994 das Sozialprojekt „Hilfe für Choisica“ ins Leben gerufen wurde. Das Projekt wurde dabei immer weitergeführt und auch weiterentwickelt. Und alle wissen, ohne die kontinuierliche finanzielle Hilfe wären die Projekte in dem Armutsviertel Quirio in Choisica nicht zu halten. Der monatliche Bedarf beläuft sich auf 1 400 Euro. Davon werden zwei Kindergärtnerinnen, zwei Kindergartenhelferinnen, drei Köchinnen, eine Gärtnerin und noch notwendige Reparaturen bezahlt. In der 2002 gebauten Küche mit Speisesaal werden täglich rund 100 Menschen mit Essen versorgt, 50 Kinder im Alter von zwei bis drei Jahren finden Platz in der Kinderbetreuungsstätte.

Weiterhin besucht Gudrun Werding, die in ihrer aktiven Zeit als Lehrerin das Projekt mit entwickelt hat, einmal im Jahr das Projektgebiet, organisiert und koordiniert mit den peruanischen Ansprechpartnern zusätzliche Hilfeleistungen vor Ort. Eine Sorge hier in Deutschland, in Niederwalgern, wurde Werding längst genommen. Es haben sich zum einen neue, jüngere Helfer gefunden, die das Projekt weiter begleiten, zum anderen hat sie die Zusage des neu formierten Schulleitungsteams, dass das Projekt nach wie vor feste Größte an der Schule  bleibt. Deshalb war es Schulleiter Uwe Schulz, seinem neuen Stellvertreter Malte Luther, der schon über lange Jahre als Leiter des Beratungs- und Förderzentrums dem Schulleitungsteam angehört, sowie der ebenfalls langjährigen Pädagogischen Leiterin Gilda Röder und Birgit von Bargen als Leiterin des Gymnasialzweigs ein wichtiges Anliegen, die Verbundenheit mit einer Scheckübergabe an den Verein „Peru-Projekt Chosica“ zu demonstrieren.

Wahlen

Der Vorstand des Vereins Peru-Projekt Choisica:

1. Vorsitzende: Felizitas Küster (Lehrerin an der Gesamtschule Niederwalgern);

2. Vorsitzender: Christoph Rube-Vestweber (Lehrer am Philippinum);

Projektbeauftragte: Gudrun Werding (ehemalige Lehrerin Gesamtschule Niederwalgern)

Schatzmeister: Gunter Hirt (ehemalige Lehrer Gesamtschule Niederwalgern);

Mitgliederbeauftragter: Fabian Küster (ehemaliger Schüler Gesamtschule Niederwalgern);

Schriftführerin: Bärbel Rutz (ehemalige Lehrerin Gesamtschule Niederwalgern).

Der Verein wurde notwendig, weil sich 2014 das Gymnasium Philippinum dem Projekt anschloss und so die Aufgaben nicht mehr allein über den Förderverein der Gesamtschule abgewickelt werden konnten. Zudem beteiligt sich auch die Käthe-Kollwitz-Schule durch diverse Aktionen. – Stichwort diverse Aktionen: Die sind notwendig, um das in Peru Geld benötigte „einzuspielen“, aber auch, um die Schüler der Gesamtschule vom Kopf her mit dem Projekt zu verbinden. Ihnen das Gefühl zu vermitteln, dass sie durch ihr Handeln etwas dazu beitragen können, dass Menschen, die in Armut leben, existenzielle Perspektiven erhalten.

Und das klappt ganz toll an der Schule. Das sagen nicht nur die vier Lehrer des Leitungsteams, sondern auch Lehrerin Felizitas Küster, die zudem Vorsitzende des Vereins ist, sowie Monika Kruse und Gerda Schwehn, Vorsitzende und stellvertretende Vorsitzende des Schulelternbeirats. Den Ansatz, dass die Schüler sich jederzeit für das Projekt einbringen können, begrüßen sie sehr. Jederzeit? Ja. Denn im Schulgebäude gibt es Sammelbehälter für Mehrwegflaschen, die Schüler gerne mal einfach in den Müll werfen. Jetzt wissen alle, es gibt mit diesen Flaschen 0,25 Euro zu verdienen, und die kommen dem Projekt zugute, wenn die Flaschen nur in die richtigen Behälter geworfen werden. „So kommen im Monat gut 50 Euro zusammen“, sagt Küster.

Über verschiedene Aktionen hat die Schule 10.700 Euro für das Peru-Projekt gesammelt. Darüber freuen sich gemeinsam bei der Übergabe des Schecks Felizitas Küster (von links), Birgit von Bargen, Malte Luther, Gudrun Werding, Uwe Schulz, Gilda Röder, Gerda Schwehn und Monika Kruse. Foto: Götz Schaub

Schulz freut sich auch über das weitere Schülerengagement. Etwa wenn es darum geht, Sponsoren für den Sponsorenlauf zu finden und dann beim Lauf selbst möglichst eine hohe Summe durch eine hohe Rundenzahl zu erlaufen. Nicht für sich, sondern für die Menschen in Peru. Gudrun Werding wird auch als pensionierte Lehrerin nicht müde, den neuen Schülern der Schule das Projekt vorzustellen, damit auch jeder weiß, für wen und für was er sich einsetzen kann.

„Das ist auch etwas, das diese Schule ausmacht“, findet Monika Kruse. Neben dem Sponsorenlauf gibt es die Aktion „Spende deine Hände“ und natürlich zum Jahresabschluss die beiden festlichen Abende. Über Erlöse und Spenden kamen 10 700 Euro zusammen. Die Einnahmen aus den Pfandflaschenkisten beliefen sich 2016 auf 486 Euro.

von Götz Schaub

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