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62. Bergturnfest „auf dem Dreimärker“

Sportler trotzen dem Wetter – bis der große Regen einsetzt

147 Sportler gingen beim Bergturnfest „Auf dem Dreimärker“ an den Start. Die Atmosphäre auf 580 Höhenmetern war für viele so beeindruckend, dass sportliche Leistungen in den Hintergrund rückten.
Klare Sache: Wo gesprungen wird, muss hinterher auch gemessen werden. Foto: Michael Hoffsteter

Klare Sache: Wo gesprungen wird, muss hinterher auch gemessen werden.

© Michael Hoffsteter

Weifenbach. Im äußersten Nordwesten des Landkreises hat es am frühen Morgen geregnet. Die Wege im Wald zwischen der kleinen Ortschaft Weifenbach und Hatzfeld (Eder) – einer Stadt, die schon zu Waldeck-Frankenberg gehört – sind aufgeweicht und matschig.

Man muss schon über einige Pfützen springen, um die Strecke bergauf mit einigermaßen trockenem Schuhwerk zurückzulegen. Bemerkenswert still ist es. Nur die nach einigen hundert Metern zunehmende Anzahl an parkenden Autos verrät dem nicht-ortskundigen Besucher, dass er nicht völlig verkehrt ist.

Der Weg führt nach rechts und noch mal nach rechts – und auf einmal kann man ihn sehen: den „Dreimärker“. Ein Plateau auf 580 Höhenmetern, in etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Wäre es nicht so neblig, hätte man zwischen den vielen Bäumen einen guten Blick auf die Sackpfeife.

Einmaliger Rahmen macht
 den Reiz des Festes aus

Auf dieser Wiese messen sich den ganzen Tag lang Sportler beim mittlerweile 62. Bergturnfest des Turngaus Oberlahn-Eder – oder sollten sich messen. Denn als der große Regen am Nachmittag einsetzt, müssen die Staffelläufe, die Crossläufe und die Wettkämpfe um das „Dreimärkerschild“ abgesagt werden.

Zuvor kann aber gerannt, gesprungen und geworfen werden. Es geht in erster Linie um klassische Disziplinen der Leichtathletik: 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Schlagballwurf. 147 Teilnehmer aus insgesamt 15 Vereinen sind am Start. Zu den jüngsten gehört Christian Rothenpieler, der mit dem TV Feudingen angereist ist. „Es ist schon ein besonderer Wettkampf“, erzählt der Zehnjährige, „man hat einen schönen Ausblick und sieht hier andere Leute als sonst“.

Die Gespräche mit den Sportlern zeigen schnell: Es ist dieser außergewöhnliche, im Landkreis wahrscheinlich einmalige Rahmen, der den Reiz des Festes ausmacht. Das Streben nach neuen persönlichen Bestmarken? Steht im Hintergrund – auch weil Laufen, Springen und Werfen auf dem unebenen Boden nicht ganz einfach ist.

"Dreimärker" in wochenlanger Arbeit auf Vordermann gebracht

„Absolute Spitzensportler wird man hier oben nicht finden“, weiß Heinfried Henkel, der Vorsitzende des TV Weifenbach. Gemeinsam mit rund 20 Vereinskameraden hat er den „Dreimärker“ vor dem Bergturnfest in wochenlanger, mühevoller Arbeit auf Vordermann gebracht.

Der Rasen wurde gemäht, die Sprunggrube nachgestochen, die kleine Aschenbahn von Unkraut befreit und mit dem Streuwagen markiert. Für Wasser und Strom in den kleinen Hütten, die Umkleideraum, Toiletten und eine Cafeteria bieten, mussten die Helfer angesichts fehlender Leitungen manuell sorgen. In Lagerbehältern haben Henkel und Co. mehrere tausend Liter Wasser auf den Dreimärker gefahren, Licht wird über Aggregate erzeugt.

„Manchmal habe ich schon Nächte hier oben verbracht, weil es mir so gut gefällt“, berichtet der Vorsitzende des TV Weifenbach.
Seit 1954 findet das Bergturnfest auf dem Dreimärker statt. Eine besondere Tradition, mit der auch der alljährliche Wettstreit um das „Dreimärker-Schild“ einhergeht. Doch dieses Mal machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Der Dreikampf – Steinwurf, 100-Meter-Lauf und Weitsprung – fiel buchstäblich ins Wasser.

von Yanik Schick


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