Der Schein trügt: Wolfgang Amoussou (Leverkusen), hier noch in Unterlage, sicherte sich bei den Deutschen Meisterschaften im Sambo in Marburg den Titel in seiner Gewichtsklasse.
Marburg. Dabei wurden in den verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen insgesamt 67 Gold-, 62 Silber- sowie 68 Bronzemedaillen verliehen. „Die Wettkämpfe sind sehr gut angenommen worden, es ist die beste Deutsche Meisterschaft, die ich bisher erlebt habe. Ich bin mir sicher, dass dies nicht die letzten Meisterschaften in Marburg sein werden“, freute sich Valeri Hempel, der Vorsitzender des „Marburger Sambo-Klubs“ und des Hessischen Sambo-Verbandes sowie Öffentlichkeitsreferent des Deutschen Sambo-Verbandes in Personalunion ist.
Er freute sich insbesondere über das gute Abschneiden der Marburger und der hessischen Sportler. So gewannen Andreas Kinas und Willi Frank beim Combat die Goldmedaille. Willi Martin, Eugen Maschke im Sport sowie Dimitri Awdoschenko im Combat Sambo erhielten Silber in ihren jeweiligen Klassen. Besondere Ehre für Marburg heimste der Jahrgang 1992-93 ein. Hier stand Daniel Kiser in der Klasse über 70 Kilogramm am Schluss ganz oben auf dem Podest, sein Bruder Andreas belegte in der Wertung bis 65 Kilogramm den zweiten Platz. Zudem wurde Arthur Horn Dritter in der Klasse bis 87 Kilogramm.„Wir haben dafür auch hart trainiert“, sagte Daniel Kiser.
Bei ihren ersten Wettkämpfen sicherten sich die Nachwuchssportler Oleg Burakow, Arthur Jung, Maurice Kellermann, Stefan Held, Waldemar Gregorow sowie Migro Gregori Silber und Bronze für ihre hessischen Landesfarben. Auch Josef Bart, der Präsident des Deutschen Sambo-Verbandes, kann sich vorstellen, dass die Deutschen Meisterschaften noch öfter in Marburg stattfinden können. „Marburg liegt zentral in Deutschland und so haben alle Sportler eine gleich weite Anreise.“ Er freut sich, dass die Sportart Sambo – übersetzt etwa: „Selbstschutz ohne Waffen“ – einen immer größeren Zulauf habe. Ein vorrangiges Ziel bei der Gründung des Verbandes sei es gewesen, die Integration der aus Russland kommenden Menschen zu unterstützen.
„Wir haben Sambo in Deutschland in den 90er Jahren gegründet. Damals litten die Zuwanderer unter dem schlechten Image. Auch wurden ihre beruflichen Qualifikationen in Deutschland oft nicht anerkannt. Mit Sambo geben wir ihnen etwas, auf dass sie stolz sein können.“ Für die Verpflegung der Sportler und Besucher sorgte die Marburger Christengemeinde „Licht der Hoffnung“. Bei einem Besuch der Gemeinde hatte Hempel von deren Speisen gekostet, und die Gemeinde spontan gefragt, ob sie für das „Catering“ bei den Meisterschaften sorgen wollten. „Wir tun dies natürlich auch, um ein Stück weit christliche Nächstenliebe zu zeigen“, sagte Kornelius Sterzer, der Pastor der Gemeinde.
Interessierte an der Sportart Sambo erhalten bei Valeri Hempel (Telefon: 0162/6936131) weitere Informationen.
von Michael Seehusen
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