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Weltmeisterschaft

Goalballer doch für WM qualifiziert

Obwohl die deutschen Goalballer bei der Europameisterschaft mit Rang acht das Ziel der Qualifikation zur Weltmeisterschaft nicht geschafft haben, wurden sie als bester Nachrücker nominiert.

Goalball-Spieler Reno Tiede (vorne) und Nationaltrainer Johannes Günther freuen sich auf die WM in Sheffield.

© Privatfoto

Marburg. Was sich im Dezember 2009 bereits abgezeichnet hatte, ist nun offiziell bestätigt. Die deutsche Goalball-Nationalmannschaft der Männer hat sich für die Weltmeisterschaften, die vom 17. bis 25. Juni in Sheffield stattfinden, qualifiziert. Obwohl das Team der Trainer Knut Kursawe (München) und Johannes Günther (Marburg) durch den achten Platz bei den Europameisterschaften die direkte Qualifikation verpasst hatte, rückt Deutschland nun doch aufgrund des besten Koeffizienten unter den nicht direkt qualifizierten Nationen nach. Bei den Weltmeisterschaften in Sheffield treten die besten 16 Nationalmannschaften der Männer und die besten 12 Teams der Frauen an, um neben dem Weltmeistertiteln auch die ersten drei Startplätze für die Paralympics 2012 in London auszuspielen.

„Aus sportlicher Sicht gehören wir auf jeden Fall zu den besten sechzehn Nationen der Welt, weswegen unsere Teilnahme absolut gerechtfertigt ist“, freut sich Johannes Günther über die erste von drei Chancen, sich mit seiner noch jungen Mannschaft für die paralympischen Spiele zu qualifizieren. „Zu den Favoriten auf den WM-Titel zählen mit Paralympics-Sieger China und Europameister Litauen sicherlich andere Mannschaften, doch wir haben schon im vergangenen Jahr mit Siegen gegen Nordamerika-Champion USA und Vize-Europameister Slowenien gezeigt, dass wir an guten Tagen jede Mannschaft schlagen können.“ Weitere Teilnehmer sind Schweden, Spanien, Belgien, Dänemark, Ungarn, Iran, Algerien, Australien, Brasilien, Kanada und England.

Das deutsche Team ist mit dem Durchschnittalter von 20,8 Jahren das jüngste der Titelkämpfe. „Die WM ist für uns die beste Möglichkeit, Erfahrung zu sammeln“, sagt der Marburger Nationalspieler Reno Tiede.Die deutsche Mannschaft wird sich ab jetzt intensiv auf dieses Großereignis vorbereiten. Dabei stehen unter anderem Wochenendlehrgänge am hessischen Leistungsstützpunkt in Marburg auf dem Programm. Der erste Lehrgang findet vom 26. bis 28. Februar in der großen Sporthalle der Deutschen Blindenstudienanstalt in Marburg statt. Momentan bemühen sich neun Spieler, die in der engeren Auswahl sind, um einen der sechs WM-Plätze im Deutschen Team. Darunter sind mit den SSG-Athleten Reno Tiede und Christian Friebel auch zwei von vier Jugend-Weltmeistern aus dem Jahre 2007.

„Ab März haben wir jedes Wochenende entweder ein Trainingslager oder wir spielen Vorbereitungsturniere. Wir werden dabei auch Freundschafts-trainingslager mit Schweden und mit Großbritannien organisieren“, sagt Tiede. Unter der Woche wird in beiden Nationalspielerzentren, Königs Wusterhausen und Marburg, viermal im Mannschaftstraining hart gearbeitet. Darüber hinaus hat jeder Nationalspieler noch seinen individuellen zusätzlichen Trainingsplan. Auch die deutschen Goalball-Frauen, die von Thomas Prokein trainiert werden, haben noch die Chance, auf den WM-Zug aufzuspringen. Dafür müsste allerdings eine Nation ihre Teilnahme an der WM absagen. Denn wegen des besten Koeffizienten sind die deutschen Frauen Nachrücker Nummer eins. In Christiane Möller, Sarah Schacht, Charlotte Kaercher und Kristin Wunder hat Trainer Thomas Prokein gleich vier Spielerinnen der SSG Blista Marburg zur Auswahl.

von Achim Bayer


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