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Eine neue Chance für das Jugendhaus

Jugendliche fragen nach Eine neue Chance für das Jugendhaus

Viele Dörfer sind froh, wenn sie ihren Jugendlichen einen Jugendraum anbieten können. Betziesdorf hat sogar ein eigenes Jugendhaus. Das wird nicht am Ortsrand versteckt, sondern steht mittendrin zwischen Feuerwehr, Schule und Bürgerhaus.

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Derzeit steht das Betziesdorfer Jugendhaus noch als totes Kapital mitten im Dorfzentrum. Jetzt gibt es eine Initiative, das Gebäude wieder mit jungem Leben zu erfüllen.

Quelle: Matthias Mayer

Betziesdorf. Einziger Schönheitsfehler: Das Gebäude steht leer. Eine offene Jugendarbeit findet in dem Kirchhainer Stadtteil derzeit nicht statt. Die letzte Party in dem schmucken Haus ist längst Geschichte.

Thorsten Wege findet das schade. Der 36-Jährige bringt beim OP-Ortstermin gerade seinen Sohn zum Kindergarten. Er gehört zu den Jugendlichen, die mit Unterstützung von Erwachsenen das Haus im Zuge der Dorferneuerung erbauten. „Wir bekamen damals vom Ortsvorsteher ein großes Lob für unsere Eigenleistung“, erzählt er.

Und Thorsten Wege berichtet von der engen Beziehung, die seine Generation zu dem Haus entwickelt habe: „Wir haben es gebaut und sind entsprechend pfleglich mit dem Gebäude umgegangen.“ Bei den späteren Nutzern sei das nicht immer der Fall gewesen, sagt er unter Hinweis auf eingeschlagene Fensterscheiben und ähnlich sinnlose Zerstörungen.

Gleichwohl wünscht sich Thorsten Wege, dass das Jugendhaus alsbald wieder seinem Namen gerecht werde. „Genügend Jugendliche haben wir ja in Betziesdorf“, stellt er fest.

Die Chancen dafür sind seit Montagabend gestiegen. Da trauten sich Till (15 Jahre) und Leon (16 Jahre) in die Sitzung des Betziesdorfer Ortsbeirats, um ihr Anliegen vorzutragen. Ihr Programm ist übersichtlich: Sie wollen das Jugendhaus als Treffpunkt bei schlechtem Wetter und am Wochenende für kleine Partys nutzen. Altersbeschränkung: von 16 Jahren an abwärts. Die älteren Jugendlichen sind ausdrücklich nicht erwünscht. Kommunikation: Whatsapp-Gruppe. Fertig.

Dieter Tourte: „Das Haus ist so nicht nutzbar.“

Die Erwachsenen im Saal hätten sicher gern noch ein paar der für offene Jugendarbeit gängigen Schlagworte wie Struktur, pädagogische Ausrichtung, Haftung, Schlüsselgewalt, Aufsicht und Verantwortung gehört. Aber an diese Begriffe denken Teenager nicht, wenn sie nur ein paar Stunden in der Woche unter sich sein wollen. Deshalb hätte Ortsvorsteher Dieter Tourte die Betreuung des Hauses gern an der Folkloregruppe oder der Freiwilligen Feuerwehr angedockt. Beide Vereine betreiben Kinder- und Jugendarbeit, beide Vereine sagten aus Kapazitätsgründen ab.

Dieter Tourte deutete an, dass die Nutzer des Hauses zuletzt weder mit dem Gebäude, dessen Inventar noch mit den Anwohnern besonders pfleglich umgegangen seien. „Das Haus ist so nicht nutzbar. Türen, einige Fenster, Sanitäranlagen und Heizung sind beschädigt“, erklärte Tourte. Eine genaue Erhebung der Schäden solle eine Ortsbesichtigung am 31. Januar bringen. Zudem müssten die Nachbarn in einen möglichen Neubeginn eingebunden werden und verlässliche Strukturen für einen Neustart, möglicherweise unter dem Dach des Kirchhainer Jukuz, gefunden werden.

Allein im Regen stehen lassen wollte niemand die beiden Jugendclub-Gründer. Michael­ Feußner erklärte sich spontan bereit, die Jugendlichen bei den nächsten Schritten zu unterstützen und ihnen Türen zu öffnen. Bürgermeister Olaf Hausmann (SPD) verwies darauf, dass die Stadtjugendpflege eine eigene Mitarbeiterin nur für die Stadtteile habe. Diese könne den Jugendlichen besonders bei der Entwicklung notwendiger Strukturen helfen.

von Matthias Mayer

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