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Zwischen Spaß und Abgrund

Lesung Zwischen Spaß und Abgrund

Am Welttag des Buches begeisterte der Kinder- und Jugendbuchautor Manfred Theisen im Rauschenberger Haus derBegegnung sein junges Publikum ebenso wie die Erwachsenen.

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Manfred Theisen signierte nach der Lesung zahlreiche Bücher – auch für Claudia Vaupel aus Rauschenberg. Foto: Karin Waldhüter

Rauschenberg. Seine Bücher sind so humorvoll wie interessant, geschichtlich bildend, klug, hintergründig recherchiert und sprechen durchaus auch Erwachsene an. Das bemerken die rund 30 Besucher an diesem Abend schnell.

Manfred Theisen, geboren 1962 in Köln, ist gut gelaunt. Und das trotz wenig Schlaf und seiner dritten Lesung an diesem Tag. Offen und sympathisch steht er vor seinem Publikum und versteht es mit seinem rheinischen Idiom, die Besucher in seinen Bann zu ziehen. Schon am Abend zuvor ist der Kölner auf Einladung des Kultur- und Verschönerungsvereins nach Rauschenberg angereist. Eine Lesung absolvierte er an der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg vor 200 Stiftsschülern. An den Ort der zweiten Lesung kann er sich partout nicht erinnern. „Irgendwas mit Christopherus-Schule?“ überlegt er.

Der Autor und Vater von vier Töchtern ist viel unterwegs. In der Frühe steht er um fünf Uhr auf und beginnt zu schreiben - bis 7 Uhr. „Dann wachen die Monster auf“, sagt er. Ganztagsschulen findet er gut. „Nicht schlecht, wenn die Kinder den ganzen Tag weg sind, dann hat man mehr Zeit zum Leben“, erzählt er, und der Schalk sitzt im dabei im Nacken.

Der Autor studierte Germanistik, Anglistik und Politik, forschte zwei Jahre für das deutsche Innenministerium in der So-wjetunion, gründete einen Entwicklungshilfe-Verein in Äthiopien und erhielt Stipendien, unter anderen für Recherchen zu seinen Roman „Checkpoint Jerusalem“ in den Palästinenser-Gebieten. Neben den für Jugendliche relevanten Themen wie Angst und Gewalt in Schulen oder Amoklauf nimmt sich Theisen auch dem Thema Rechtsextremismus an. Für seine Recherchen zum Buch „Die Rotte“ lebte er in Magdeburg mit Neonazis zusammen.

In Rauschenberg liest Theisen nicht nur, sondern berichtet auch von seinen Recherchen und erläutert die Strukturen seiner Geschichten. Wie humorvoll und interessant er zu erzählen weiß, zeigt sein neues Buch „Nerd Forever - im Würgegriff der Schule“. Zugleich bedient er auch das ganz ernsthafte Fach. So in seinem Buch „Ohne Fehl und Makel“. Das Buch spielt in einem „Lebensborn-Heim“ des Nazi-Terrors. Hier lässt er seine Leser am grausamen Umgang der Nazis mit behinderten Menschen teilhaben.

„Hast du noch kein gutes Foto?“, fragt er am Ende die Berichterstatterin. „Manchmal muss man faken“, empfiehlt der Autor, der weiß, wovon er spricht. Denn Theisen arbeitete selbst als Redakteur und leitete in Köln eine Zeitungsredaktion.

von Karin Waldhüter

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