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Zwischen Schein, Heilung und der Angst vor Schaden

Stadtallendorf Zwischen Schein, Heilung und der Angst vor Schaden

Der Auftakt der neuen Reihe „Der Gesundheit auf der Spur“ stieß auf großes Interesse. Rund 50 Senioren informierten sich über die Wirkung von Placebos und Nocebos.

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Professor Michael Keusgen sprach bei der Auftaktveranstaltung über Placebos und Nocebos.

Quelle: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Die Organisatoren der Ferrero Opera Sociale, der Kreisvolkshochschule und der Stadt Stadtallendorf freuten sich, dass zum Auftakt der neuen Reihe so viele Besucher gekommen waren. Die Leiterin der Volkshochschule Gabriele Clement versprach bei der Einführung, dass diese neue Reihe von Vorträgen und Exkursionen ebenso interessant werde wie ihr erfolgreicher Vorgänger „Der Energie auf der Spur“.

„Es gab noch nie eine Generation, die so viel über Gesundheit aufgeklärt wurde, aber Informationen im Netz oder auf dem Papier sind nicht alles“, betonte Clement. Man könne das Thema auch aus einem anderen Blickwinkel und mit Humor sehen, denn „Humor machte einen Teil des Lebens aus“. Der Wechsel von Vorträgen und Exkursionen habe sich bewährt. „Wer’s glaubt, wird gesund“, lautete der Titel der Auftaktveranstaltung in der Stadtallendorfer Stadthalle. Es referierte Professor Michael Keusgen von der Universität Marburg.

Placebos und Nocebos

Keusgen sprach über die Wirkung von Placebos und Nocebos. Placebos heißt übersetzt „ich werde gefallen“, Nocebos dagegen „ich werde schaden“. Daraus ergibt sich, dass Nocebos in gewisser Weise das Gegenteil von Placebos sind. „Placebo ist ein Scheinarzneimittel, das keinen Wirkstoff enthält“, verdeutlichte Professor Keusgen. „Man muss von dem Mittel überzeugt sein, das hilft. Durch den Glauben daran wird ein Selbstheilungseffekt erzielt“, verdeutlichte er weiter. Krebserkrankungen könne man durch Placebos nicht heilen. Bei Kopf- oder Magenschmerzen sowie psychischen Befindlichkeiten hingegen gebe es Erfolge bis zu 60 Prozent.

Der Noceboeffekt ist der negative Placeboeffekt. „Ein Nocebo kann ein Scheinarzneimittel sein, aber auch ein richtiges Arzneimittel“, erklärte Keusgen. Der Patient verbinde mit dem Mittel etwas Schädliches, das könne schon durch die eventuellen Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel ausgelöst werden. Der Noceboeffekt tritt statistisch gesehen bei Frauen häufiger auf als bei Männern, und bei älteren Menschen eher als bei Jüngeren.

In der anschließenden Diskussion ging es um Wechselwirkungen der Medikamente, ob man den Beipackzettel lesen sollte, um Wirkstoffverträglichkeit oder darum, dass der Arzt sich oftmals nicht genügend Zeit für seinen Patienten nimmt.

von Klaus Böttcher

Reihe wird fortgesetzt
Die Reihe „Der Gesundheit auf der Spur“ wird am 30. April ab 14.30 Uhr auf dem Schönstädter Hofgut Fleckenbühl mit dem Thema „Regional und gesund“ und einer Hofbesichtigung fortgesetzt. Eine vorherige Anmeldung ist bei der Stadt, der Volkshochschule oder der Ferrero Opera Sociale erforderlich.
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