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Zweimal gibt‘s die Maximalförderung

Stadtverordnetenversammlung Zweimal gibt‘s die Maximalförderung

Viermal hoben Amöneburgs Stadtverordnete den Daumen für Investitionskostenzuschüsse - und bügelten leichte Kritik von Rainer Schick (FWG) an der Vereinsförderung vehement ab.

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Die Sportheime des RSV Roßdorf und des SV Mardorf sollen bald in neuem Glanz erstrahlen.Fotos: Florian Lerchbacher

Amöneburg. Der SV Mardorf und der RSV Roßdorf kommen im kommenden Jahr bei ihren Großprojekten in den Genuss der städtischen Maximalfördersumme in Höhe von 15000 Euro. Die Vorhaben der Vereinsgemeinschaft Mardorf und des SV Erfurtshausen unterstützt die Kommune gemäß ihrer Förderrichtlinien mit Zuschüssen in Höhe von je zehn Prozent der Kosten.

Geschlossen stimmten die Stadtverordneten den Anträgen zu - „aber wir müssen uns die Förderrichtlinien nochmal anschauen“, sagte Rainer Schick (FWG) mit Verweis auf die Gesamtsumme der Fördermittel in Höhe von mehr als 30000 Euro und das in „Zeiten angespannter Finanzen “. Dabei zitierte er einen im Auftrag des Hessischen Rechnungshofs entwickelten Bericht über die Haushaltsstruktur der Stadt.

Darin schreibt die „Gesellschaft für Organisationsentwicklung“ über Überlegungen von Städten, in Zeiten knapper Kassen den Umfang „freiwilliger Leistungen“ zu reduzieren. Bei vollständigem Verzicht auf die Förderung freiwilliger Leistungen hätte die Stadt im Jahr 2011 ihr Haushaltsergebnis um rund 420000 Euro verbessern können. „Darin enthalten sind auch die Bürgerhäuser - und die sind unser größtes Problem“, entgegnete Jan-Gernot Wichert, der Vorsitzende der CDU. Hartmut Weber betonte, dass schlicht zwei große Projekte zweier großer Vereine des Stadtgebiets auf ein Jahr fielen. „So schnell kann sich keiner ein weiteres Großprojekt leisten“, sagte er und ergänzte: „Außerdem sind unsere Vereine auf Fördermittel angewiesen.“

Vier Vereine planen Projekte

Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg erklärte, das Vereinsleben sei ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. „Dieser Bereich macht Lebensqualität aus.“ Noch dazu seien die Mitglieder bereit, Eigenleistung zu bringen - entsprechend sei die Signalwirkung der städtischen Fördermittel wichtig und trage zur Motivation bei. Außerdem stehe in den Richtlinien, dass es Investitionskostenzuschüsse „bis zu zehn Prozent“ gebe, die Obergrenze aber auf 15000 Euro festgesetzt ist. Der Haupt- und Finanzausschuss hätte sich ja nicht für die Maximalförderung aussprechen müssen, betonte er, freute sich aber gleichzeitig, dass die Mitglieder dies getan hätten.

- Der SV Erfurtshausen will zwei Strahler der Fluchtlichtanlage des Trainingsplatzes erneuern. Die Kosten belaufen sich auf 1800 Euro - die Stadt steuert 180 Euro bei.

- Die Vereinsgemeinschaft Mardorf will in Eigenleistung einen Zaun zwischen dem Trainings- und dem Festplatz erneuern. Die Materialkosten belaufen sich auf 4500 Euro - die Stadt beteiligt sich mit 450 Euro.

- Der SV Mardorf will sein Sportheim energetisch sanieren und es renovieren, zudem plant der Verein einen Anbau. Die räumlichen Verhältnisse in Umkleiden und Duschräumen seien beengt. Die Mardorfer planen daher, an das Sportheim einen Umkleide- und einen Duschraum anzubauen. Zudem wollen sie die Wände des bestehenden Gebäudes ebenso wie die Geschossdecke dämmen, die sanitären Anlagen teilweise erneuern und „anfallende Renovierungsarbeiten“ erledigen. Ziel ist es, die „Nachwuchsarbeit und das Vereinsleben aufrechtzuerhalten und zu fördern“. Die Gesamtkosten beziffert der Verein auf rund 160000 Euro - 50000 Euro wollen die Mitglieder durch Eigenleistung auffangen. Die Stadt steuert 15000 Euro bei.

- Der RSV Roßdorf plant, sein Sportheim zu erweitern. Angedacht ist, das Dach samt Dachstuhl auszutauschen und die Außenmauern zu erneuern. Des Weiteren wollen die Roßdorfer einen Geräteraum einrichten, neue Duschen einbauen und die Sanitäranlagen erneuern - dabei ist auch eine behindertengerechte Toilette vorgesehen. Nach der Sanierung soll dann eine Solaranlage auf das Dach des Gebäudes kommen - für deren Kosten in Höhe von 21000 Euro gibt es allerdings keine Fördermittel von der Stadt. Aber auch ohne diesen Punkt beläuft sich das Kostenvolumen auf rund 180000 Euro - von denen die Stadt 15000 Euro trägt. 11000 Euro plant der Verein aus Eigenmitteln und Spenden ein. Durch Eigenleistungen wollen die Mitglieder weitere 60000 Euro decken.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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