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Zwei Teamspieler werben um Stimmen

OP-Wahltalk Zwei Teamspieler werben um Stimmen

In den grundsätzlichen Zielen ihrer Finanzpolitik im Falle ihrer Wahl waren sich die beiden Kirchhainer Bürgermeister-Kandidaten durchaus einig. Bei den Wegen zeigten sich Unterschiede.

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Das Kirchhainer Bürgerhaus war gestern Abend voll besetzt, das Interesse am OP-Wahlforum groß.

Quelle: Thorsten Richter

Kirchhain. Die gestellten 400 Stühle reichten Donnerstagabend nicht ganz für die Zuhörer, die das OP-Forum zur Kirchhainer Bürgermeisterwahl verfolgten. Olaf Hausmann (SPD) und Dietmar Menz (CDU, unterstützt von B’90/Die Grünen und FDP) stellten sich den Fragen der OP-Moderatoren Till Conrad und Matthias Mayer und im Laufe des weiteren Abends auch denen von Zuhörern im Bürgerhaus. Bei der gegenseitigen Vorstellung zeigte sich, dass sich die Kandidaten Menz und Hausmann gut kennen.

Beide sind Kirchhainer. Erste ­Unterschiede zeigten sich dann bei Fragen nach ihren Plänen für die Ansiedlung von mehr Gewerbebetrieben in Kirchhain. Während Hausmann die Einstellung eines Wirtschaftsförderers befürwortete, sähe Menz dies als alleinige Chefsache an. Hausmann konterte damit, dass er sich selbst auch dieser Aufgabe stellen werde. „Zwei schaffen mehr als einer“, so sein Statement.

Kampf ums Kirchhainer Rathaus: Mehr als 400 Politik-Interessierte wollten sich das Streitgespräch zwischen den beiden Kandidaten Dietmar Menz (CDU) und Olaf Hausmann (SPD) am Donnerstagabend nicht entgehen lassen.

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Der Gang unter den vom Land angebotenen Schutzschirm hatte den Bürgern erhebliche Gebühren- und Steuererhöhungen abverlangt. Schließen die Kandidaten weitere Erhöhungen für ihre Amtszeit aus, wurden beide gefragt? Menz bezog grundsätzlich Position. Für ihn steht weiterhin „Haushaltsdisziplin hoch drei“ im Vordergrund. „Immer unter der Voraussetzung, der Haushalt ist ausgeglichen, gibt es mit mir keine höheren Gebühren oder Steuern, dafür stehe ich“, antwortete Menz. Auf eine solche Festlegung ließ sich Hausmann nicht ein. Er wage keinen Blick in die Kristallkugel, könne das nicht auf die Zeit von fünf bis sechs Jahren hin beurteilen. Für ihn ist der Haushalt der Stadt angesichts der Millionenschulden auch noch nicht saniert. Bei der Frage, worin sie ihre wichtigsten Projekte für die nächsten Jahren sähen, gab es ebenfalls Unterschiede.

Bahnhofs-Ausbau und Straßensanierung

Menz sprach auf Nachfrage zunächst den barrierefreien Ausbau des Kirchhainer Bahnhofs an. Dieses Thema hält Hausmann angesichts der schon gefassten Beschlüsse für politisch erledigt. Er sieht hingegen großen Sanierungsbedarf bei den Kirchhainer Straßen. Menz hat eine bessere Anbindung der nordöstlichen Baugebiete im Blick. Beide Kandidaten schilderten sich am Donnerstagabend mit unterschiedlichen Worten als „Teamplayer“. Menz verwies auf sein Auftreten als Erster Stadtrat, Hausmann auf seine Führungserfahrung in dem Unternehmen. Beide stünden im Falle ihrer Wahl je nach Konstellation im Stadtparlament vor der Aufgabe, sich dort Mehrheiten suchen zu müssen.

Er werde in jedem Falle den Kontakt zu allen Parteien suchen, kündigte Hausmann an. Und will sich damit nach eigener Aussage vom Noch-Amtsinhaber Jochen Kirchner (parteilos) abgrenzen, der in zehn Jahren nur zweimal das Gespräch zur SPD gesucht habe. Menz bestritt diese Aussage. Er baut darauf, dass die bisherige Koalition wieder eine Mehrheit erhält. Er will im Falle eines breiten Wahlerfolgs aber auch die SPD einbinden. Im ersten Teil des mehr als zwei Stunden dauernden OP-Wahlforums spielte das Thema Bürgerbeteiligung eine Rolle. Während Menz auf die Zahl von 17 Bürgerversammlungen verwies, sieht Hausmann Notwendigkeiten, Bürger etwa bei eigenen Anregungen mehr einzubinden; „Man muss ihnen sagen, was geht oder auch nicht geht“.

  • Ein weiterer Bericht vom OP-Wahlforum in Kirchhain folgt.

von Michael Rinde

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