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Zwei Fundamente bis Weihnachten

Neuer Windpark Zwei Fundamente bis Weihnachten

Die Bauarbeiten für den neuen Rauschenberger Windpark auf dem Roteküppel sind im vollen Gange. Die Gruben für zwei Fundamente sind bereits ausgehoben.

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Für zwei Windrad-Fundamente im Rauschenberger Stadtwald sind die Baugruben bereits ausgeschachte.
Privatfoto

Quelle: Privatfoto

Rauschenberg. Bauherr ist das in Münchhausen beheimatete mittelständische Unternehmen Krug Energie, das zur Breidenbacher Krug-Gruppe gehört. Die Firma bekam den Zuschlag für das Großprojekt im Rauschenberger Stadtwald, weil das konsequent auf regionale Wertschöpfung und die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung ausgerichtete Konzept der heimischen Firma die Stadt überzeugt hatte. Krug Energie baut im Stadtwald vier Windenergieanlagen vom Typ Enercon E 115, die eine Leistung von drei Megawatt haben.

Wie Hans-Hermann Zacharias auf OP-Anfrage berichtete, gab es im Genehmigungsverfahren eine weitere Verzögerung. Wegen der Erkrankung einer RP-Sachbearbeiterin sei die Genehmigung für den Ausbau der Zuwegung erst vor einer Woche angekommen, sagte der Bereichsleiter Erneuerbare Energien, der das Projekt vom ersten Augenblick an begleitet. Mit den Arbeiten solle in den kommenden Wochen begonnen werden. Die Standorte für die vier Windräder liegen ausnahmslos an gut ausgebauten Hauptwegen. Da extreme Schwertransporter die bis zu mehr als 50 Meter langen Bauteile anliefern, müssen die Wege insbesondere in den Kurven verbreitert werden.

Türme mit einer Nabenhöhe von 149 Metern

Die Zuwegungsarbeiten sollen nach dem veränderten Bauzeitenplan bis zum 25. November abgeschlossen sein. Ab dem 28. November beginnen zwei Bautrupps des Herstellers ­Enercon an zwei Standorten mit den Schalungsarbeiten für die 3,6 Meter tiefen Fundamente, die einen Durchmesser von 23 Metern haben. Noch vor Weihnachten sollen die beiden Fundamente aus jeweils rund 1100 Kubikmetern Schwerbeton gegossen und über die Feiertage trocknen. Dann soll im neuen Jahr mit dem Bau der beiden anderen Fundamente und Aufbau der ersten beiden Türme begonnen werden, die eine Nabenhöhe von 149 Metern haben. Die unteren zwei Drittel der Hybrid-Türme werden aus vorgefertigten Beton-Elemente gebaut. Für das obere Drittel schrauben die Monteure in luftige Höhe vorgefertigte Stahlrohrelemente zusammen. Gekrönt werden die Anlagen durch die Gondel, in der sich unter anderem die flüsterleise getriebefreie Antriebstechnik befindet und der Rotor, der einen Durchmesser von 115,7 Metern haben wird.

Wie Hans-Hermann Zacharias berichtete, werden zuerst die vier Rauschenberger Windräder gebaut. Das von der Firma Abo Wind in der Gemarkung Sindersfeld in Nachbarschaft des Sportplatzes projektierte fünfte Windrad soll dann folgen. Abo Wind hat das Baurecht für das schon längst genehmigte Windrad an Krug Energie verkauft, wie diese Zeitung berichtete. Krug will dort ebenfalls eine Anlage vom Typ Enercon E115 bauen, statt der von Abo Wind geplanten Nordex 117. Der Bauherr hat sich wegen der besseren Umweltverträglichkeit und der Wartungsfreundlichkeit für die teurere Enercon-Technik entschieden. Die Genehmigung für diesen Typen-Wechsel liegt noch nicht vor, sollte aber laut Hans-Hermann Zacharias kein großes Problem sein.

Trinkwasserbrunnen wird rund um die Uhr überwacht

Der Münchhäuser hat an der Baustelle im Stadtwald ein erhöhtes Besucheraufkommen registriert. Die Spaziergänger zeigten sich interessiert. Negative Äußerungen zu dem Vorhaben habe er noch nicht gehört, sagte er.

Zacharias würdigte ausdrücklich die gute Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke (ZMW). Der ZMW sitzt mit im Boot, weil eines der Windräder in unmittelbarer Nähe zu einer Trinkwasserschutzzone liegt und die zu bauende Stromtrasse vom Roteküppel bis zum Umspannwerk Kirchhain ebenfalls Belange des ZMW berührt.

Man habe sich auf den Verlauf der Kabeltrasse sowie auf die Verwendung eines gedrehten Spielkabels geeinigt. Dieses Erdkabel solle verhindern, dass ein Drainageeffekt auftreten könne, sagte Zacharias. Zudem werde Krug Energie den Einbau von Überwachungstechnik in einem Brunnen finanzieren. Die Rundumüberwachung des Brunnens übernehme der ZMW.

Bisher arbeiten ausnahmslos heimische Firmen auf der Baustelle. Die Firma Hecker aus Willershausen erledigte die Rodungsarbeiten. Die Bietergemeinschaft Hinterlang/Schweld (Bad Endbach/Biedenkopf) führt den Wegebau, den Aushub der Fundamente und die Herstellung der Aufbauflächen aus. Das Bürgelner Unternehmen SAG ist für den Kabelbau verantwortlich.

Wenn das Bauwetter mitspielt, sollen die ersten Windräder möglichst bis zum 31. März 2017 an das Netz gehen.

von Matthias Mayer

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