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Zwei Fraktionen fühlen sich angegriffen

Kulturspektakel Zwei Fraktionen fühlen sich angegriffen

Die politischen Reaktionen von Freier Wählergemeinschaft (FWG) und CDU in Amöneburg nach den Äußerungen des Vorstands des Kulturspektakelvereins fallen scharf aus.

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Im Jahr 2010 trat Star Mirja Boes beim Amöneburger Kulturspektakel vor mehr als 500 Zuschauern auf.

Quelle: Archivfoto

Stadtallendorf. Am vergangenen Samstag berichtete die OP ausführlich über die Absicht des Vorstands des Kulturspektakelvereins „hinzuschmeißen“, sprich aufzugeben. Mit deutlichen Worten hatten sich unter anderem die Vorstandsmitglieder Inge Eismann-Nolte, Gabriele Clement, Werner Eismann und - etwas verhaltener und in seiner Funktion als Vorsitzender - Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg positioniert.

Auslöser der Empörung des Vereinsvorstandes: der Parlamentsbeschluss auf Antrag der FWG, den jährlichen Etat für das Kulturspektakel auf 10000 Euro zu begrenzen. Von mangelnder Wertschätzung wie auch einem zu engen Budget war bei den Vereinsvorständen die Rede.

"Schlag in die Magengrube"

Inzwischen gibt es politische Reaktionen der FWG als auch der CDU-Fraktionsspitze. Stefan Lauer von der FWG wehrt sich gegen den unausgesprochenen Vorwurf einer „Plattmacherfraktion“ und mahnt zunächst einen sachlichen Umgang miteinander an. Kopfschütteln über die ein oder andere Aussage in dem Bericht sei noch eine der mildesten Reaktionen, formuliert es Jan-Gernot Wichert, CDU-Fraktionsvorsitzender.

Das alles sei ein „Schlag in die Magengrube“, spitzt Wichert es zu. Was CDU und FWG bei der Kritik von Seiten des Vorstandes besonders ärgert und verwundert: Es habe von keiner Seite einen Versuch gegeben, das festgelegte Budget von jährlich 10000 Euro zu erhöhen, etwa über einen Änderungsantrag, über den man hätte diskutieren können.

Und dann werden beide Fraktionen in ihren unterschiedlichen Mit teilungen an die OP noch einmal grundsätzlich, beklagen bei den Kosten der Veranstaltung „Intransparenz“ bei den von Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg in der Vergangenheit vorgelegten Zahlen zu den Kosten und erinnern daran, dass es ursprünglich nie beabsichtigt gewesen sei, dass die Stadt Amöneburg das Kulturspektakel in eigener Trägerschaft weiterführe.

Kritik an Amöneburgs Bürgermeister

Dass dies nun doch passiert, sieht Wolfgang Rhiel (CDU) beispielsweise als Beleg für die Kompromissbereitschaft der beiden Parteien im Stadtparlament. Einzelkritik erntet in den Statements der beiden Parteien, die sich angegriffen fühlen, Amöneburgs Bürgermeister. Der habe schließlich den gefassten Beschluss bei den parlamentarischen Beratungen noch begrüßt.

Stefan Lauer verweist dabei konkret auf das Protokoll aus der betreffenden Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung. „Da es bisher keinen Grundsatzbeschluss zum Kostenrahmen gegeben hat, ist dieser Antrag sinnvoll; denn er schafft diesen erstmals und auf Dauer“, hieß es laut Lauer seitens des Bürgermeisters. Deutlich wendet er sich auch gegen den Ton des Vereinsvorstandes.

„Wir fordern unsererseits mehr Wertschätzung für die Arbeit der Stadtverordneten“, formuliert er es. Angesichts der Entscheidung des Vorstandes des Kulturspektakelvereins scheint es ungewisser denn je, dass die Veranstaltung noch eine Zukunft haben könnte.

CDU will künftig wieder auf Fördersatzung setzen

Die OP fragte Wichert wie auch Lauer nach einer möglichen Gesprächsebene mit dem Verein, um das Kulturspektakel vielleicht doch noch zu retten. Diese Hoffnung hatte der Vereinsvorstand in seiner Pressemitteilung für die Zeit nach der Kommunalwahl am 6. März formuliert.

„Wir waren immer gesprächsbereit, allerdings müsste jetzt eine Initiative vom Verein kommen“, sagt Lauer. Das sieht Wichert genauso. Es müsse jetzt Leute geben, die bereit wären, einzusteigen, sagt er.

Seitens der CDU soll in der nächsten Legislatur das Thema Kulturfördersatzung wieder aufgegriffen werden. Wichert kann sich auch vorstellen, dass ein Teil der Veranstaltungen des Spektakels auf privatwirtschaftlicher Basis weitergeführt werden könnten.

Michael Richter-Plettenberg selbst hatte sich bisher zur Situation beim Kulturspektakel nur als Vereinsvertreter geäußert und angekündigt, sich als Bürgermeister später äußern zu wollen. Das steht noch aus.

von Michael Rinde

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