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Zwei Fahrzeuge, derselbe Fahrer: Wolfram Streichert

OP-Serie: 50 mit 50 Zwei Fahrzeuge, derselbe Fahrer: Wolfram Streichert

Mit drei Jahren bekam Wolfram Streichert ein eigenes Kettcar. Voller Stolz fuhr er damit durch den Garten der Eltern. Heute besitzt er einen eigenen Garten. Und neben dem Auto fährt der 50-Jährige mit Feuerwehrfahrzeugen.

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Mit drei Jahren fuhr Wolfram Streichert Kettcar, heute steuert er als Neustädter Wehrführer die großen Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr.

Neustadt. Wolfram Streichert verbrachte sein gesamtes Leben in Neustadt. Er wurde in der Junker-Hansen-Stadt geboren, ging dort zur Schule und lernte dort den Beruf des Radio- und Fernsehtechnikers. Vier Jahre war der heute 50-Jährige bei der Bundeswehr in der Elektronik-Instandsetzung, machte eine Weiterbildung zum Techniker und wechselte schließlich zum Abwasserverband, wo er heute als Abwassermeister tätig ist. Und immer war der Neustädter dabei auch Feuerwehrmann - und zwar mit Leib und Seele.

Seit sieben Jahren Wehrführer

„Die Arbeit in der Feuerwehr macht mir riesigen Spaß und ich bin heute noch mit derselben Begeisterung bei der Sache wie damals, im Jahr 1983, als ich in die Einsatzabteilung eingetreten bin“, erklärt Streichert. Mittlerweile ist er seit sieben Jahren Wehrführer, investiert vier bis fünf Stunden pro Woche in die ehrenamtliche Arbeit und was damit verbunden ist. „Als Wehrführer bin ich auch für die Ausbildung und Motivation der Kameraden zuständig, organisiere entsprechende Übungen und Veranstaltungen“, berichtet der zweifache Familienvater.

Seine Kindheit und Jugend habe er meist im Freien verbracht. „Wir waren von morgens bis abends draußen unterwegs. Schließlich hatten wir den Wald und die Wiesen direkt vor der Nase“, erinnert er sich. Mit vier Geschwistern wuchs er auf, in einer „kinderreichen Nachbarschaft“, wie er es beschreibt. Die Clique sei toll gewesen, viele Freundschaften bestünden noch heute. Im Sommer ging es nach Südfrankreich ins Feriencamp, organisiert von einem Neustädter Lehrer. Alleine habe er wohl nie gespielt, rekapituliert er, eigentlich sei immer jemand da gewesen - zum Toben, Verstecken, Klettern und Kettcarfahren.

Das Kettcar fährt er heute nicht mehr

Als Ausgleich zu Beruf und Ehrenamt geht Wolfram Streichert laufen. Seit 15 Jahren nimmt er jährlich in Berlin am Halbmarathon teil, 2001 bewältigte er sogar den Frankfurt Marathon. „Ich brauche das Laufen, um wieder Abstand zu gewinnen, runter zu kommen und abzuschalten“, erklärt er sein Hobby.

Daneben verbringt er seine rare Freizeit mit der Familie. Die beiden Söhne spielen Handball, „da fährt man am Wochenende auch regelmäßig in den Gießener Raum, um die Spiele zu verfolgen“, betont der 50-Jährige nicht ohne Stolz. Und auch Haus und Garten verlangen regelmäßig nach Aufmerksamkeit. Und wenn sein Ehrenamt es fordert, lässt der Neustädter alles andere oft liegen und stehen. Im Feuerwehrauto geht es dann zum Einsatzort.

von Katharina Kaufmann

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Von Redakteur Katharina Kaufmann

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