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Zusammenkommen geht vor Siegen

Cup der Kulturen Zusammenkommen geht vor Siegen

Der Cup der Kulturen hätte eigentlich schon im Sommer auf Rasen stattfinden sollen, allerdings fanden die Ausrichter keinen Platz. Also wurde das Turnier in die Halle verlegt - mit Erfolg.

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Beim Cup der Kulturen lieferten sich die teilnehmenden Spieler spannende, aber immer faire
Duelle. Fotos: Yanik Schick

Stadtallendorf. Man stelle sich einmal vor, während eines normalen Fußballspiels foult ein Verteidiger den Stürmer der gegnerischen Mannschaft, allerdings einige Meter und klar erkennbar vor dem Strafraum. Beide Spieler würden vielleicht ein wenig meckern oder mit dem Schiedsrichter über dessen Entscheidung diskutieren. Definitiv nicht würde der Verteidiger behaupten, das Foul sei im Strafraum gewesen und es müsse doch Elfmeter geben. Wäre ja schließlich zu seinem Nachteil. Genau diese Szene ereignete sich aber in der Bärenbachhalle. 16 Mannschaften spielten dort um den Cup der Kulturen.

„Die ganze Halle hat nach der Entscheidung auf Elfmeter gejubelt. Es sollte ein Zeichen der Fairness sein“, kommentierte Selcuk Sönmez die Aktion. Als Jugendvorstand der Fatih Camii Moschee in Stadtallendorf zählte er zu den Ausrichtern. „Heute geht es weniger um’s Gewinnen, sondern um das Zusammenkommen. Jeden Tag laufen wir auf relativ kleiner Fläche aneinander vorbei, aber hier begegnen wir uns“, sagte er. Seiner Auskunft zufolge war jeder Kontinent durch einige Spieler in der Bärenbachhalle vertreten.

Es war nach dem Turnier im vergangenen Jahr die Zweitauflage des Cups. Bei der Veranstaltung hatte die Moschee mit dem Jugendzentrum und der Stadtjugendpflege kooperiert. „Wir wollen die Vielfalt der Nationen in Stadtallendorf zusammenbringen und zeigen, wie toll die Kulturen zusammenleben können“, erklärte Stadtallendorfs neuer Streetworker Sebastian Habura.

Dazu hatten sich im Vorfeld 16 Teams angemeldet. Zum großen Teil stellten Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen eine Mannschaft. Sogar ein Team mit Flüchtlingen, die erst seit kurzem in Stadtallendorf untergebracht sind, ging an den Start. „Uns war wichtig, das ganze Stadtbild wiederzugeben“, sagte Habura. In Sprachkursen hatten die Organisatoren das Interesse der Flüchtlinge am Turnier geweckt. Paradebeispiel für die Vereinigung unterschiedlichster Kulturen war derweil der FC Internationale. Teamkapitän Serkan Veysan, der selbst für den SV Emsdorf kickt, hatte eine Mannschaft mit Spielern aus der Türkei, Russland, Italien, Kurdistan, Polen und Deutschland zusammengestellt. „Wir wollen zeigen, dass Hautfarbe und Religion egal sind. Wenn wir Freunde sind, sind wir Freunde“, betonte Veysan. Insbesondere bedankte er sich bei dreien seiner Spieler, die fast unmittelbar aus ihrer Nachtschicht zum Fußball gekommen waren. Ein Highlight zum Ende des Turniers bekamen die vielen Zuschauer noch geboten, als Bürgermeister Christian Somogyi selbst die Pfeife in die Hand nahm und das Spiel um den dritten Platz als Schiedsrichter leitete. Den Cup gewann am Ende übrigens die Auswahl der Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) in Stadtallendorf.

von Yanik Schick

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