Volltextsuche über das Angebot:

22 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Zusätzliches Geld für Bürgerhaus fließt

Schweinsberg Zusätzliches Geld für Bürgerhaus fließt

Eine erste Hürde auf dem Weg zur Fortsetzung der Sanierungsarbeiten am Bürgerhaus Schweinsberg ist genommen. Ungewiss bleibt, wann ein Gutachter die vorgefundenen Schäden untersucht.

Voriger Artikel
Schafgarbe und gemeiner Löwenzahn
Nächster Artikel
Grünes Licht für Grundstückstausch

Von außen ist beim Schweinsberger Bürgerhaus nicht erkennbar, welche Mängel sich „im Innenleben“ verbergen. Foto: Rinde

Schweinsberg. Mit dem eigentlichen Beschluss über die Bereitstellung von zusätzlich knapp 370000 Euro für die Arbeiten am Bürgerhaus Schweinsberg waren die Stadtverordneten am Donnerstagabend schnell fertig. Er wurde ohne Aussprache einstimmig gefasst. So stehen nunmehr rund 670000 Euro für die dringend erforderliche Elektro- und Brandschutzsanierung bereit.

Die Stadt war unter Zugzwang geraten, da bei Beginn der Arbeiten schwerwiegende, bis dato nicht bekannte Mängel an der Elektroanlage und beim Brandschutz entdeckt worden sind (die OP berichtete).

Das Stadtparlament verlagerte die Diskussion über die Situation auf die Beratung eines gemeinsamen Antrags aller Fraktionen in Sachen Bauaufsicht. Wie berichtet, hatte die CDU einen Vorstoß unternommen. Jetzt soll gemeinsam mit Magistrat und Verwaltung ein Handlungskonzept entwickelt werden. Denn in Sachen entdeckter Baumängeln nach Ablauf von Gewährleistungsfristen ist die Stadt Stadtallendorf ein „gebranntes Kind“. Mängel gab es etwa beim Arbeitsamtsgebäude oder auch bei der Stadthalle, Mängel, deren Behebung dann aus der Stadtkasse bezahlt werden mussten. Das Bürgerhaus Schweinsberg ist nun ein neuer, allerdings besonders krasser Fall. Dieter Erber machte für die CDU klar, dass es jetzt darauf ankomme, die Weichen so zu stellen, dass Mängel möglichst frühzeitig entdeckt werden, wenn sie vorhanden sind. Dabei hatte er wie alle anderen Parlamentarier auch die Großprojekte Hallenbad-Sanierung und Baubetriebshofs-Neubau im Kopf. Das noch zu entwickelnde Konzept soll bereits bei diesen Vorhaben wirken. Das liegt nahe angesichts von Bausummen von 8,6 Millionen Euro beim Hallenbad und knapp 6 Millionen Euro beim Baubetriebshof.

Manfred Thierau (Republikaner) hob hervor, dass so gut wie kein Bauprojekt in der Vergangenheit letztlich ohne Mängel abgeliefert worden sei und mahnte, nun schnell zu handeln. Beim Fraktionsvorsitzenden der FDP, Winand Koch, stießen die Forderungen allesamt auf offene Ohren. Doch er machte auch klar, dass die Stadtverwaltung Architekten und Planer schon durch die Beauftragung zusätzlich in die Pflicht nehmen könnte. In der Honorarordnung für Architekten (HOAI) gibt es für die Überwachung eines Projekts in der Gewährleistungszeit eine eigene Leistungsphase, die Phase 9. Ist der Architekt mit dieser Leistung beauftragt, so muss er vor Ablauf der Gewährleistung prüfen, ob Mängel vorhanden sind.

Derzeit wartet die Stadt auf die Bestellung eines Gutachters durch das Landgericht Marburg, bei dem ein Beweissicherungsverfahrens eingeleitet wurde.

Ein Gutachter soll prüfen, ob 1995/1996 beauftragte Planungsbüros für die Mängel verantwortlich sind. Bisher hat das Gericht noch keinen Gutachter bestellt. Erst, wenn er die Schäden untersucht hat, darf die Stadt weiterbauen. Derzeit gibt es in Schweinsberg deshalb einen Baustopp. Bei Beginn der Arbeiten hatte die Stadt geplant, das Bürgerhaus nach dem Jahreswechsel wieder zu öffnen. Bürgermeister Christian Somogyi hatte schon klargestellt, dass er einer Öffnung des Hauses nur zustimmt, wenn die bekanntgewordenen Mängel beseitigt sind.

Ortsvorsteher Adolf Fleischhauer will die Hoffnung, dass bald am Bürgerhaus weitergearbeitet werden kann, aber nicht aufgeben. Dessen ungeachtet suchten die Vereine aber nach anderen Räumen, falls der Ernstfall eintritt. So werde beispielsweise der Schulungsraum der Feuerwehr für Hauptversammlungen genutzt. Auch für den berühmten Schweinsberger Fasching soll nach Alternativ-Quartieren geschaut werden.

von Michael Rinde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr