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Zusätzliche Soldaten kommen nach Stadtallendorf

Bundeswehr Zusätzliche Soldaten kommen nach Stadtallendorf

Der Kommandeur der Division Schnelle Kräfte (DSK), Brigadegeneral Eberhard Zorn, sieht für seinen Verband keine Probleme durch die vieldiskutierten Ausfälle von Bundeswehr-Hubschraubern.

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Brigadegeneral Eberhard Zorn äußerte sich gestern zur Situation der Division und aktuellen Entwicklungen am Standort Stadtallendorf.

Quelle: Tobias Hirsch

Stadtallendorf. Seit Juni ist Brigadegeneral Eberhard Zorn Kommandeur der Division Schnelle Kräfte. Zorn war in den vergangenen Monaten vor allem damit beschäftigt, die verschiedenen Einheiten der DSK näher kennenzulernen. Sein erster Eindruck vom Standort Stadtallendorf entspricht dem seiner Vorgänger: „Wir sind hier sehr gut aufgenommen worden.“

Für den Standort Stadtallendorf hatte Zorn eine gute Nachricht: Im Laufe des nächsten Jahres werden mehr Soldaten am Standort Stadtallendorf stationiert sein als bisher geplant. Statt 900 sind es dann knapp 1100. Ein Grund: Inzwischen ist die Entscheidung gefallen, die Leitstelle des Luftrettungsdienstes des Heeres, SAR, von Münster nach Stadtallendorf zu verlegen. Die Leitstelle koordiniert sämtliche Luftrettungs-Einsätze des SAR bundesweit. Außerdem wird im nächsten Jahr wie geplant eine Versorgungs-Kompanie nach Stadtallendorf verlegt. Sie wird allerdings nicht der Division unterstehen.

In der vergangenen Woche war die Bundeswehr auch wegen des Zustands von Unterkünften in ihren Kasernen in die Diskussion geraten. Etwa 47 Prozent der Mannschaftsquartiere sollen laut Medienberichten als unbenutzbar eingestuft worden sein. „Die Situation ist unterschiedlich“, sagt Divisionskommandeur Zorn. In der Stadtallendorfer Herrenwaldkaserne sind fast alle Unterkunftsgebäude mittlerweile komplett von innen saniert. Einige Fassadenarbeiten stehen noch aus. Schlechter steht es beispielsweise in Zweibrücken, Standort der künftigen Luftlandebrigade 1 (noch 26).

„Wir sind zu hundert Prozent in der Lage, unsere Aufgaben zu erfüllen.“

„Dort laufen Bauprogramme, aber die vorhandenen Probleme lassen sich nicht gleich morgen lösen“, beschreibt Zorn den Ist-Status. Seit Wochen steht die Bundeswehr samt ihrer Dienstherrin, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, angesichts der Probleme mit überalterten, nicht einsatzbereiten Transporthubschraubern und Transport-Flugzeugen wie der Transall in der öffentlichen Kritik. Der Führung der Division Schnelle Kräfte unterstehen seit Januar auch die beiden Heeresfliegerregimenter mit den neu eingeführten Transporthubschraubern NH 90 wie auch den älteren Maschinen und dem Kampfhubschrauber „Tiger“. Aus Sicht seines Verbandes fand Kommandeur Zorn am Mittwoch klare Worte: „Wir sind zu hundert Prozent in der Lage, unsere Aufgaben zu erfüllen.“ Eine zentrale Aufgabe der DSK sind militärische Evakuierungsoperationen an jedem Ort der Welt wenn nötig. Dort sieht Zorn keinerlei Einschränkungen. Das gilt auch für den Übungsbetrieb der Einheiten der Division.

Dass es die bundesweit diskutierten Probleme gibt, stellt Zorn gegenüber dieser Zeitung keineswegs in Abrede. „Aber man muss auch die Mengenlehre betrachten“, hält er entgegen. Transporthubschrauber wie der NH 90 werden gerade erst Zug um Zug neu bei der Truppe eingeführt, die Umstellung von Alt auf Neu sei noch in vollem Gange. Die Verzögerungen bei der Auslieferung der neuen Maschinen hat naturgemäß Folgen. „Gerade erst sind die ersten NH 90 in ihrer endgültigen Version ausgeliefert worden“, sagt Zorn.

Stadtallendorf übernimmt Betriebs- und Versorgungsverantwortung für Heeres-Transporthubschraubern

In der Abteilung Flugbetrieb in der Stadtallendorfer Kaserne läuft derzeit die Standardisierung der Vorschriften im Umgang mit dem neuen Material. Was die Situation bei den Transall angeht, so gab es im Übungsbetrieb bei der Division noch keine Probleme, zumal dort auf europäischer Ebene kooperiert werden kann. Die Division meldet ihren Bedarf dabei beim Europäischen Transportkommando an.

Anders sah es allerdings aus, als die Bundeswehr sieben Ausbilder der DSK per Transall in das irakische Erbil verlegen wollte und gleich zwei Maschinen wegen technischer Probleme ausfielen.

„Solche Situationen sind schwierig. Aber ich kann diese Probleme nicht beeinflussen“, kommentiert Zorn. Die Soldaten unterrichten dort Peschmerga-Kämpfer an den von Deutschland gelieferten Waffen. In Sachen Transporthubschrauber wird die DSK in Stadtallendorf ab nächstem Jahr weitere Verantwortung bekommen. Sie übernimmt die Betriebs- und Versorgungsverantwortung bei den Transporthubschraubern des Heeres.

Dies sei jedoch keine direkte Folge der derzeitigen Probleme bei der Truppe, betont Zorn. Auch das ist ein Grund dafür, dass die Zahl der Soldaten am Standort Stadtallendorf über das bisher geplante Maß steigen wird.

von Michael Rinde

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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