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Zur Entspannung in die Klangschale

Töne gegen den Alltagsstress Zur Entspannung in die Klangschale

„Der Ton bringt Zellen in Bewegung und erzeugt eine harmonische Struktur, die im Gegensatz zum modernen Leben steht, das oft stressig ist“, sagt Dieter Gensler und lässt die Klangschale „singen“.

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Dieter Gensler hat für diese Zeitung mit seinen Klangschalen schon einmal die Akustik im Schlossturm getestet.

Quelle: Florian Lechbacher

Mardorf. Nein, Klangschalenmassage ist nicht für jeden etwas - das weiß auch Dieter Gensler. Wer die Wirkung der Klangschalen spüren wolle, der müsse sich schon darauf einlassen, sagt der Mardorfer und betont: „So verrückt ist das nicht.“

Wer beispielsweise in einer Klangschale steht, wird merken: Der Ton breitet sich im Körper aus. Er bringe die Zellen in Bewegung, wirft der 60-Jährige ein: „Wäre Wasser in der Schale, sähe man die harmonische Strukturierung. Das moderne Leben ist oft stressig und nicht so harmonisch.“ Durch seine Gleichmäßigkeit sorge der Ton für Beruhigung und aktiviere Selbstheilungskräfte im Körper: „Man kann sich selber spüren, erlebt sich sehr intensiv und entspannt“, behauptet Gensler, der in Mardorf eine Praxis für Wohlfühl-, Klangmassage und Energiearbeit betreibt.

Wissenschaftliche Beweise gibt es nicht

Wissenschaftliche Beweise für die Wirkung von Klangschalentherapie gibt es nicht - wohl aber positive Erlebnisberichte. Er habe auch schon Ergotherapeuten, Krankengymnasten und anderen Masseuren Klangschalenausbildungen gegeben, berichtet Gensler. Ein Anwendungsgebiet sei beispielsweise in der Nachbehandlung von Schlaganfällen: Durch Klangschalentherapie ließen sich Verkrampfungen lösen. „Es wirkte wie ein hoffnungsloser Fall - aber nach 20 Minuten mit Klangschalen hatte sich die Verkrampfung fast komplett gelöst.“

Gensler selbst beschäftigt sich schon seit den 1980er Jahren mit Klangschalen und besitzt rund 30 Stück, die aus Indien und Nepal stammen. „Viele werden zwar in Indien hergestellt - aber eigentlich haben die Inder keine Ahnung von Klangschalen und machen das alles nur für die Touristen“, sagt er und hat auch eine Erklärung: „Das liegt daran, dass die meisten Menschen dort hinduistisch und nicht buddhistisch sind.“ Die Klöppel baut er sich selber: Steht die Optik im Vordergrund, greift er auf Eberesche und Birke zurück, ansonsten nutzt er Buche, Eiche oder nepalesische Harthölzer. Wichtig ist eines: Beim Anschlagen der Klangschalen gilt es, mit Schwung zu arbeiten und nicht auf Kraft zu setzen.

Mardorfer tritt beim Kulturspektakel auf

Am 5. September ist der Mardorfer mit seinen Klangschalen einer von mehreren neuen Programmpunkten der zum Kulturspektakel gehörenden Nacht der Keller. Diesmal finden die unterschiedlichsten Aktionen nicht nur in den Kellern statt: Im Burg-Café gibt Emilia Blumenberg ein Konzert, im Hainerturm am Mauerrundweg wartet Karin Kirchhain mit Geschichten auf Gäste, und im Schlossturm will eben Gensler mit Klangschalen für Entspannung sorgen (ausführliche Ankündigung des Programmes folgt).

Vor allem zur Musik lassen sich dabei gewisse Parallelen ziehen - auch wenn das eine die Emotionen runter- und das andere sie zumeist rauffahren soll. „Musik ist auch körperlich spürbar. Besonders den Bass empfinge ich als angenehm“, kommentiert Werner Eismann - Musiker der Band Softeis und zweiter Vorsitzender des Fördervereins Kulturspektakel.

Gensler spielt auch auf zwölfsaitiger Gitarre

Mit Rockmusik ließen sich Klangschalentöne zwar nicht vergleichen: „Aber es gibt gewisse Musik mit Frequenzen, die den Menschen anders berühren und beruhigen. Auch hier hängt es davon ab, wie sehr man sich auf einen Song einlässt.“ Musik wird Gensler in Amöneburg übrigens auch machen: Wenn er nicht gerade Klangschalen zum Singen bringt, möchte er auf seiner zwölfsaitigen Gitarre „stimmungsvolle Lieder“ präsentieren. Die dritte Nacht der Keller findet am Samstag, 5. September, von 19 bis 23 Uhr in der Amöneburger Kernstadt statt. Programm gibt es zwischen 19.30 und 22.30 Uhr.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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