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Zunächst geht‘s an die Datenerfassung

machbarkeitsstudie Zunächst geht‘s an die Datenerfassung

Kommt ein Nahwärmenetz für Amöneburg infrage? Zwei Stunden lang befasste sich der Ortsbeirat erneut mit dem Thema Machbarkeitsstudie. Am Ende der Sitzung bildete sich eine "Initiativgruppe".

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Der Ortsbeirat stimmte für die Gründung einer Initiativgruppe und die anschließende Datenerhebung.Foto: Karin Waldhüter

Amöneburg. Noch hat der Ortsbeirat der möglichen Machbarkeitsstudie „Bioenergiedorf Amöneburg“ nicht zugestimmt. Stattdessen gründeten sie eine Initiativgruppe, um Daten zu erfassen und eine Grundlage für eine Studie zu schaffen. Die Gruppe wird einen Frage­bogen vorbereiten, sich jede Straße vornehmen und in die Haushalte hineingehen. Anhand der eingegangenen Daten will der Ortsbeirat dann entscheiden, ob er einer Machbarkeitsstudie zustimmt.

Geklärt werden soll zunächst, ob eine generelle Akzeptanz besteht und ein gemeinsames Vorgehen gewollt ist, um danach ­eine optimale Lösung für den Ort auszuarbeiten. Winfried Kaul hatte bereits im Vorfeld Zustimmung signalisiert und sich bereiterklärt, als Erster den Schritt zu tun und die Initiativgruppe auf den Weg zu bringen. Dr. Klaus Mund, Winfried Nau, Herbert Fischer, Peter Greib, Andreas Möller-Forst und Ortsvorsteher Sefa Elmaci schlossen sich an. Kaul versprach, noch weitere Mitstreiter anzusprechen. Bis zum 30. April erwarten die Stadtverordneten eine Stellungnahme des Ortsbeirats zu diesem Thema.

Wie schon zu der Informationsveranstaltung in Roßdorf Ende Januar war auch Georg Stegemann von der Firma Viessmann gekommen, der sich in Mengsberg um das Solarthermie-Projekt kümmert. „Wichtig ist, dass es eine Initiativgruppe und Bürger gibt, die hinter dem Projekt stehen“, erklärte er.

Bedenken hinsichtlich der Kosten, der Wirtschaftlichkeit, der „großen, blitzenden Flächen“, die die Solarthermie brauche, und der damit verbundenen Ortsveränderungen äußerte Ortsbeiratsmitglied Reinhard Franke. Mit Blick auf die „zukunftweisenden Pläne“ (Redox-Flow-Batterie und Wasserstoff als Energiespeicher), die Andreas Möller-Forst in der vorvergangenen Ortsbeiratssitzung vorgestellt hatte, wollte Franke wissen, ob sich dies nicht kombinieren lasse. Für ihn sei die Solarthermie ein großes Problem und er hätte sich ein anderes Konzept gewünscht. Stegemann erklärte, er sei von Bürgermeister Michael Plettenberg speziell auf diese Technik angesprochen worden. Er sei aber ganz offen für alternative Technologien - ob Wärmepumpe oder Geothermie. Als eine mögliche Fläche für Solarthermie nannte er ein süd-westlich von Amöneburg gelegenes Gelände Richtung Segelflugplatz/Mardorf. Er betonte, dass ein bestehendes Nahwärmenetz auch für zukünftige Technologien genutzt werden könne.

Ein spezielles Problem brachte Peter Greib auf den Tisch: ­Gerade in der Altstadt hätten viele Haushalte eine Elektroheizung, sagte er und betonte: Im Falle eines Anschlusses bedeute dies für die Haushalte, eine wasserführende Heizungsanlage einbauen zu lassen. „Wie ­können wir die Leute mitnehmen, die keine wasserführende Heizung haben?“, so Greib. Der Fragebogen soll deshalb die Frage enthalten, ob eine Bereitschaft zur Umstellung besteht.

Der erste Stadtrat Bernd Riehl riet dazu, den Bürgern die Angst vor der Umstellung zu nehmen. Dies sei am besten durch Erfahrungsberichte möglich. Ortsbeiratsmitglied Freddy Greib verwies auf die besondere Situation in Amöneburg mit seinem Oberberg mit Altbebauung, der Siedlung und der Neubauecke, wo schon viel gemacht worden sei. „Alle, die in den 70ern gebaut haben, könnten wir wohl mitnehmen“, mutmaßt er.

Es gebe einige Möglichkeiten - eine Entscheidung Richtung ­Solarthermie und Hackschnitzel sei noch nicht getroffen, unterstrich Elmaci. Ob es einen weiteren Infoabend geben wird, liegt jetzt in den Händen der Initiativgruppe.

von Karin Waldhüter

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