Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Zum Schluss gibt‘s stehende Ovationen

Konzert Zum Schluss gibt‘s stehende Ovationen

Wer hinter dem evangelischen Posaunenchor langweilige Blasmusik vermutet, wird schnell eines Besseren belehrt. Schwungvoll zeigen sie bei ihrer Geburtstagsreise einen Einblick in ihr Repertoire, aber auch in ihren Gemeinschaftssinn.

Voriger Artikel
Prima Glöckner wirkt bei "My Fair Lady" mit
Nächster Artikel
Bewohner springen aus Gebäude

In Orchester-Besetzung spielte der Posaunenchor Schwabendorf in der Kirchhainer Martin-Luther-Kirche das zweite von drei Jubiläumskonzerten.

Quelle: Mareike Bader

Kirchhain. „Was für die Fußballer der Uwe Seeler ist, das ist für uns der Uwe Henkel“, würdigten die Laienmusiker des Posaunenchors Schwabendorf ihren Dirigenten, der schon seit 25 Jahren den Taktstock schwingt. Zusammen mit dem Pfarrer Dierk Brüning sind sie unter dem Motto „Heilig‘s Blechle“ auf Jubiläumsreise und feiern mit einem bunten Musikprogramm zunächst außerhalb Schwabendorfs ihr 50-jähriges Bestehen. „Von Schwabendorf hat sich der Posaunenchor heute mal verabschiedet“, sagte Dierk Brüning bei seiner Moderation.

Für die Mini-Tournee mit Stationen in Cappel, Kirchhain und Gemünden/Wohra wurden Kirchen ausgesucht, die auch Platz für alle 30 Musiker bieten. Für die drei Flötistinnen Lydia Schmidt, Daniela Henkel-Krebs und Nadine Aillaud sind die Konzerte der Geburtstagreise zugleich die ersten große Auftritte. Sie wurden aus den eigenen Reihen selbst ausgebildet.

"Keine typische Blasmusik"

Am Sonntag spielte der Schwabendorfer Posaunenchor in der Martin-Luther-Kirche in Kirchhain - quasi ein Heimspiel für Uwe Henkel, der auch den Posaunenchor der Kirchhainer Kirchengemeinde leitet. Und doch hatte Henkel vor dem Konzert ein paar Sorgen wegen der Akustik in dem hohen Kirchenschiff. Die erwiesen sich jedoch als unbegründet. Von Anfang an erfüllte der Schwabendorfer Posaunenchor die Martin-Luther-Kirche mit einem warmen, ausgewogenen Klang, dem Schlagzeuger Nico Waldinger den richtig Rhythmus unterlegte.

„Wir spielen keine typische Blasmusik“, ließ der Posaunenchor vorab verlauten. Als entsprechend vielseitig erwies sich das Konzert-Repertoire. Gespielt wurden Gospels, Arrangements von Popliedern, aber auch traditionellere Stücke. Mit einem „Largo Cantabile“ des barocken Komponisten Jean-Baptiste Loeillet erwies der Posaunenchor der Geschichte Schwabendorfs seine Reverenz, das 1687 von Glaubensflüchtlingen - Hugenotten und Waldensern - gegründet worden war.

Klaus Helleiner am Flügelhorn, Elfriede Boucsein-Müller an der Trompete, Thomas Markus an der Tuba und Uwe Henkel an der Posaune spielten gemeinsam das Stück in einer Bearbeitung von Philip Schütz, der in Schwalmstadt aufgewachsen ist und vergangenes Jahr sein Bläserexamen am Hoch‘schen Konservatorium in Frankfurt bestanden hat. Er ist auch einer der vier Berufsmusiker, die beim Bläserworkshop am 11. Juli ihr Wissen weitergeben werden.

Berichte über Aktivitäten

Zwischen den Stücken berichteten die Musiker beim „Posaunenchorvarieté“ auch in alphabetischer Reihenfolge von den Aktivitäten des Posaunenchors, wie Muttertagsessen, Laternenumzug oder Adventscafé.

Neben der Musik ist auch die Gemeinschaft im Dorf sehr wichtig, das war deutlich anzumerken. So passte es auch, dass das Publikum nicht einfach nur der schönen Musik lauschen, sondern bei zwei Stücken auch mitsingen durfte.

Die 15-jährige Tine Brüning begleitete den in Orchesterbesetzung spielenden Posaunenchor mit ihrem Gesang bei einigen Stücken, wie „The Rose“ oder „I will follow him“.

Das Publikum feierte die Musiker mit langanhaltendem Applaus und stehenden Ovationen.

von Mareike Bader

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr