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Zum Jubiläum gibt‘s eine Ausnahme

Europafest Zum Jubiläum gibt‘s eine Ausnahme

Eigentlich findet das Europafest, das einst Europastraßenfest hieß, nur alle zwei Jahre statt. Da die Veranstaltung in diesem Jahr 25 Jahre alt wird, hält der ausrichtende Arbeitskreis eine Ausnahme für mehr als angebracht.

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Kenan Gülmez (von links), Stephan Runge und Sebastian Habura (alle vom Arbeitskreis Europafest) präsentieren gemeinsam mit Bürgermeister Christian Somogyi und Horst Fisbeck, einem Initiator des Festes, das Plakat zur Jubiläums-Veranstaltung.Foto: Lerchbacher

Stadtallendorf. 25 Jahre ist es her, da kam im Verkehrsverein Stadtallendorf die Idee auf, anlässlich des 25-jährigen Vereinsbestehens ein großes Fest auszurichten. Ein Fest für die Stadtallendorfer. Ein Fest, das die Menschen aus damals mehr als 60 Nationen zusammenbringen sollte. Und ein Fest, mit dem der Abschluss der Umbauarbeiten an der Niederkleiner Straße gefeiert werden sollte. „Es passte einfach alles zusammen“, erinnert sich Horst Fisbeck, der die Veranstaltung gemeinsam mit Dieter Greier. Dieter Simon, Peter Ullrich und dem bereits verstorbenen Friedel Koch aus der Taufe hob. Es gab also genug Gründe, zu feiern, und die Voraussetzungen für ein gelungenes Fest waren gegeben. Als der große Tag gekommen war, spielte jedoch erst einmal das Wetter nicht mit: „Es gab eine heftige Dusche, und alle rannten in die Geschäfte“, berichtet Fisbeck. Zum Glück sei es aber nur ein Schauer gewesen: „Danach kamen die Menschen zurück auf die Straße und feierten bis spät in die Nacht. Und zwar Menschen aus verschiedensten Nationen - so, wie wir gehofft hatten.“

Dass dies der Beginn einer langen Erfolgsgeschichte sein sollte, habe er damals nicht geglaubt, sagt der heutige Ehrenvorsitzende des Verkehrsvereins und fügt zurückhaltend hinzu: „Aber gehofft.“ Allerdings sei bereits nach der ersten Auflage klar gewesen, dass der Verkehrsverein alleine die Ausrichtung der Veranstaltung auf Dauer nicht stemmen könne. Es kam zur Gründung eines Arbeitskreises, der die Aufgabe übernahm, und dessen Mitglieder beschlossen, das Europastraßenfest alle zwei Jahre stattfinden zu lassen - damit es nicht mit dem ebenfalls im zweijährigen Turnus veranstalteten Altstadtfest kollidiert.

In diesem Jahr gibt es erst zum zweiten Mal eine Ausnahme von der Regel: Im Jahr 2010 hatte der Arbeitskreis aufgrund des in Stadtallendorf stattfindenden Hessentages das Europastraßenfest ausfallen lassen. Für dieses Jahr traf die Gruppe die Entscheidung, dass Stadtallendorf anlässlich des Jubiläums zwei große Feste vertragen könnte. „Es kommt ja auch nicht zur Kollision der Termine -und das ist nur eine einmalige Sache“, betont Bürgermeister Christian Somogyi: das Europafest findet am 6. Juni statt (und dauert im Gegensatz zur Auflage des vergangenen Jahres nur einen Tag) - das Altstadtfest wie gewohnt im August.

Ein konkretes Programm gibt es für die 13. Auflage des Europafestes noch nicht. Sicher ist bisher, dass die Stadtallendorfer, die das Fest ins Leben riefen, geehrt werden sollen. „Außerdem werden wir wieder ein Programm für Kinder haben“, sagt Stephan Runge, der Sprecher des Arbeitskreises Europafest. „Zum Beispiel ein Kletterangebot“, wirft Sebastian Habura ein, der Mitglied des Arbeitskreises und zudem neuer Streetworker der Stadt Stadtallendorf ist. Des Weiteren werde es „Essen aus aller Herren Länder“ geben, und abends sollen ein oder zwei Bands für Musik sorgen. „Wir haben gerade erst mit den Gesprächen begonnen“, kommentiert Runge und berichtet, einen Krammarkt werde es ebenso wenig geben wie Fahrgeschäfte von Schaustellern. Was er gerne wieder im Programm sehen würde, seien Auftritte verschiedener Folkloregruppen, die die bunte Mischung des Stadtallendorfer Lebens widerspiegeln würden, sagt Habura. Besonders gut in Erinnerung sei ihm eine „jugoslawische Tanzgruppe“, die stets für Begeisterung bei den Besuchern gesorgt habe: „So etwas suchen wir. Wir möchten die Vielfalt der Nationen abbilden und brauchen dringend heimische Gruppen, die Tänze aufführen - oder Essen aus ihrer Heimat anbieten.“

Je mehr multikulti, desto besser, betont der Streetworker - sowohl bei den Feiernden als auch denen, die sich am Programm beteiligen. Da wundert es nicht, dass Haburas liebste Erinnerung an ein Europastraßenfest -das seit dem Wechsel des Veranstaltungsorts von der Niederkleiner Straße in den Heinz-Lang-Park im Jahr 2012 nunmehr nur noch Europafest heißt - mit einer das Stadtbild prägenden Nation zu tun hat: Als die türkische Fußballnationalmannschaft im Jahr 2002 bei der Weltmeisterschaft bis ins Halbfinale vorgerückt sei, hätten sich auf der Niederkleiner Straße „irre Szenen“ abgespielt: Türkische Mitbürger hätten die Innenstadt in die Farben ihres Heimatlandes getaucht und bei ihrem Siegeszug für eine unglaubliche Stimmung gesorgt.

Stephan Runge erinnert sich am liebsten an das Europastraßenfest für Kinder des Jahres 2009 und das Fest des Jahres 1994, als er erstmals mit seinem Freizeitsportclub einen Stand aufgestellt habe: „Und 2008 war auch toll, als die HR3-Clubnight zu Gast war und es den ganzen Tag über Musik gab.“

Somogyi will sich derweil nicht auf eine Lieblingsveranstaltung festlegen: „Alle waren toll. Das Europafest ist eines der wichtigsten Volksfeste der Region. Es ist das Fest der Stadtallendorfer - das Fest der verschiedenen Nationen und der Vereine.“ Und dann findet der Bürgermeister doch noch eine Erinnerung, die besonders herausragt: „Ich fand es immer toll, bei schönem Wetter die Niederkleiner Straße rauf- und dann wieder runterzulaufen - und dann mit Freunden an der Eisdiele hängenzubleiben, sich auf den Bürgersteig zu setzen und den Menschen bei ihrem fröhlichen Treiben zuzuschauen.“

Und Fisbeck? Der muss nicht lange nachdenken, denn mit einer Auflage ist Stadtallendorf in die Annalen eingegangen: Im Jahr 2000 sorgten 3385 Menschen dafür, dass die Stadt sich mit der längsten Brotzeittafel der Welt rühmen darf - eine Marke, die noch heute im Guinnessbuch der Rekorde steht.

Weitere Informationen rund um das Europafest gibt es im Internet auf der Homepage www.europafest-stadtallendorf.de

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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