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Zukunft des alten Löschteichs offen

Streit über Varianten Zukunft des alten Löschteichs offen

Dass mit der Teichanlage am Iglauer Weg in Stadtallendorf etwas passieren muss, ist politisch unumstritten. Doch in welche Richtung es gehen soll, bleibt auch nach einer weiteren Ausschuss-Beratung offen.

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Dass die Teichanlage am Iglauer Weg nicht so bleiben kann, ist unumstritten. Was aus ihr werden soll, ist aber weiterhin nicht klar. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Das Thema Teichanlage Iglauer Weg beschäftigt Verwaltung, Politik und auch die Anwohner aus der Umgebung mittlerweile seit dem frühen Herbst 2014. Ob die Stadt den Teich einebnet und dort eine Parklandschaft baut, ob ein kleinerer neuer Teich entsteht oder es dazu kommt, dass die Stadt das Grundstück verkauft, bleibt weiter offen. Aller Voraussicht nach wird das Thema bei der Stadtparlamentssitzung am Donnerstagabend von der Tagesordnung genommen.

In einer Sitzung des Bauausschusses gab es keine klare Meinung der Parlamentarier, in welche Richtung die Stadt agieren sollte. Im Januar hatte es eine Bürgerinformation der Stadt gegeben, bei der die verschiedenen Varianten vorgestellt und diskutiert wurden. Schließlich hatte das Thema die Gemüter von Anwohnern erregt. Am Ende der Informationsveranstaltung stand ein sehr knappes Votum: 19 Anwohner wollten einen Erhalt der Wasserfläche, 17 eine Parklandschaft ohne Teich, nur einer einen Verkauf. Markus Hirth vom Programm „Soziale Stadt“ hatte moderiert. Im Ausschuss sprach er davon, dass es zumindest ein eindeutiges Meinungsbild für eine Sanierung gab. Vom Förderprogramm „Soziale Stadt“ könnte Stadtallendorf noch einmal profitieren. 125000 Euro Zuschuss stünden für eine Umgestaltung bereit, allerdings nicht für bloße Reparaturarbeiten.

Der von der Stadt beauftragte Architekt stellte im Ausschuss noch einmal die Kosten dar, die in jedem Falle erheblich sein dürften - außer bei einem Grundstücksverkauf. Dabei hielte die Stadtverwaltung eine einmalige Einnahme von 120000 Euro für realistisch. Die Variante „Parkanlage mit Rasenmulde“ käme auf 395000 Euro Baukosten und Unterhaltungskosten von jährlich 24000 Euro. Die Variante mit neuer Teichanlage käme auf 486000 Euro, Folgekosten 30000 Euro. Für eine reine Sanierung des Teiches mit komplettem Abtrag der Uferböschung, neuer Wassertechnik, aber ohne Spielanlagen veranschlagt das Architektenbüro rund 358000 Euro. Einen Zuschuss gäbe es dafür definitiv nicht.

CDU sympathisiert wegen Kosten mit einem Verkauf

Die Diskussion hatte ein breites Spektrum. Hans-Georg Lang, Vorsitzender der CDU-Fraktion, erklärte vor dem Hintergrund dieser Zahlen, dass die Christdemokraten angesichts der Haushaltslage und Folgekosten mit einem Verkauf sympathisieren. Damit stand die CDU in der Sitzung allerdings alleine da.

Bei der Bürgerunion Stadtallendorf machte Manfred Thierau klar, dass seine Fraktion den Bürgerwillen respektiere und nur einer Lösung mit Teich zustimme - auch wenn das Ergebnis knapp sei. Winand Koch von der FDP warnte ebenfalls davor, den Bürgerwunsch zu übergehen. Werne Hesse, Fraktionsvorsitzender der SPD, steht einer Planung mit Teich angesichts von Bau- und Folgekosten skeptisch gegenüber. „Der Nutzen ist nicht so nachzuvollziehen, dass es das wert ist“, so sein Resümee. Bernt Klapper von Bündnis 90/Die Grünen erkennt hinter dem Zustand von Teich und Umgebung sogar eine gewisse Form von „Stimmungsmache“ und machte sich für einen Erhalt der natürlichen Umgebung stark. Nach anderthalb Stunden mit Vorträgen und Diskussion zog Ausschuss-Vorsitzender Jürgen Behler einen Schlussstrich. „Ich glaube nicht, dass wir heute zu einem Ergebnis kommen“, womit er es auf den Punkt brachte. Bürgermeister Christian Somogyi will sich nicht dagegen sperren, die Entscheidung noch einmal zu vertagen. Allerdings forderte er von der Politik ein klares Votum, in welche Richtung die Verwaltung für eine neue Vorlage denn nun weiterplanen soll. Dieses „Signal“ wurde ihm zugesagt. Nach den Fraktionssitzungen vor dem Stadtparlament wollen die Parlamentarier Rückmeldung Richtung Verwaltung geben. Fortsetzung folgt also.

von Michael Rinde

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