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Zukunft des Sportvereins steht in den Sternen

SV Rüdigheim Zukunft des Sportvereins steht in den Sternen

So nah liegen Licht und Schatten beieinander: Beim SV Rüdigheim gibt es die Hoffnung, wieder eine Fußballmannschaft ins Rennen schicken zu können – gleichzeitig steht der Verein allerdings ohne Vorstand da.

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Wenn sich nicht bald ein Vorsitzender findet, gehen beim SV Rüdigheim die Rollläden runter.

Quelle: Florian Lerchbacher

Rüdigheim. Für Andreas Vielhaber war das Maß voll: Mehrfach hatte er auf die prekäre Lage des Vereins hingewiesen, nun warf er die Brocken hin und trat als Vorsitzender des Vereins zurück. Der Grund ist einfach: Er hat weder die Kraft noch die Lust, den Verein weiter ohne die Unterstützung der anderen Mitglieder am Leben zu halten.

Nachdem sich während der Jahreshauptversammlung in Vielhaber ein Vorsitzender und in Mechthild Schraub eine Kassiererin hatten finden lassen, die Positionen des stellvertretenden Vorsitzenden, des Schriftführers und des Jugendwarts aber unbesetzt blieben, stand eine außerordentliche Versammlung an. Von den 190 Mitgliedern des SVR kamen 16. „Diese Zahl ist ein sehr starkes Statement“, kommentiert Vielhaber, der sein Amt niederlegte. „Ich weiß jetzt, dass kein Interesse da ist“, ärgert er sich.

„Uns wurde von einigen Seiten vorgeworfen, alles falsch zu machen – aber es findet sich niemand, der es besser machen will“, ergänzt er und berichtet im Gespräch mit dieser Zeitung, dass Kritik an der Auflösung der Fußballmannschaft laut geworden sei: „Wir mussten diesen Schritt machen, sonst wäre der Verein bankrott gegangen. Das hatten wir vor unserer Wahl im Jahr 2009 auch angekündigt.“ Allerdings hätten die Rüdigheimer diese Entscheidung schon viel früher treffen müssen: „Das Team bestand nicht einmal aus einer Handvoll Rüdigheimer sondern größtenteils aus Söldnern, die in der B-Liga Geld kassierten – ohne geradeaus laufen zu können.“

Inzwischen ist der Verein finanziell wieder auf die Beine gekommen, freut sich Vielhaber, der viel Zeit investierte. Aus dem Vorstand seien viele Ideen gekommen: „Ich habe es aber satt, ständig hinter jedem herzulaufen – am Ende erledigt man die Aufgaben ohnehin selber, weil es dann einfach schneller geht“, sagt er und fügt hinzu, dass er die Arbeit auch gerne gemacht habe, da ihm der Verein am Herzen liege. Allerdings sei es nun Zeit für ein Zeichen gewesen, denn für solide Arbeit seien mindestens zehn Mitglieder nötig – fünf im Vorstand und fünf als Unterstützung.

Neun davon gilt es zu finden. Zunächst ist es aber wichtig, einen neuen Vorsitzenden zu finden, durch den sich der Verein am Leben halten lässt – vor allem vor dem Hintergrund, dass es wieder Hoffnung für eine Fußballmannschaft gibt.

Die Rüdigheimer haben einige Jugendliche an der Angel, die Fußball im Verein spielen wollen. Nun gelte es, einige heimische Fußballer zu finden, um im Ort die Identifikation mit dem Team voranzutreiben. In der Abteilung will sich Rüdiger Viertelhausen engagieren, der zehn Jahre lang im Vorstand tätig war, nun aber einen anderen Schwerpunkt setzen möchte. „Ich will mit Nachdruck an einer Lösung arbeiten“, sagt er zu den Vakanzen in der Führungsriege und erklärt, er habe Verständnis für die Reaktion Vielhabers, auch wenn er die Vorwürfe als „nicht so schlimm“ empfunden habe. „Ich kann mich mit der Situation nicht abfinden“, ergänzt er und kündigt an, sich weiter ums „Überleben“ des SV Rüdigheim und die Wiedereinführung der Fußballmannschaft bemühen zu wollen: „Ich glaube daran, dass es weiter geht.“

von Florian Lerchbacher

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