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Zukunft abseits des Kirchturmdenkens

Unser Dorf hat Zukunft Zukunft abseits des Kirchturmdenkens

Schon das Ortsbild verrät: Kleinseelheim hat seine Vergangenheit in die Gegenwart gerettet. Und in der Gegenwart arbeiten die Kleinseelheimer an ihrer Zukunft. Beste Voraussetzungen für die Teilnahme am Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft.

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Diesen im Ortskern gelegenen Drei-Seiten-Hof präsentierten die Kleinseelheimer der Kommission als gelungenes Beispiel für die Fassaden-Begrünung alter Bausubstanz. Foto: Matthias Mayer

Kleinseelheim. Stolze und große Fachwerk-Höfe prägen seit Jahrhunderten das Ortsbild. Sie wurden nicht dem Modernitätsstreben der vergangen Jahrzehnte geopfert, sondern blieben in ihrer Struktur erhalten. Fast alle werden noch genutzt: Als Standort landwirtschaftlicher Betriebe oder zu Wohnzwecken.

Aber was ist, wenn es für Scheunen und Stallungen keine Verwendung mehr gibt? Wenn die letzten Bewohner eines Hofes gestorben sind? Überall auf dem Land werden diese Fragen diskutiert - so auch in Kleinseelheim. Alleinstellungsmerkmal des Kirchhainer Stadtteils ist, dass diese Diskussion abseits des Kirchturmdenkens geführt wird. Schon zweimal hat die Dorfgemeinschaft diesen zentralen Fragestellungen in jüngster Vergangenheit ein Forum für die ganze Region geboten. Sie organisierte eine Ausstellung über Möglichkeiten energetischer Sanierung alter Gebäude und einen Scheunen-Workshop, der Konzepte für die Umnutzung nicht mehr benötigter landwirtschaftlicher Gebäude.

Eine dritte regionale Aktion zu diesem Thema ist für November geplant. Die Bewertungskommission um Margot Schneider hörte es gern, zumal das Kleinseelheimer Zukunftsprojekt Bioenergiedorf schon den Status der Machbarkeitsstudie erreicht hat. Aber das Kleinseelheimer Moderatoren-Team mit Steffi Mai, Ortsvorsteher Professor Rainer Waldhardt, Martin Braun, Gerhard Elmshäuser, Horst von Chmielewski und Sven Michel hatte noch viel mehr zu berichten und zu zeigen.

Wer hätte gedacht, dass in einem 701-Seelendorf 14 Nationen vertreten sind? Das Dorf dieser Größe ein derart breit aufgestelltes Vereinsleben hat? Dass neben der integrativen Kindertagesstätte zwei Metzger, ein Getränkemarkt, ein Antiquitätengeschäft und sogar ein Nagelstudio zur Infrastruktur gehören?

Gern zeigten die Kleinseelheimer ihre baulichen Schätze im Ortskern und ihre ökologischen und landschaftlichen Kostbarkeiten im Ort und in der Feldgemarkung - so auch den für die Kinder angelegten Beerengarten, wo das halbe Dorf die Kommission zu Kaffee und Obstkuchen erwartete.

Die Selbstdarstellung bot auch den Eigenleistungen breiten rau. So bauten die Kleinseelheimer für ihre Kinder einen heute heftig frequentierten Soccer-Court und sie baute die zum Teil eingestürzte Friedhofsmauer mit historischen Ziegelsteinen aus dem Ort wieder auf. Und am Elauer Wäldchen entstand der in den 70er Jahren zugeschüttete alte Schäferbrunnen neu und mit ihm ein wunderschöne Platz.

Welchen Eindruck die Kommission von Kleinseelheim gewonnen hat, wird sie am 6. Oktober verkünden. Das sagte Magort Schneider während der Abschlussbesprechung an der Grillhütte. Dort bewirteten die Kleinseelheimer ihre Gäste mit Brot und Wurst aus dem Ort.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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