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Zuhörer schunkeln zur "Kaschemmenmusik"

Konzert Zuhörer schunkeln zur "Kaschemmenmusik"

Zum Sommerfest hatte der Brücker Verein in diesem Jahr die Marburger Band „MalCanto“ eingeladen. 100 Zuhörer kamen in den Mühlenhof - darunter auch ein ganz spezieller Gast.

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Die Band „MalCanto“ spielte am Samstagabend vor der besonderen Kulisse der Brücker Mühle in Amöneburg.

Quelle: Yanik Schick

Amöneburg. Zwischen den Bänken der (menschlichen) Konzertbesucher saß ein scheinbar völlig unaufgeregter Schwan und lauschte dem ersten Lied der Band. Eine solche Kulisse sei auch für sie selbst ungewohnt, scherzten die Musiker aus Marburg am Beginn des Abends. Und obwohl der Schwan nach relativ kurzer Zeit in Richtung Ohm das Weite suchte, passte sein „Besuch“ in der Brücker Mühle in das Gesamtbild an diesem Abend.

Auf dem kleinen Hof - umgeben von Mühle und Fluss - erzeugte das Konzert seinen ganz eigenen Charme. „Unser Ziel ist, die Brücker Mühle als Industrie- und Kulturdenkmal mit Leben zu füllen“, sagte Reiner Nau, der Vorsitzende des Brücker Vereins, „wir wollen es im Bewusstsein halten und damit zeigen, wie schön unsere Heimat ist.“

Die vierköpfige Band „MalCanto“ prägte den Abend durchweg mit munteren Takten und Melodien - das Publikum klatschte oder summte im Rhythmus mit, manche Zuhörer tanzten sogar. Mit „Kaschemmenmusik“ umschreibt die Band ihre Stilrichtung selbst. „Wir machen Musik, von der wir denken, dass sie früher einmal in Kaschemmen oder abgehalfterten Bars gespielt wurde“, erläuterte der Frontmann Peter Volksdorf. Während des Konzerts sang sie also mit eigens verfassten, lockeren und auch humorvollen Texten von Ausschnitten des eigenen Lebens.

„Unsere Texte ergeben sich aus unserem Lebenszusammenhang"

Bei Liedern wie „Straßenköterwalzer“ oder „Versagertango“ handele es sich um echte Gassenhauer - das Leben der Reichen und Schönen interessiere ja schließlich niemanden, so die Band. „Unsere Texte ergeben sich aus unserem Lebenszusammenhang und dem, was wir kennen. Darüber schreiben wir“, sagte Schlagzeug-Spieler Erik Th. Singer im Gespräch mit der OP am Samstagabend.

Die Atmosphäre an der Brücker Mühle, an der die Gruppe in dieser Zusammensetzung zum ersten Mal auftrat, gefiel den Musikern auf Anhieb. „Solche Höfe sind ideal“, befand Gitarrist Markus „ChilliWilli Szymanski“ Wiemeler, „hier können sich die Leute sammeln und es entsteht eine gute Stimmung.“ Gerade bei Songs wie „Bei mir bist du schön“ bewahrheitete sich jener Eindruck, als das Publikum kollektiv mitzusingen begann.

Auch Müllermeister Thomas Kleinschmidt zeigte sich beeindruckt von der Musik und dem Bild auf dem Mühlenhof. „Er ist mit Leben gefüllt“, bewunderte er, „und so ist es einfach ein netter Abend.“ Nach dem Dauerregen im vergangenen Sommer stimmte diesmal auch wieder das Wetter: fast 40 Gäste mehr waren im Vergleich zum Vorjahr gekommen, einzelne Fans mussten deshalb sogar mit einem Platz am Rande der Brücke vorliebnehmen.

Für Reiner Nau und den Brücker Verein war diese Resonanz erfreulich. Die Verantwortlichen versuchen regelmäßig, durch ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot verschiedene Zielgruppen anzusprechen. „Und heute habe ich wieder viele Leute gesehen, die vorher noch nie hier waren“, sagte Nau gegenüber der OP.

von Yanik Schick

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