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Zieht Kindergarten Am Steinweg um?

Stadt erwägt Gebäudetausch Zieht Kindergarten Am Steinweg um?

Falkenweg statt Steinweg - an diese neue Adresse müssen sich wahrscheinlich Kinder, Erzieherinnen und Eltern des Altstadt-Kindergartens Am Steinweg ab dem Kindergartenjahr 2017/ 2017 gewöhnen.

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Das mögliche Domizil für den Kindergarten: das evangelische Gemeindezentrum im Falkenweg. Foto: Matthias Mayer

Kirchhain. Der städtische Kindergarten Am Steinweg ist an das stattliche Gemeindehaus angebaut, das die Kirchhainer Kirchengemeinde nach einer Vorgabe der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck ebenso räumen und verkaufen muss, wie das Gemeindezentrum im Falkenweg (die OP berichtete. Schon bei der Offenlegung dieser Pläne hatte Pfarrer Dr. Georg Kuhaupt gemutmaßt, dass das große Gemeindehaus wegen seiner baulichen Verbindung mit dem Kindergarten - unter anderem gibt es für beide Gebäude eine gemeinsame Heizungsanlage - wohl schwer zu verkaufen sei.

Aus der damaligen Vermutung ist inzwischen Gewissheit geworden, wie Bürgermeister Jochen Kirchner am Dienstagabend vor dem Kirchhainer Haupt- und Finanzausschuss berichtete. Die Kirche sei auf die Stadt mit der Bitte zugekommen, die Immobilien Kindergarten Am Steinweg und Gemeindezentrum Falkenweg untereinander zu tauschen.

Das Gebäude im Falkenweg ist nach Auskunft des Bürgermeisters für den Kindergarten nutzbar. Der Turnraum ist etwas kleiner als Am Steinweg, dafür sind die beiden Gruppenräume größer. Zum Gebäude gehört ein relativ kleines Gartengrundstück, das, so Jochen Kirchner, aber durch ein in Richtung Niederrheinische Straße gelegenes städtisches Grundstück erweitert werden kann. Dieses Grundstück ist durch einen Weg vom eigentlichen Areal getrennt.

Eine Kostenschätzung habe ergeben, dass der 1999 erbaute Kindergarten und das Anfang der 80er Jahre entstandene Gemeindezentrum den gleichen Wert besäßen, so dass ein Tausch ein zu eins erfolgen könne, berichtete Kirchner.

Allerdings stehen der Verwirklichung noch zwei Punkte im Weg. Der Umbau des energetisch noch nicht sanierten Gemeindezentrums muss schon in diesem Jahr beginnen, damit das Haus im August 2016 bezugsfertig sein kann. Dafür gibt es im Haushalt kein Geld und eine zusätzliche Kreditaufnahme verbietet sich für die Schutzschirm-Kommune. Das Problem hat der Bürgermeister mit der Kirche besprochen, die sich bereit erklärte, der Stadt in diesem Jahr ein Darlehen über 80000 Euro zu gewähren.

Jochen Kirchner beklagte allerdings, dass die von der Kirche jetzt in einem Vertrag angebotenen Kreditkonditionen für die Stadt weitaus schlechter seien als die mündlich vereinbarten Bedingungen. Da das für die Stadt nicht akzeptabel sei, werde er vorerst die Beschlussvorlage des Magistrats zurückziehen.

Während der Aussprache trat ein weiteres Problem auf. Rosemarie Lecher (CDU) erinnerte daran, dass vor gut 15 Jahren erhebliche Fördermittel in den Kindergarten geflossen seien: 120000 Euro vom Landkreis und 300000 Euro vom Land. Es sei die Frage, ob die Stadt nun dieses Geld zurückgeben müsse. Das werde geprüft, sagte Hauptamtsleiter Dirk Lossin. Sollte eine Rückzahlungspflicht bestehen, sei das ein K.-o.-Kriterium für die Stadt.

Für Wolfgang Budde (SPD) sind die 80000 Euro zu wenig Geld für den Einstieg in die Bauarbeiten. An dem Gebäude müsse viel gemacht werden. Rainer Nau (Grüne) empfahl, in Ruhe die offenen Details zu klären und das Vorhaben im nächsten Sitzungszug zu beraten.

von Matthias Mayer

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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