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Zehn Kilometer unterwegs

Stadtbus-Jubiläum Zehn Kilometer unterwegs

Noch zwei Tage lassen sich im Stadtallendorfer Stadtbus-Gebiet die Busse wie auch Anrufsammeltaxis kostenfrei nutzen. Am Freitag gab es eine Sonderfahrt auf historischer Route.

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Auf historischer Route war gestern ein Sonderbus im DAG-Gebiet unterwegs. Foto: Michael Rinde

Quelle: Rinde

Stadtallendorf. Etwa zehn Kilometer war die Strecke lang, die 1965 der erste Stadtbus zurücklegte. Dieser Bus fuhr laut Fahrplan unter der Bezeichnung „Stadtverkehr Ring I“. Am Freitagmittag fuhr noch einmal ein Bus auf gleicher Strecke. Innen saßen besondere Fahrgäste, unter ihnen Stadtallendorfs Bürgermeister Christian Somogyi, der Erste Kreisbeigeordnete Marian Zachow und die Geschäftsführer des Regionalen Nahverkehrsverbandes Gerhard Born und Konrad Debus.

Vor 50 Jahren hatte der Verkehrsverein den Stadtbus-Verkehr in Stadtallendorf ins Leben gerufen. Stellvertretend erinnerte Marek Sieronski von dessen Vorstand daran. Sieronski war es auch, der während der Fahrt einen nachdenklichen Ton anschlug und ein „Leiden“ in der Gegenwart ansprach: Seit der letzten größeren Umstellung beim Stadtbus-Verkehr stimmen die Anschlusszeiten zwischen Bussen und Zügen nicht mehr. Ein Problem, das sich fahrplantechnisch nicht mehr beheben lässt, seit der Ringverkehr wieder gilt und weniger Fahrzeuge in Stadtallendorf im Umlauf sind. Zu Zeiten des wesentlich umfangreicheren Angebots, das mangels Fahrgästen und hohem Defizit reduziert werden musste, war das möglich.

Marian Zachow unterstrich während der Tour, dass es beim öffentlichen Nahverkehr in den nächsten Jahren vor allem darum gehen wird, jüngere Generationen zu interessieren und letztlich auch an Busse und Bahnen zu binden.

Knapp 300000 Kilometer pro Jahr legen die Fahrzeuge des Stadtallendorfer Stadtbus-Verkehrs derzeit zurück. Wie es um die Fahrgastentwicklung genau bestellt ist, wird sich im nächsten Herbst sagen lassen, wenn die nächste größere Auswertung des Rhein-Main-Verkehrsverbundes vorliegt. Zu dessen Gebiet zählt der RNV des Landkreises. Welche Bedeutung der Stadtbus-Verkehr in Stadtallendorf hat, machte Somogyi gestern an einem banalen, aber zentralen Beispiel klar. Angesichts fehlender Lebensmittel-Versorgung in einigen Stadtteilen seien viele Menschen auf funktionierende Busverbindungen zwingend angewiesen. Neben Marburg ist Stadtallendorf die einzige Stadt im Kreis, die sich das Angebot eines eigenen Stadtbusses leistet. Inzwischen ist es seit Jahren in das Netz des RNV integriert, die Stadt zahlt eine jährliche Pauschale.

An diesem Wochenende sollen die Fahrgäste der Stadtbusse und Anrufsammeltaxen weiter merken, dass ein Jubiläum gefeiert wird: Einzelfahrten kosten keinen Fahrpreis. Das Angebot gilt bis Sonntagabend.

von Michael Rinde

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