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Zartes "Pflänzchen" braucht viel Pflege

Doppelhaushalt Wohratal Zartes "Pflänzchen" braucht viel Pflege

Mit einem Plus von 16380 Euro schließt Wohratals Haushaltsentwurf für 2015 ab, für das nächste Jahr erwartet Bürgermeister Peter Hartmann ein Plus von 39578 Euro.

Bürgermeister Peter Hartmann (von links), Fachoberschul-Praktikant Theo Engel und Ines Dicken vom Fachbereich Finanzen präsentieren den Haushaltsentwurf . Foto: Michael Rinde

Wohratal. Die bundesweit viel strapazierte Formulierung von der „schwarzen Null“ im Haushalt findet sich auch in den Erläuterungen von Wohratals Bürgermeister zum Doppelhaushalt 2015/2016 wieder. Es ist sogar ein deutliches Plus in beiden Jahren herausgekommen. Erstmals setzt die kleinste Gemeinde des Kreises auf einen Etat für gleich zwei Jahre. Üblich ist das ansonsten in der Universitätsstadt Marburg. Was bringt das Wohratals Bürgern und der Finanzplanung der Gemeinde? „Wir alle bekommen dadurch eine hohe Planungssicherheit“, betont Hartmann im OP-Gespräch vor der Einbringung des Zahlenwerks im Gemeindeparlament gestern Abend.

Das Thema Planungssicherheit betrifft vor allem die weitere Steuerbelastung für Wohratals Bürger. Im Dezember, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Vorgaben des Landes an seine Städte und Gemeinden war bereits an eine Erhöhung der Grundsteuer B auf über 400 Punkte gedacht worden (die OP berichtete). Jetzt ist eine Anhebung auf 379 Punkte in diesem Jahr vorgesehen. „Und im nächsten Jahr sind keine neuen Belastungen für die Bürger vorgesehen“, sagt Hartmann. Er führt die jetzige Entwicklung der Haushaltszahlen der Gemeinde Wohratal auf die Sparanstrengungen wie auch die Steuer- und Gebührenerhöhungen der vergangenen Jahre zurück.

Das Deckblatt des Haushaltsentwurfes ist von einem zarten Pflänzchen geprägt. „Es muss jetzt aber weiter gepflegt werden, damit es wachsen kann“, betont Hartmann. Denn ihn treibt schon jetzt die Sorge um, dass der Haushaltsausgleich neue Begehrlichkeiten wecken könnte. Wohratal dürfe aber nicht damit anfangen, sich in neue freiwillige Leistungen hineinzustürzen. „Der Zinsmarkt ist im Moment zwar günstig, doch schon ein leichter, langfristiger Anstieg dürfte unseren Haushaltsausgleich kippen“, meint Hartmann. Er hatte schon in der vergangenen Woche betont, dass ohne die Hilfe der beiden Fördervereine bei den Randzeiten der Grundschulbetreuung das jetzige Ergebnis nicht zu erreichen wäre. Beide geben jeweils 10000 Euro, um die Finanzierung zu sichern.

Und noch etwas hob Hartmann im OP-Gespräch hervor: Die Anhebung der Wasser- und Abwassergebühr sei nötig gewesen, um kostendeckend arbeiten zu können. Das müsse auch in der Zukunft so bleiben.

Ein Blick auf die Investitionen in diesem und im nächsten Jahr zeigen, dass sich Wohratal weiterhin auf absolute Pflichtaufgaben beschränken wird (siehe Kasten Haushaltszahlen). Die freiwillige Feuerwehr nimmt eine Spitzenposition ein. Dabei setzt Wohratal den vom Gemeindeparlament verabschiedeten Bedarfs- und Entwicklungsplan um. Deshalb wählte das Team, das den Entwurf zusammen aufgestellt hatte, für das Foto auch den kleinen Feuerwehrdrachen „Grisu“ als „Maskottchen“.

Bei den Schulden schafft es Wohratal erstmals in diesem und im nächsten Jahr, rund 58000 Euro effektiv abzubauen, wenn sich alle Zahlen so entwickeln, wie nun vorausberechnet. Bei den Gewerbesteuer-Einnahmen ist die Trendwende zum Positiven in Wohratal ebenfalls geschafft. Es gibt ein Plus, ebenso bei den Einkommenssteuer-Anteilen. Doch: Wohratal muss wie andere Kommunen auch zunächst eingegangene Verpflichtungen reduzieren. Das gilt nicht nur bei den Kreditschulden, sondern auch bei den Kassenkrediten, einer Art Dispositionskredit.

Haushaltszahlen

Einkommenssteuer-Einnahmen 2015/2016: 880.000 Euro/904.000 Euro;

Einnahmen aus der Grundsteuer B 2015/2015: jeweils 242.000 Euro;

Kreisumlage 2015/2016: 778.000 Euro/817000 Euro;

Schulumlage 2015/2016: 417.000 /438000 Euro;

Schuldenstand Ende 2016: 4,3 Millionen Euro

Kassenkredit 2015: 2,2 Millionen Euro

Investitionen (Beispiele):

2015: Fahrzeug Feuerwehr Wohra: 193.000 Euro, Kanalsanierungen: 50.000 Euro, Ausbau Münchsgasse Langendorf: 42.000 Euro;

2016: Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses Halsdorf: 198.000 Euro, Brückensanierungen: 53.000 Euro

von Michael Rinde

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