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Wurfgewaltiges Duo steht Trommler zur Seite

Kirmes Wurfgewaltiges Duo steht Trommler zur Seite

Witzig, charmant, aber auch nachdenklich - so präsentierten sich Jakob Gnau, Leonie Apel und Maleen Spielvogel bei ihrer Amtseinführung als Neustadts neuer Junker Hans und Burgfräulein.

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Maleen Spielvogel (links) und Leonie Apel stehen dem Junker Hans, Jakob Gnau, als Burgfräulein zur Seite.Foto: Lerchbacher

Quelle: Florian Lerchbacher

Neustadt. „Ich trage einen großen Namen“ - an diese erfolgreiche Fernsehsendung des SWR erinnerte Thomas Groll, als er Jakob Gnau als neuen Junker Hans vorstellte. Der Bürgermeister spielte damit auf Anja und Andreas Gnau an, die Eltern des 19-Jährigen, die sich in zahlreichen Neustädter Vereinen engagieren. Allerdings, so der Bürgermeister, habe der junge Mann ein Alleinstellungsmerkmal, da er nun ein Amt übernommen habe, das sein Vater nie innehatte - und auch nicht mehr innehaben werde. Außerdem müsse sein alter Herr damit klarkommen, dass er nun ein Jahr lang das Sagen habe, betonte Jakob Gnau, der zumindest in der Bürgergarde als Tambour (Trommler) seinem Vater, dem Hauptmann und Kommandeur, eigentlich untersteht: „Ich hoffe, Du hast deswegen nicht allzu viele schlaflose Nächte“, rief er.

Aber auch Maleen Spielvogel (17), die mit Leonie Apel (19) dem Junker Hans als Burgfräulein zur Seite steht, genoss mit ihrer Familie in den vergangenen Monaten bereits eine gewisse Prominenz: Mutter Katja bildet mit Gerhard Schultheiß das Neustädter Prinzenpaar.

Dass die jungen Leute fernab des elterlichen Bekanntheitsgrades als Persönlichkeiten würdige Repräsentanten der Stadt sein werden, bewiesen sie bei ihrer Amtseinführung am Wallgrabenpavillon: Sie wünschten sich nicht nur eine unterhaltsame, fröhliche und friedliche Kirmes, sondern auch Toleranz. Gerade gegenüber Menschen, die ihre Heimat verloren haben, sagten sie in Anspielung auf die kürzlich eröffnete Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in der ehemaligen Kaserne.

Das Miteinander ist ihnen wichtig, ebenso der Ruf der Stadt. Schon als Kind habe er dem Junker Hans und seinen Burgfräulein zugejubelt. „Das gehört einfach zur Kirmes“, noch dazu wäre es schade, wenn die Tradition aussterben würde und sich kein junger Repräsentant Neustadts finden würde, erklärte Jakob Gnau und erinnerte an das vergangene Jahr, als sich erst in letzter Sekunde - beziehungsweise eigentlich noch später - Freiwillige für das Amt fanden. „Jakob fragte, ob wir mitmachen - und wir konnten ihn doch nicht hängen lassen“, kommentierte Apel ihre Bereitschaft, ein Burgfräulein zu geben.

Apel und Spielvogel - diese Kombination kennen sportbegeisterte Neustädter bereits aus der Frauen-Handballmannschaft des VfL, in der die Burgfräulein im Rückraum Mitte und halblinks spielen. Einen Tag vor ihrer Amtseinführung hatte Apel noch in Köln den extrem anspruchsvollen Eignungstest der Sporthochschule bestanden. Sie möchte Sportwissenschaften studieren - und nicht Sport auf Lehramt, erklärte sie, warum sie lieber ins Rheinland als nach Marburg geht.

Spielvogel ist Schülerin am Schwalmgymnasium in Treysa mit den Hauptfächern Biologie und Kunst. Im kommenden Jahr macht sie ihr Abitur. Gnau ist im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Bankkaufmann, die er bei der Sparkasse absolviert. Außerdem ist er Mitglied der Volkstanzgruppe Langenstein, Tambour bei der Bürgerwehr und schlägt auch im Jugendblasorchester die Trommel - macht derzeit allerdings eine „kreative Pause“.

Höhepunkte ihrer Amtszeit werden die Kirmes und das Neustadt-Treffen, das in diesem Jahr am Rübenberge stattfindet.

von Florian Lerchbacher

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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