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Wolken vermiesen Blick auf Kometen

Astronomen-Treffen Wolken vermiesen Blick auf Kometen

Als „absolute Rarität“ bezeichnete Manfred Velte das, was streckenweise während des Teleskoptreffens der Astronomie-Gruppe Lahn/Eder am Firmament zu sehen war. Die Sternenführungen litten allerdings unter dem Wetter.

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Komet „Jacques“ ist derzeit zeitweise mit einfachem Fernglas zu beobachten. Einer der Hobby-Astronomen wagte am späten Samstagabend von Hertingshausen aus einen Blick in den leider bewölkten Himmel.

Quelle: Yanik Schick

Hertingshausen. Hoch oben, in einem abgelegenen Feld von Hertingshausen war am Samstag viel Geduld gefragt. Eine kleine Gruppe enthusiastischer Hobby-Astronomen wartete gespannt auf freies Sichtfeld. Fast durchgängig richteten sich die Blicke zur Cassiopeia, ein Sternbild des Nordhimmels, das wegen seiner Erscheinung auch „Himmels-W“ genannt wird. Dort kreiste er, der Komet, dessen bloße Existenz als Sensation gilt und der zu diesem Zeitpunkt, Ende August, auf der Erde eigentlich gar nicht mehr zu sehen sein sollte.

„Es ist fast ein Wunder. Er muss seine ursprüngliche Bahn verlassen haben“, vermutete Manfred Velte, der Vorsitzende der Astronomie-Gruppe Lahn/Eder voller Begeisterung für „Jaques“, wie der Komet seit seiner Entdeckung im März heißt.

Knapp 40 Amateur-Astronomen und Besucher teilten Veltes Freude über den sichtbaren Himmelskörper und fuhren am Wochenende zum Areal in Hertingshausen. Für die Astronomie-Gruppe waren das leider viel zu wenig, sie hatten zum Amateur-Teleskoptreffen Burgwald (ATB), dem Höhepunkt des Jahres, einen größeren Ansturm erwartet. Die Enttäuschung stand nicht nur Manfred Velte ins Gesicht geschrieben. Schuld waren die schlechten Wetter-Prognosen gewesen, die viele Interessierte im Vorfeld absagen ließen.

Komet im Fernglas zu sehen, ist selten

Der stark bewölkte Himmel bereitete aber selbst denen Probleme, die trotz des Regens zum Beobachtungslager gereist waren und auf beeindruckende Anblicke hofften. Zumeist konnten sie das große Naturspektakel gar nicht in voller Pracht begutachten, die vielen Wolken versperrten schlicht die Sicht.

„Das ist wirklich schade, denn es ist ganz, ganz selten, dass ein Komet mit dem Fernglas zu beobachten ist“, hob Manfred Velte die Bedeutung von „Jaques“ hervor. In den nächsten Tagen und Wochen werde er bei klarem Himmel noch recht gut zu sehen sein, „aber er wird schwächer“, so Velte. Das Gebilde, das überwiegend aus Eis besteht, schmelze irgendwann durch die Sonneneinstrahlung.

Weil die angedachten Sternenführungen während des ATB kaum in Anspruch genommen wurden, überlegt die Astronomiegruppe, recht zeitnah und hoffentlich bei besserem Wetter, ihr Angebot noch einmal anzubieten. „Der Laie kann bei uns Schritt für Schritt Astronomie lernen. Wir setzen kein Wissen voraus, sondern nur Interesse“, sagte Manfred Velte.

In der Regel kämen dazu Astronomen aus ganz Deutschland. Selbst in diesem Sommer waren Experten aus Heidelberg und Köln mit von der Partie.

von Yanik Schick

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