Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Wohra legt einen tierisch guten Auftritt hin

Wohra Wohra legt einen tierisch guten Auftritt hin

Einen Tag lang versetzte ein vierköpfiges Team des Hessischen Rundfunks zumindest Teile der Bevölkerung Wohras in so etwas wie den Ausnahmezustand. Der Sender drehte für die Serie "Dolles Dorf".

Voriger Artikel
Richtkranz weht, Bauherr ist zufrieden
Nächster Artikel
Faschismus, Atomkrieg und Tyrannei

Der strohumhüllte Kirmesbär legte einen lebhaften Auftritt hin und unterhielt sowohl die Bürger Wohras als auch das Fernsehteam des Hessischen Rundfunks.Foto: Heinz-Dieter Henkel

Wohra. „Ich war mitten beim Packen für unseren Urlaub, als ich angerufen wurde“, berichtete Ortsvorsteherin Hannelore Keding-Groll, und ab da stand das Telefon nicht mehr still. Unzählige Anrufer wollten die Neuigkeit loswerden, dass Wohra bei der Hessenschauserie „Dolles Dorf“ ausgelost worden sei. Ganz glücklich war die Ortsvorsteher über die Auslosung nicht wirklich: Zum einen musste sie den eigenen Urlaub schnell etwas nach hinten verschieben, zum anderen sind Ferien und viele Einwohner, wie auch Bürgermeister Peter Hartmann, im Urlaub. Zudem wirkte die Hessische Trachtenkapelle Wohra, ein Aushängeschild des Ortes, beim Grenzgang in Buchenau mit und war zunächst nicht verfügbar.

Zum Treffen mit dem Hessischen Rundfunk am Donnerstagabend in der Hofreite kamen rund 40 Bürger. Schnell wurde klar, dass die Darstellung des aktiven, dörflichen Vereinslebens nicht im Mittelpunkt der Sendung stehen würde. Tierisch sollte es zugehen - und der seit Jahren im Ruhestand befindliche „Wehr´sche Kirmesbär“ sollte, neu belebt, durch die Sendung führen. So zumindest lautete die Vorstellung der zuständigen Redakteurin Nora Enns, die seit September für die Dauerserie mitverantwortlich zeichnet und inzwischen rund zehn Dorfportraits gedreht hat.

Erster Anlaufpunkt am Morgen des Drehs war die idyllisch gelegene Mühle an der Wohra. Dort arbeitet Christine Hei-mann-Wockenfuß mit tiergestützter Therapie. Da die Therapeutin in Urlaub weilt, gab es nur Hunde, Katzen, Gänse und Esel zu filmen.

Danach folgte eine Demonstration von „Tic“, einem Border Collie, der mit Frauchen Ines Dicken nicht nur die ausgewählten Heidschnucken in die richtige Richtung trieb, sondern sich auch kameragerecht dem HR-Team näherte, stehen blieb oder sich hinlegte. Und Frauchen war ebenfalls glücklich: Die Angestellte der Gemeindeverwaltung war von ihrem Chef ebenso großzügig für den Tag freigestellt worden wie Bauhofmitarbeiter Olaf Viereckel, der den Kameratross begleitete.

Dass nicht immer alles nach Wunsch verläuft, erlebte das Kamerateam bei einem Dreh zum Dorfpanorama am „Hasenleister“. Plötzlich rauchte es. Das Feuerchen erforderte aber keinen Einsatz der Feuerwehr. Dort verbrannte jemand etwas Müll. Kameramann Detlef Dinges schaffte es gerade noch, einen Panoramaschwenk an der Rauchentwicklung vorbei aufzunehmen.

Zu Mittag weilte der leicht angewachsene Tross auf dem Vereinsgelände des Angelvereins „Heimbachtal“. Dort gab es Steaks, Würstchen und Getränke für das leibliche Wohl und den einsamen Angler Walter Horbel, der in die Kamera lächelte. Bei Revierförster Walter Fiebig stand der erste Dreh des Nachmittags an. Sein inzwischen überregional bekanntes Wildschwein „Torki“, das in jungen Jahren partout nicht ausgewildert werden wollte, ist inzwischen zwölf Jahre alt, ruhiger geworden und lebt zufrieden in menschlicher Gesellschaft.

Für den krönenden Abschluss der Dreharbeiten sorgten die Trachtenkapelle und der stroh-umhüllte Kirmesbär, der einen lebhaften Auftritt hinlegte.

Jetzt liegt es an der 37-jährigen Redakteurin des Hessischen Rundfunks, ein Portrait von Wohra zusammenzustellen. „Ich bin auch immer ganz gespannt, was auf uns zukommt, wenn wir losfahren“, erzählte Nora Enns und war mit den Dreharbeiten, dem Wetter und der Mitarbeit der „Wehr´sche“ sehr zufrieden.

Die Wohraer können sich nach eineinhalb hektischen Tagen entspannt zurücklehnen und auf den Fernsehbeitrag warten, während die Redakteurin Zeitdruck hat, schließlich wird das Portrait am heutigen Samstagabend um 19.30 Uhr in der Hessenschau „im Dritten“ ausgestrahlt.

von Heinz-Dieter Henkel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostkreis
Von Redakteur Florian Lerchbacher

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr