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Wohra-Hindernis wird beseitigt

Land gibt 200 000 Euro Wohra-Hindernis wird beseitigt

Die Stadt Rauschenberg als Gewässereigentümer ist dazu verpflichtet, die Wohra für Fische durchgängig zu machen. Dies geschieht nun mit dem Bau einer Aufstiegsanlage an der Schmaleicher ­Mühle.

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An dieser Stelle ist für Fische, die den Mühlengraben der Wohra aufwärts schwimmen, Endstation. Über eine Fischtreppe sollen die aufwärts ziehenden Fische das Wehr der Schmaleicher Mühle demnächst umgehen können.

Quelle: Yanik Schick

Rauschenberg. Derzeit ist für die Fische, die den Mühlengraben der Wohra flussaufwärts schwimmen, an der Schmaleicher Mühle Endstation. Sie stoßen dort - direkt am Wasserkraftwerk der Mühle - an die Mauer einer Wehranlage. Mit Blick auf die Europäische Wasserrahmenrichtlinie, die die biologische Durchgängigkeit aller Gewässer dieses Kontinents verlangt, muss sich an diesem Zustand etwas ändern.

Die Stadt Rauschenberg als Gewässereigentümer steht auch schon mit einer Lösung samt deren Finanzierung parat: So soll im kommenden Jahr um das Wehr herum eine Fischaufstiegsanlage - auch Fischtreppe genannt - auf der angrenzenden Wiese gebaut werden. Bezahlt wird das rund 200000 Euro teure Projekt zu 100 Prozent aus einem Förderprogramm des Landes Hessen.

Vertreter des Regierungspräsidiums Gießen (RP), des Landkreises sowie des Planungsbüros trafen sich nun an der Mühle, um über die Details der neuen Anlage zu sprechen. Bereits Ende des vergangenen Jahres war oberhalb des Wehres eine Abstiegsanlage für die flussabwärts schwimmenden Fische gebaut worden. Diese beinhaltet einen Vertikalrechen, der die Tiere davor bewahrt, in die Turbine des Wasserkraftwerks gesogen zu werden.

Genehmigungsverfahren kann bis zum Winter dauern

Gleichzeitig werden die Fische aber auch in eine Schleuse befördert, mithilfe derer sie unbeschadet nach unten gelangen. Der sichere Fischabstieg ist also schon gewährleistet - nun fehlt zur beiderseitigen Durchgängigkeit noch die Aufstiegsmöglichkeit.

Etwa 60 Meter soll die neue Fischtreppe lang sein, erklärte Herbert Diehl vom RP. Der Einstieg in die Anlage wird auf der unteren Seite ein paar Meter vor dem Wehr gelegt. „An diesem Punkt überlagern sich verschiedene Strömungen. Das gibt den Fischen den Impuls, dort hinein zu schwimmen“, sagte Diehl. Von dort führt die Treppe am Wehr vorbei und mündet in einiger Entfernung wieder in den Mühlengraben der Wohra.

Derzeit wird noch an der Detailplanung gearbeitet. Möglicherweise muss noch eine ökologische Untersuchung vorgenommen werden. Laut Herbert Diehl wird sich das Genehmigungsverfahren über den Winter hinziehen. Entsprechend könne wahrscheinlich im Herbst des kommenden Jahres mit den Arbeiten begonnen werden.

von Yanik Schick

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