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Woher sind die Kinderpornos?

Abgeklagter verdächtigt Bekannten Woher sind die Kinderpornos?

Hat sich ein 48-jähriger Neustädter kinder- und jugendpornografische Bilder heruntergeladen? Er selbst streitet es in aller Deutlichkeit ab. Weil wichtige Zeugen fehlten, wurde die Verhandlung vertagt.

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Neustadt. Die Dateien seien nicht von ihm, beteuert der Angeklagte gegenüber Richter Edgar Krug. Er meint damit 19 Bilder, die die Polizei im Februar 2013 bei ihm und seiner Ex-Frau sicherstellte. Sie zeigen Kinder und Jugendliche bei sexuellen Handlungen - teilweise mit Erwachsenen. Zwei dieser Dateien fanden sich auf dem PC in der Wohnung des Angeklagten, eine auf dessen Smartphone. Die restlichen 16 Abbildungen waren auf der Festplatte eines Laptops gespeichert, den die Ermittler bei der Ex-Frau des 48-Jährigen im Landkreis entdeckt hatten. Die Staatsanwaltschaft sagt, der Neustädter habe sich die Dateien über das Internet beschafft.

Doch der Mann auf der Anklagebank streitet all dies ab - und hat einen anderen Mann in Verdacht. Ein guter Bekannter des einstigen Paares habe die beiden Computer einige Male zur Reparatur mitgenommen. Währenddessen hätte er in aller Ruhe die perversen Bilder downloaden können. „Er hat es auch drauf, PCs zu hacken. Computermäßig ist er sehr gut unterwegs“, sagt der 48-Jährige. Von ihm habe er damals den Rechner gekauft, ein „uraltes Gerät“, das er fast nur zum Spielen verwende.

Welche Rolle der Computer-Techniker in diesem Fall wirklich spielt, kann Amtsgerichtsdirektor Edgar Krug vorerst nicht feststellen. Der Mann war im Vorfeld der Verhandlung unter seiner Meldeadresse in Niedersachsen nicht ausfindig zu machen.

Offen bleibt zudem die Frage, wer die 16 Bilder auf den Laptop, der in der Wohnung der Ex-Frau des Angeklagten gefunden wurde, heruntergeladen hat. Der Angeklagte selbst weist die Vorwürfe von sich. Fünf Monate vor der Sicherstellung des Laptops war er infolge der Trennung aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. In der Zeitspanne danach könne theoretisch jeder den Computer verwendet haben, meint der Neustädter.

„Heute kommen wir nicht weiter“, konstatiert schließlich Richter Edgar Krug. Verteidiger Sascha Marks regt die Einstellung des Verfahrens an. Die Sache werde ohnehin „dünn“. Doch für Staatsanwalt Nicolai Wolf kommt das nicht in Frage. Er will den Techniker und die Ex-Frau des Angeklagten als Zeugen hören und zudem einen Sachverständigen mit der Analyse des Download-Verlaufs an den Computern beauftragen. Eventuell kann das Verfahren dann noch in diesem Jahr fortgeführt werden.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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