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Wo liegt Riowani?

Konzert von Paddy Schmidt Wo liegt Riowani?

Volles Haus in der Brücker Mühle: Bei der Konzertlesung von Paddy Schmidt erlebten Reiselustige, Biker und Musikfreunde einen ganz besonderen Abend mit viel Musik, tollen Fotos und lustigen Geschichten.

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Mit Bildern, Geschichten und Folk-Musik begeisterte Paddy Schmidt in der ausverkauften Brücker Mühle.

Quelle: Jürgen Jacob

Amöneburg. Vom Streben nach Freiheit und von Fernweh handelt Paddy Schmidts Buch „Far Away – Mit der Harley zum Nordkap“. Bei seiner Konzertlesung nahm der Folk-Rock-Musiker die Gäste mit auf seine unterhaltsame und nicht immer stressfreie Reise zum Nordkap. Paddy Schmidt, bürgerlich Harald Kligge, ist Sänger der Folk-Rock-Band „Paddy goes to Holyhead“ und begab sich im Juni 2012 mit seiner Harley und seinem Kumpel Andrew Fridrich auf die Reise, die ein Jugendtraum war. Von Südhessen durch Dänemark, Schweden und Finnland bis zur Nordspitze Norwegens und über die Lofoten und die skandinavische Westküste bis nach Oslo zurück nach Deutschland: fast 8 000 Kilometer in 18 Tagen.

Mit mehr als zweihundert Bildern beschreibt er in der ausverkauften Brücker Mühle die Reise. Und hat viele Geschichten und reichlich Musik in seinem Gepäck. Am Anfang stand die Frage: Warum ausgerechnet zum Nordkap? Schon als junger Mopedfahrer habe er von den endlosen Straßen Skandinaviens geträumt und der Mythos der „Elite der harten Harley-Rabauken, die vom König mit einem ölverschmierten Lappen zu Rittern des Nordkaps geschlagen wird“, so Schmidt, tat ihr übriges.

Natürlich gibt es auch Widrigkeiten auf der Tour: ein defekter Anlasser, die erfolglose Suche nach einer Schlafstätte oder einfach nur massig Regen gehören dazu. Gegen Sitzmüdigkeit auf dem Motorradsattel hat Schmidt in Anlehnung an ein skandinavisches Möbelhaus „Rumpaträ“ erfunden, im Endeffekt ein einfaches Holzbrett, welches quer über den Sattel gelegt wird. Und als sein Kumpel Andrew immer wieder vom Zwischenziel „Riowani“ erzählt, zweifelt Schmidt an seiner Vorplanung: „Habe ich irgendetwas nicht verstanden, oder bei der Vorbereitung nicht aufgepasst? Ich kann mir unter Riowani nichts vorstellen, scheue mich aber danach zu fragen, weil ich denke, es ist vielleicht ein wichtiges Ziel auf unserer Tour zum Nordkap“. Erst als das Ortsschild „Rovaniemi“ auftaucht, ist ihm klar, dass der Partner nur den Namen der Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland und den Sitz des Weihnachtsmanndorfes falsch im Sinn hatte.

Am Nordkap angekommen – und auch in Amöneburg – spielte er dann sein Lied „Far Away“, einen Song über die Schönheit der Einsamkeit. Auch sonst gibt es tolle Erzählungen rund um die Fahrt, oft gespickt mit bekannten Liedern. So bringt er bei der Erzählung zur schwedischen Stadt Norrköping „Dirty old Town“ zu Gehör.

Auch von der Rückfahrt gab es einiges zu berichten: von Stockfisch, Serpentinen, Fjorden, einer Trollstiege und einem Bad bei fünf Grad Wassertemperatur. Sogar seine Outdoor-Gitarre hatte er in die Brücker Mühle mitgebracht. Mit „A Last Song“ endete ein unterhaltsames und sympathisches Lesekonzert des Brücker Vereins.

von Jürgen Jacob

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