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Wird Kleinseelheim die Nummer zehn?

Ja zur Bioenergie Wird Kleinseelheim die Nummer zehn?

Am Ende der außerordentlichen Generalversammlung der Bioenergiegenossenschaft Kleinseelheim knallten die Sektkorken: Im Frühjahr 2017 sollen die Bauarbeiten für das Nahwärmenetz beginnen.

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Bei nur einer Enthaltung war die Zustimmung der Bioenergiegenossen zur Umsetzung des Nah­wärmeprojektes in Kleinseelheim sehr groß. Foto: Karin Waldhüter

Kleinseelheim. Mit zwei Beschlüssen machten die Mitglieder der Genossenschaft in Gründung den Weg zum zehnten Bioenergiedorf des Landkreises am Donnerstagabend frei. Seit dem Jahr 2014 hatte ein zunächst kleines Team auf dieses Ziel hingearbeitet.

Die Generalversammlung beschloss einstimmig bei einer Enthaltung, gemeinsam mit der EAM in die Planungsphase einzutreten, die Mitgliedschaft beim Genossenschaftsverband zu beantragen und die Gründungsprüfung zu beauftragen, um die Eintragung ins Genossenschaftsregister herbeizuführen. Insgesamt gaben 38 Genossenschaftsmitglieder ihre Stimme ab.

Der Baustart für das Nahwärmenetz soll im Frühjahr erfolgen. Mit Beginn der Heizperiode 2017/2018 - so der Plan - werden die an das Netz angeschlossenen Haushalte mit Nahwärme aus Erneuerbarer Energie geheizt. Beschlossen wurde auch eine Satzungsänderung. Die Mitglieder stimmten einer Senkung der Genossenschafts­einlage von 6000 auf 5500 Euro zu.

Zu der öffentlichen Versammlung waren rund 70 Besucher gekommen. An einer gesondert durchgeführten Abstimmung beteiligten sich auch neun Interessierte, die mit ihrer Unterschrift erklärt hatten, der Genossenschaft beizutreten, wenn das Projekt weiter verfolgt wird. Bei einer Enthaltung stimmten auch sie den Anträgen einstimmig zu.

Vor der Abstimmung hatten der Aufsichtsratsvorsitzende der Bioenergiegenossenschaft, Gerhard Köster, Professor Rainer Waldhardt, Vorstandsmitglied und Ortsvorsteher in Personalunion und EAM-Geschäftsführer Siegmund Laufer sowie Ulrich Löttert-Götz, bei der EAM zuständig für den Vertrieb von Energieprojekten, einen Sachstandsbericht abgegeben. Köster und Waldhardt beleuchteten noch einmal die Vorteile eines Nahwärmeprojektes.

Nahwärmepreis zwischen 11,9 und 12,5 Cent

Die Ergebnisse der bisherigen Grundlagenermittlung stellten die Fachleute der EAM vor. Die EAM will in Zukunft in Kleinseelheim eine Wärmezentrale betreiben und im Auftrag der Genossenschaft das Nahwärmenetz bauen. Die EAM liefert vertraglich gesicherte Wärme an die Genossenschaft. Diese wird aus holziger Biomasse aus Landschaftspflegematerial aus dem Landkreis, das in Stausebach gesammelt und aufbereitet wird, gewonnen. Bisher gebe es 80 Anschlusswillige für die vier Kilometer lange Trasse, teilte Laufer mit.

Obwohl man immer gesagt habe, dass es 100 Teilnehmer sein sollten, habe man sich intern verständigt, dass man bei 80 Teilnehmern starten könne, so Laufer. „Die Praxis hat gezeigt, dass während der Bauphase noch weitere dazu kommen“, so Laufer. Bei 80 Teilnehmern und der Mindestabnahme von zwei Millionen Kilowattstunden Nahwärme pro Jahr veranschlagte er den Nahwärmepreis mit 12,5 Cent pro Kilowattstunde. Bei 100 Anschlusswilligen und einer Netzlänge von 4,5 Kilometern sinke der Preis auf 11,9 Cent.

Als geeignetes Gebäude für die Heizzentrale nannte Laufer das Gebäude der Firma Roth im Sandweg. Eine Besichtigung mit dem Eigentümer sei erfolgt. Sowohl der Kauf als auch die Pacht des Gebäudes seien möglich.

Die Genehmigung einer Heizzentrale ist laut Waldhardt grundsätzlich möglich, die Zuwegung aber kritisch. In Planung ist derzeit auch die Sanierung der Großseelheimer Straße mit Erneuerung der Wasserleitungen. Man wolle versuchen, die Erneuerung der Wasserleitung und die Verlegung der Nahwärmerohre gleichzeitig zu erledigen, sagte Waldhardt.

Für Ende November ist für dieses Vorhaben eine Infoveranstaltung für die Anwohner geplant. Zugleich mit den Bau des Nahwärmenetzes soll auch das Glasfasernetz für schnelles Internet im Dorf verlegt werden.

Unterstützung der Stadt kündigte der Erste Stadtrat Konrad Hankel an. Die Stadt stehe der Übernahme einer Bürgschaft positiv gegenüber. Mutmachende Worte hatte Hans-Jochen Henkel von der Energiegenossenschaft Oberrosphe zu Beginn an die Besucher gerichtet.

von Karin Waldhüter

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