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"Wir sind da, wir helfen Euch"

Arbeitskreis Flüchtlingshilfe "Wir sind da, wir helfen Euch"

Bei ihrem ersten Treffen berieten die Mitglieder des "Arbeitskreises Flüchtlinge" in Halsdorf, wie sie die geflüchteten Jugendlichen in der geplanten Clearingstelle ehrenamtlich unterstützen können.

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Die Sozial-Pädagogin Maria Wismer (links) ging auf die Fragen der Halsdorfer Bürger ein.Foto: Yanik Schick

Halsdorf. Voraussichtlich am 1. Dezember wird die neue Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF) in Halsdorf öffnen. Diesen Termin nannte die Sozial-Pädagogin Maria Wismer von der Betreiber-Gesellschaft „Social Services“. Ursprünglich war anvisiert worden, bereits zum Ende dieses Monats erste Jugendliche aufzunehmen, doch der Umbau und die Neueinrichtung in der ehemaligen Gaststätte „Zur Goldenen Aue“ brauchen noch eine Weile. Derweil hat sich schon jetzt in Halsdorf ein Arbeitskreis gebildet, der die Betreuung in der Clearingstelle ehrenamtlich unterstützen und die Integration der jungen Flüchtlinge in ein neues Land vereinfachen will.

„Meine Wahrnehmung ist: es gibt ein unheimliches Engagement im Landkreis für Flüchtlinge“, sagte Klaus-Dieter Engel, der den Arbeitskreis gemeinsam mit Bürgermeister Peter Hartmann und Pfarrer Matthias Weidenhagen leitet, „aber das geht teilweise auch am Bedarf der Menschen vorbei. Wir dürfen also nicht in Aktionismus verfallen.“

26 Menschen, die meisten davon aus Halsdorf, waren zu einer ersten Zusammenkunft des Arbeitskreises in den „Treffpunkt“ gekommen. Der Austausch zeigte, dass die Hilfsbereitschaft in dieser Runde enorm ist: „Wir haben eine Verantwortung gegenüber diesen Menschen“, betonte die Studentin Katharina Engelmann. Peter Schweinsberger, der Vorsitzende des TSV Wohratal, hatte sogar schon konkrete Angebote vorbereitet: „Unsere Jugendmannschaften können Fußballschuhe spenden und gemeinsam mit den Flüchtlingen trainieren.“ Bürgermeister Hartmann sagte im Nachgang gegenüber dieser Zeitung, er sei über das Ausmaß der Unterstützung positiv überrascht.

Und so mussten Maria Wismer und Sandra Engelbach, die dem Treffen als Vertreterinnen von „Social Services“ beiwohnten, die Halsdorfer fast ein wenig bremsen. „Es ist die erste Clearingstelle im Landkreis und damit auch für uns ein neuer Schritt“, erklärte die Sozial-Pädagogin Wismer. Sie wird die Einrichtung in der ehemaligen Gaststätte betreuen. Aktuell seien die Jugendlichen, die ab Dezember nach Halsdorf kommen, wahrscheinlich noch auf der Flucht und bräuchten danach erst einmal etwas Ruhe. Etwa 20 bis 24 männliche Flüchtlinge im Alter von zwölf bis 18 Jahren - die meisten davon aus Syrien, Eritrea, Somalia und Albanien - sollen in der Clearingstelle untergebracht werden (die OP berichtete). Dort werden gesundheitliche Untersuchungen gemacht, ein Stammdatenblatt erstellt und Sprachunterricht angeboten. Nach zirka zwölf Wochen ziehen die Menschen dann in eine Folgeeinrichtung um. „Bis sie also so weit sind, dass sie am Gemeindeleben teilnehmen können, sind sie meist schon wieder weg“, verdeutlichte Engelbach, betonte aber: „Die einzige Möglichkeit ist, dass man zeigt: ‚Wir sind da, wir helfen Euch.‘“

Wie diese Unterstützung der Halsdorfer aussehen soll, will der Arbeitskreis in seinen kommenden Treffen beraten. Für Klaus-Dieter Engel war es ein persönliches Anliegen, durch den Austausch ein Zeichen in das ganze Dorf zu schicken. Vereinzelt hatte es Stimmen gegeben, die sich negativ oder gar abfällig über die geplante Clearingstelle geäußert hatten. „Entscheidend ist, dass wir die Mehrheit in der Bevölkerung darstellen und den Anderen nicht das Feld in dieser Diskussion überlassen.“ Dem „Dorfgeschwätz entgegenzuwirken“, fand auch Peter Hartmann, sei eine wichtige Aufgabe des neuen Arbeitskreises.

Das nächste Treffen findet am 1. Dezember, 19.30 Uhr im „Treffpunkt Halsdorf“ statt.

von Yanik Schick

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Von Redakteur Florian Lerchbacher

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