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„Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt“

Abschied von Pfarrer Weidenhagen „Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt“

Ein beliebter Pfarrer verlässt nach über 15 Jahren seine „erste große Liebe“: Schweren Herzens ließen die Mitglieder des Kirchspiels Halsdorf, Burgholz, Albshausen Matthias Weidenhagen weiterziehen.

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Nach dem Abschiedsgottesdienst in Halsdorf musste Pfarrer Matthias Weidenhagen sehr viele ­Hände schütteln.

Quelle: Karin Waldhüter

Halsdorf. Voll besetzt war am Sonntagabend die Kirche in Halsdorf. Gläubige aus Halsdorf, Burgholz und Albshausen bereiteten ihrem Pfarrer und seiner Familie einen bewegenden Abschied. „Dass ich der bin, der ich heute bin, das habe ich euch zu verdanken. Was wären wir die letzten 15 Jahre ohne euch gewesen“, mit diesen dankbaren Worten, einer bewegenden Liebeserklärung an seine Frau Celia, hundertfachem Händeschütteln, vielen herzlichen Umarmungen und dem Versprechen, miteinander verbunden zu bleiben, nahm Matthias Weidenhagen Abschied von seiner Gemeinde. Am 1.Mai 2001 hatte er hier seine erste Pfarrstelle angetreten, damals war er 30 Jahre alt und noch im Probedienst.

Zu Beginn kam die Familie zu dritt. Joram, der älteste Sohn, war damals acht Monate alt. Im Laufe der Jahre kamen die Söhne Amos, Levi, Noah, Jakob und Tochter Matthea hinzu. Matthias Weidenhagen verlässt die Pfarrstelle nicht deshalb, weil es „nicht schön war“. „Wir haben uns hier sehr wohlgefühlt, trotzdem habe ich mir Veränderung gewünscht, auch wenn es schön war“, erklärt er. Seiner Frau und seiner Familie falle es schwer und mancher in der Gemeinde sei traurig, aber „ich denke, dass wir verbunden bleiben“.

Seit November ist Pfarrer Helmut Golin im Kirchspiel

Seit dem 1. November hat Pfarrer Helmut Golin die Vakanz im Kirchspiel übernommen. Mit der „Dresdener Fanfare“ eröffnete der Posaunenchor, unter der Leitung von Dieter Bubenheim, festlich den Gottesdienst und überraschte Pfarrer Weidenhagen und „ältesten Jungbläser“ mit dem Stück „Über den Wolken“.

Mit selbst gebastelten Blumen zogen die Kinder der Kindertagesstätte „Sonnenblume“ Hand in Hand mit ihren Erzieherinnen in die Kirche ein und sagten sehr berührend mit einem Lied „Auf Wiedersehen“. „Für uns alle ist es ein großes Bedauern, dass du nicht mehr unser Chef bist“, erklärte Einrichtungsleiterin Ute Salaba-Gröger. Von der Kanzel predigte Pfarrer Weidenhagen ein letztes Mal zu seiner Gemeinde. Anschaulich und anhand des Films „About a boy“ verdeutlichte er, dass man, hineingewoben in eine Welt mit tausend Fäden, im Leben verbunden bleibt. „Ich und wir als Familie sind mit vielen Fäden mit euch verbunden“, erklärte Weidenhagen. Der Gemischte Chor Burgholz, der Gospelchor und der Männergesangverein aus Halsdorf traten, unter der Leitung von Lutz Kirscht, gemeinsam an den Altar. Mit „Heilig ist der Herr“ und dem „Irischen Segenslied“ verabschiedeten sie ihren Pfarrer. Für das Lied „You raise me up“ mischte sich Pfarrer Weidenhagen und seine Frau Celia dann ein letztes Mal unter die Sänger des Gospelchors. In seinen Abschiedsworten erinnerte Dekan Hermann Köhler an das „segensreiche Wirken“. „Sehr viel ist in diesen fünfzehneinhalb Jahren gewachsen“, so der Dekan. Vieles sei begonnen und ausprobiert, manches auch wieder eingestellt worden. Eine Jugendgruppe und eine Krabbelgruppe wurden gegründet. Ein Frauenkreis trifft sich noch heute und viele Jahre lang gab es die GoSpecial Gottesdienste. Die letzten Jahre war Weiden­hagen mit zwei weiteren Kollegen für die Jugendarbeit im Kirchenkreis verantwortlich. „Ich glaube, die Lukasgemeinde in Gießen kann sich freuen über ihren neuen Pfarrer und über die ganze Familie, die nun das dortige Gemeindeleben bereichern wird“, sagte Dekan Köhler.

Dankesworte aus vielen Bereichen

„Wir haben es gut mit ihnen ausgehalten, sind dankbar aber auch wehmütig“, erklärten die Kirchenvorstände Martina Gücker (Halsdorf), Doris Grebing (Albshausen) und David Kase (Burgholz). Die drei Gemeinden seien im Laufe der Jahre zu einem großen Kirchspiel zusammengewachsen. Aus vielen Bereichen gab es Dankes- und Abschiedsworte.

Wohratals Bürgermeister Peter Hartmann erinnerte an die vergangenen Jahre. Berührungspunkte habe es im Bereich Kindertagesstätten gegeben. Auch wenn es ab und zu hitzige Debatten um das Geld gegeben habe, so hoffe er doch, dass es nicht allzu heiß gewesen sei. Persönliche Worte fand auch Rauschenbergs Bürgermeister Michael Emmerich.

Alle hatten zum Abschied Geschenke mitgebracht und manches wird sicherlich in der neuen Gießener Pfarrwohnung einen Ehrenplatz bekommen.

von Karin Waldhüter

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